Musical Boulevard


 

Jesus Christ Superstar“

Musical von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice

 

Modernes Musicalspektakel mit Starbesetzung in Bad Gandersheim

 

Noch bis zum 16. August läuft bei den 57. Gandersheimer Domfestspielen eine moderne Inszenierung der Rockoper. Für die Regie zeichnet Achim Lenz verantwortlich, der nur wenige Tage vor der Premiere diese Aufgabe übernommen hat. Künstlerische Differenzen führten zur Trennung von Regisseurin und Choreographin Jean Renshaw.

In den Hauptrollen erleben wir Christian Alexander Müller als Jesus, Alexander di Capri als Judas und Julia Lißel als Maria Magdalena.

Ziel ist es, Jesus in die heutige Zeit zu transportieren. Christian Alexander Müller sagte dazu „ … diese Geschichte passiert heute einem Mann, der auch ganz anders heißen könnte“

So betreten Jesus Anhänger – neuzeitlich Follower – in Springerstiefeln die Bühne. Modernes Equipment wie Notebook und Smartphone sind immer im Einsatz.

Das Bühnenbild besteht aus einer Tafel mit fünf roten Rolltischen – welche am Ende auch das Kreuz darstellen -, stapelbaren Stühlen und einem großen Transparent auf dem „follow me“ zu lesen ist. Jesus Follower tragen T-Shirts mit derselben Aufschrift und auch auf Jesus Buch kann man diesen „Leitsatz“ lesen.

Wir sind angekommen im Zeitalter der sozialen Netzwerke. Die Kostüme erinnern jedoch teilweise an die achtziger Jahre z.B. das von Maria Magdalena.

Die Geschichte wird aus Sicht von Judas erzählt- Dieser, farblich in schwarz von den anderen Jüngern abgegrenzt, glaubt nicht mehr an die Botschaft Jesu. Jesus Verhältnis zu seinen Jüngern wird eher wie das zwischen Arbeitskollegen oder Freunden dargestellt – er hebt sich nur wenig ab. Judas Zorn steigt als Jesus eine Beziehung zur Prostituierten Maria Magdalena beginnt. Er befürchtet, dass Jesus die Situation aus den Händen gleitet und so verrät er ihn an die jüdische Priesterschaft.

Maria Magdalena und die weibliche Anhängerschaft werden in dieses Inszenierung sehr frivol dargestellt – eine „Hommage“ an die „Love-and-Peace“-Bewegung oder doch nur die Darstellung erotischer Männerträume? Es scheint als wenn die Damen weniger an Jesus Botschaft als an seinem Körper interessiert sind.

Julia Lißel überzeugt dennoch in der Rolle der Maria Magdalena. Ein Höhepunkt der Inszenierung ist ihre gefühlvolle Interpretation von „Wie soll ich ihn nur lieben“.

Alexander di Capri verkörpert einen charismatischen, verzweifelten aber auch stellenweise eitlen Judas – mit kraftvoller Stimme, die bei hohen Tönen manchmal kippelt und kikst.

Stimmlich überragend, sympathisch, fassbar und verletzlich – so stellt Christian Alexander Müller seinen Jesus dar. Zu Tränen rührt immer wieder sein „Gethsemane“.

Die Cast ist gut aufeinander abgestimmt. Erwähnenswert sind besonders die Tanzszenen (Choreographie Marc Bollmeier).

Ein sehr schönes Bild zeichnet Regisseur Achim Lenz in der „Pessach-Fest“-Szene, als Jesus das Brot teilt und den Wein segnet, umgeben ihn seine Anhänger in Form einer Freeze-Frame die das Bild „Das Abendmahl“ von Leonardo da Vinci darstellt.

Ein wenig lau ist der Selbstmord von Judas. Es gibt zwar einen großen Knall – aber der verpufft recht schnell im Nichts.

Warum am Ende nur der Titel „Jesus Christ Superstar“ als einziger in Originalsprache belassen wurde eröffnet sich mir nicht. Hier wie auch schon in den Szenen der Geißelung Jesus braucht man gute Nerven. Die dargestellte Brutalität und die Erniedrigung, die Jesus erfährt sind für mich schon grenzwertig. Oft muss ich den Blick abwenden.

Das Ende ist versöhnlich und sehr gefühlsbeladen. Die fünf roten Rolltische stellen das Kreuz dar – Jesus Weg in den Himmel wird von LED-Lichtern begleitet die um ihn herum platziert werden – ein sehr schönes Bild.

Eine hervorragende Cast, welche perfekt von dem 10 köpfigen Orchester unter Leitung von Heiko Lippmann begleitet wird, ist mein Fazit für diese Inszenierung. Bei der Premiere gab es „Standing Ovations“ und „Zugabe“-Wünsche – die jedoch nicht erfüllt wurden. Aber noch hat man ja die Chance sich „Jesus Christ Superstar“ in Bad Gandersheim anzusehen.

 

Jesus von Nazareth: Christian Alexander Müller
Judas Ischariot:
 Alexander di Capri
Maria Magdalena:
 Julia Lißel
Pontius Pilatus:
 Daniel Ris
Kaiphas:
 Daniel Dimitrow
Annas:
 Oliver Polenz
Petrus:
 Jannik Nowak
Simon Zelotes:
 Tobias Berroth,
Herodes:
 Dirk Weiler
Ensemble:
 Tobias Berroth, Alice Hanimyan, Johannes Kiesler, Silvio Römer, Jens Schnarre, Luise Schubert, Dominika Szymanska, Bosse Vogt, Dirk Weiler 
Statisterie: Magnus Heitmann, Carsten Schneck

Musikalische Leitung:
 Heiko Lippmann
Regie:
 Achim Lenz
Ausstattung:
 Bernhard Niechotz
Choreographie:
 Marc Bollmeyer
Dramaturgie:
 Florian Götz
Technische Leitung:
 Kim Winkler
Licht:
 Dirk Bathe
Ton:
 Rolf Dressler (light-house Göttingen)

Regieassistenz:
 Denise Kiesow
Kostümassistenz:
 Svenja Lühr
Dramaturgieassistenz:
 Annemarie Schorcht

 

 

Sylvia Baierl

 

 

 

 

Jesus (Christian Alexander Müller) mit Dornenkrone, umringt von seinen Aposteln (v.l.n.r.: Tobias Berroth, Julia Lißel, Daniel Dimitrow, Jannik Nowak).

 

 

 

Judas (Alexander di Capri, Mitte) nach seinem Verrat von Jesus Christus an die Hohepriester Annas (Oliver Polenz, links) und Kaiphas (Daniel Dimitrow).

 

 

Fotos: Hillebrecht/Die Foto-Maus

 


 

 

Sweeney Todd - Der Teufelsbarbier von Fleet Street

am Stadttheater in Pforzheim

Premiere: 23.04.2015

 

Zum Inhalt

Das Stück beschreibt die Geschichte von Benjamin Barker, der vom böswilligen Richter Turpin unschuldig in die Verbannung geschickt wurde, und 15 Jahre später unter dem Namen Sweeny Todd nach New London in die Fleet Street zurückkehrt, wo Mrs. Lovett immer noch ihren schlecht gehenden Fleischpasteten-Laden betreibt.
Todd erkundigt sich nach dem Zimmer im 1. Stock, wo er damals den Barbiersalon betrieben hatte und Mrs. Lovett schildert ihm die Geschichte, der von Richter Turpin begehrten, wunderschönen Barbiersfrau, die von ihm ausgenutzt und misshandelt wurde und darauf hin ihr Leben mit Gift beendete. Allerdings befindet sich die Tochter Johanna noch in den Fittichen von Turpin.
Mit diesem Wissen, dass Turpin Johanna sogar heiraten will, enthüllt Sweeny Todd seine wahre Identität und beschließt seinen Hass gegen die ganze Menschheit zu richten, wodurch Mrs. Lovetts Pastetenfabrikation auf einmal zu florieren beginnt und die Geschäfte der beiden zum Grusekabinett mutieren, da niemand weiss, was mit den Leichen passiert, die Todds Zorn fordert.

Eine wirklich gelungene Premiere von „Sweeny Todd- Der Teufelsbarbier von Fleet Street brachte das Stadttheater Pforzheim am 23.04.2015 auf die Bühne.

Die Inszenierung von Toni Burkhardt, unter der Musikalischen Leitung von Tobias Leppert und der Dramaturgie von Isabelle Bischoff nahm einen mit auf eine Reise nach New London in die Fleet Street.
Für Bühne und Kostüme war Wolfgang Rausching, für die Choreinstudierung Salome Tendies verantwortlich.

Thomas Christ als verbannter Benjamin Barker und zurückgekehrter Sweeny Todd überzeugt in dieser Rolle, stimmlich als auch schauspielerisch, allerdings war er optisch etwas zu brav ausgestattet. Er brachte die einzelnen Facetten von Sweeny Todd auf den Punkt und es machte Freude, ihm zuzusehen.

Aufgrund von Erkältungsproblemen war es Femke Soetenga nicht möglich die Rolle der Mrs. Lovett zu singen, trotzdem ließ sie es sich nicht nehmen, diese schauspielerisch, mit viel Mimik und Gestik zu verkörpern. Dies war so großartig, dass man erahnen konnte, mit wie viel Power sie diese Rolle nach ihrer Gesundung ausfüllen wird.
Die gesangliche Ergänzung, zu Femke Soetenga´s Darstellung bot am Premierenabend Tina Haas, die kurzfristig noch am Morgen der Premiere für diese Aufgabe gewonnen werden konnte. Sie meisterte das komplette Stück mit einer Leichtigkeit, dass man nur DANKE dafür sagen kann.




In der Rolle des Adolfo Pirelli erinnerte Andrea Matthias Pagani, optisch an einen Elvis-Verschnitt mit italienischem Einschlag, der beim Rasur-Contest gegen Sweeny Todd klar den Kürzeren zieht. Er erkennt in Sweeny Todd den früheren Benjamin Barker, versucht diesen zu erpressen und findet durch Sweeny´s Rasiermesser einen schnellen Tod.

Ben Savoie als Tobias Ragg, der anfängliche Gehilfe von Adolfo Pirelli und später Gehilfe von Mrs. Lovett bot wie immer eine solide Darstellung seiner Rolle. Man nahm ihm den etwas verpeilten Jungen bis zum Schluss vollkommen ab.

Jon Geoffrey Goldsworthy als böswilliger Richter Turpin füllte seine Rolle in gewohnter Art und Weise aus. Er ließ keinen Zweifel, dass er sein Mündel Johanna von allem und jedem fern halten und für sich behalten möchte. Jedoch fällt er ebenfalls Sweeny´s Rachefeldzug zum Opfer.

Edward Lee als Matrose Anthony Hope, der sich in Johanna Barker, gespielt von Franziska Tiedtke verliebt und diese aus den Fängen von Richter Turpin letztendlich befreit, ist für Augen und Ohren eine Bereicherung. Er tritt sicher und leichtfüßig auf und füllt die Rolle des „schock“-verliebten Matrosen Anthony mit Leben und Liebe aus.

Franziska Tiedtke, als Johanna Barker ist optisch genau so wie sie sein soll, lieblich und gutaussehend. Sie sing die Johanna Barker mit sehr schöner Stimme, ist mir allerdings etwas zu klassisch angehaucht.

Steffen Fichtner als Sheriff Bamford, ist wie in all seinen Rollen eine feste Konstante. Er spielt diesen Sheriff, der sehr zu Richter Turpin tendiert und für Recht und Ordnung steht grundsolide hat allerdings auch viele lustige Züge. Es macht Spaß ihm zuzusehen.

Zu guter Letzt wäre da noch Gabriela Zamfirescu hervorzuheben, die als Bettlerin einen super Job gemacht hat. Man hätte ihr am liebsten auch einen Penny oder zwei gegeben für Ihre super Darstellung auf der Bühne.

Ebenfalls hervorzuheben sind die Herren und Damen vom Opernchor des Theaters Pforzheim, Extrachor des Theaters Pforzheim, Badische Philharmonie Pforzheim und
Statisterie des Theaters Pforzheim, die an diesem Abend wieder mal gezeigt haben, dass ein kleines Stadttheater solch stimmgewaltige Menschen hat.

 

Abschließend bleibt zu sagen, dass es ein rundherum gelungener Abend war, der zum lachen, nachdenken und gruseln angeregt hat und der nach Wiederholung ruft, denn man möchte ja u. a. Femke Soetenga als Mrs. Lovett als „Komplettpaket“ mit Stimme erlaben.

 

Musikalische Leitung: Tobias Leppert 
Inszenierung: Toni Burkhardt 
Bühne und Kostüme: Wolfgang Rauschning
Choreinstudierung: Salome Tendies
Dramaturgie: Isabelle Bischof





Besetzung:

Sweeney Todd: Thomas Christ
Mrs. Nellie Lovett: Femke Soetenga
Tina Haas (Gesang)
Anthony Hope: Edward Lee
Johanna Barker: Franziska Tiedtke
Tobias Ragg: Ben Savoie
Richter Turpin: Jon Geoffrey Goldsworthy
Sheriff Bamford: Steffen Fichtner
Bettlerin: Gabriela Zamfirescu
Adolfo Pirelli: Andrea M. Pagani
Mr. Fogg: Mathias Reiter

Opernchor des Theaters Pforzheim
Extrachor des Theaters Pforzheim
Badische Philharmonie Pforzheim
Statisterie des Theaters Pforzheim

 

Sonja Schuhmacher

 


 

 

Heartmade Productions präsentiert in der Simply-Konzertreihe

Feels Like Home“ - Christian Alexander Müller

Eine musikalische Entdeckungsreise

 

Das Licht im kleinen Kabarettkeller in Chemnitz wird gedimmt. Marina Komissartchik und Christian Alexander Müller betreten die Bühne – Stille zieht ein.

Es erklingt „Unexpressed “ von John Bucchino und es beginnt eine Reise zu neuen Ufern des Musicals und des Kunstliedes. Christian Alexander Müller entführt uns in die wunderschöne musikalische Welt von John Bucchino, Jason Robert Brown, Craig Carnelia, Scott Allen und William Finn.

Der zweite Titel „Feels like Home“ ebenfalls von John Bucchino schafft die perfekte Atmosphäre für das Anliegen des Künstlers - einen entspannten Abend zu gestalten bei dem sein Publikum viel neues Liedgut entdeckt.

 

Es folgen zwei Titel aus Leonard Bernsteins „West Side Story“ - „Somthing´s coming“ und eigens für diesen Abend als Solonummer dargeboten „One hand – one heart“. Gefühlvoll und gekonnt setzt Christian Alexander Müller seine unverwechselbar schöne Stimme ein. Bewusst verzichtet er auf Mikrophon und Verstärkung – ein besonderer Hörgenuss! Bei jedem Ton spürt man die Liebe zur Musik.

Unterhaltsam führt er durch den Abend. Dabei ist die Moderation nicht bis auf das letzte Wort ausformuliert - kleine Spracheskapaden machen sie noch sympathischer. Da einige Titel in Originalsprache dargeboten werden gibt es vorher eine kurze, charmante Einweisung. Mühelos erreicht er sein Publikum ob nun durch Moderation oder Gesang.

 

Gast des Abends ist Angelina Biermann, Absolventin der Musikhochschule Leipzig und ehemalige Schülerin von Christian Alexander Müller. Beide bringen ein wunderschönes Duett aus „Lieder für eine neue Welt“ auf die kleine Bühne „Das alles gäb ich her“ - perfekt harmonieren ihre Stimmen. Mit ihrem sauber geführten Sopran singt sie anschließend „Ich hab nie Angst vor irgendwas“ aus dem selben Liederzyklus von Jason Robert Brown und kann das Publikum begeistern.

 

Mit einem Block von Titeln aus „Bridges of Madison County“, dem neusten Werk von Jason Robert Brown, beschließt der erste Teil. Sekundenlange Stille nach jedem Titel und der anschließend begeisterte Applaus zeigen wie sehr die Stimmen, die Musik und die Texte bei jedem innerlich ankommen.

 

Der zweite Teil beginnt mit einigen Songs aus „Les Miserables“. Amüsant erzählt der Gastgeber des Abends wie dieses Stück ihn nun schon seit Jahren begleitet und schlüpft innerhalb von 15 Minuten in verschiedenste Rollen. Ob nun Enjolras, Javert, Marius oder Jean Valjean – perfekt singt er jeden Titel. Durch dezente schauspielerischer Gestaltung verleiht er dem Gesungenen Nachdruck.

 

Mit dem Lied „Ein Mensch zu sein“ aus „Arielle“ verabschiedet sich Angelina Biermann für diesen Abend eindrucksvoll.

 

Was nun folgt sind 3 überwältigende Titel bei denen wohl kein Auge trocken bleibt.

„Marry me a little“ - aus „Company“ von Stephen Sondheim, „How did I end up here“ - von Scott Allen und „Flight“ - von Craig Carnelia. Jeder dieser Titel hat eine eigene Geschichte und berührt schon in seiner Aussage. Christian Alexander Müller trägt diese Titel so einfühlsam und sanft vor – das eine enorme Spannung im Raum entsteht. Einer der stärksten Momente dieses Abends.

 

Zum Abschluss erklingen 2 Titel des großen Andrew Lloyd Webber “ Till i hear you sing“ - aus „Love never dies“ und „Musik der Nacht“ - aus „Phantom der Oper“. Wieder brillant vorgetragen. Unglaublich wie Christian Alexander Müller nach so einem stimmlich sehr forderndem Programm selbst die größten Töne noch perfektionieren kann.

 

Marina Komissartchik begleitet die Künstler perfekt am Piano. Nicht ohne Grund wird ihr bescheinigt, dass sie ein ganzes Orchester ersetzen kann. Eine großartige Pianistin.

 

Es ist ein wunderbarere Abend voller gesanglicher Höhepunkte bei dem selbst die Zugaben „Always starting over“ aus „If/Them“ und „Anytime“ aus „Elegies“ von William Finn noch einmal Glanzlichter setzen.

Alle Beteiligten haben diesen Abend zu einem Besonderen werden lassen, zu einer besonderen Reise mit wunderbaren Melodien und Liedern die auf höchsten Niveau dargeboten wurden, umrahmt durch eine charmant-liebevolle Moderation. Der private Rahmen des Kabarettkellers in Chemnitz unterstützt die insgesamt sehr heimelige Atmosphäre. Jeder im Publikum hat wohl einige neue Titel gefunden und neue Komponisten für sich entdeckt – ich würde sagen – Ziel erreicht!

Sylvia Baierl

 

Titelliste

 

 

1. Teil

 

Titel

Komponist

Stück /Inhalt

Unexpressed

JOHN BUCCHINO

Ein Lied über unausgesprochene Gefühle

Feels like home

JOHN BUCCHINO

Im Kontext „ Auch wenn wir den falschen Weg gegangen sind - - wenn Du da bist fühlt es sich an wie Zuhause“

Something´s coming

Leonard Bernstein

WEST SIDE STORY

Tony ist auf der Suche nach etwas Großem – Riff kann ihn überreden mit zum Kampf zu kommen.

One hand - one heart

Leonard Bernstein

WEST SIDE STORY

Hochzeitsszene

If i loved you

Richard Rogers

CAROUSEL

Billi und Julie gestehen sich zögernd ihre Liebe zueinander

Lied vom Schmuel

Jason Robert Brown

DIE LETZTEN 5 JAHRE

Jamie schenkt seiner Freundin Cathy eine Geschichte zu Weihnachten ...

Das alles gäb´ ich her

Jason Robert Brown

LIEDER FÜR EINE NEUE WELT

Das Lied handelt vom Wiederfinden nach einer Trennung

Ich hab nie Angst vor irgendwas

Jason Robert Brown

LIEDER FÜR EINE NEUE WELT

Eine junge Frau erzählt das sie vor nichts Angst hat

Wondering

Jason Robert Brown

BRIDGES OF MADISON COUNTY

Es beschreibt den Moment in dem Robert erkennt, dass er Francesca liebt

Falling into you

Jason Robert Brown

BRIDGES OF MADISON COUNTY

Beide gestehen sich ihre Liebe – trotz der aussichtslosen Situation

Before and after you

One second and a million miles

Jason Robert Brown

BRIDGES OF MADISON COUNTY

Francesca entscheidet sich bei Ihrem Mann und den Kindern zu bleiben

 

2. Teil

 

Intro / Hört ihr wie das Volk erklingt

Claude-Michel Schönberg

LES MISERABLES

General Lamarque ist tot. Enjolras ruft die Studenten zur Revolution.

Wer bin ich

Claude-Michel Schönberg

LES MISERABLES

Jean Valjean fragt sich , ob ein anderer für seine Schuld in Ketten gehen soll

Sterne

Claude-Michel Schönberg

LES MISERABLES

Javert schwört den Sternen, dass er Valjean stellen wird

Dunkles Schweigen an den Tischen

Claude-Michel Schönberg

LES MISERABLES

Marius hat alle Freunde im Kampf verloren

Bring ihn heim

Claude-Michel Schönberg

LES MISERABLES

Kurz vor dem Kampf bittet Valjean um das Leben von Marius

Ein Mensch zu sein

 

ARIELLE

Arielle träumt davon ein Mensch zu sein

Marry me a little

Stephen Sondheim

COMPANY

Robert macht Amy den Vorschlag ihn zu heiraten – ein interessanter Ausblick auf eine Ehe

How did i end up here

Scott Allen

Eine Mann schaut zweifelnd auf sein Leben zurück und fragt sich „warum stehe ich hier wo ich jetzt stehe“

Flight

Craig Carnelia

Es handelt von der Sehnsucht wegzufliegen , gegen alle Widerstände

Till i hear you sing

Andrew Lloyd Webber

LOVE NEVER DIES

Nach 10jähriger Trennung ist es immer noch der Wunsch von Erik mit Christine vereint zu sein.

Musik der Nacht

Andrew Lloyd Webber

PHANTOM DER OPER

Erik singt im Kellergewölbe für Christine von seiner Liebe zur Musik

 

Zugabe

 

Always starting over

Tom Kitt

IF/THEN

Handelt vom immer wieder neu beginnen – vom neu anfangen ...

Anytime

William Finn

ELEGIES

Als eine gute Freundin des Komponisten im Sterben lag – bat sie ihn um ein Lied für Ihre Beerdigung. Es ist ein Lied für einen Abschied und trotzdem lebensbejahend.

 


 

 

Lieder für eine neue Welt“

von

Jason Robert Brown

Deutsche Texte – Wolfgang Adenberg

Orchestration- Brian Bestermann

Originalproduktion – WPA Theater N.Y.C. 1995

 

Mit dem Liederzyklus „Lieder für eine neue Welt“ von Jason Robert Brown wird nun die Musicalsparte der Hochschule für Musik und Theater Leipzig endgültig geschlossen.

 

Die Absolventen Angelina Biermann, Nathalie Parsa, Linda Rietdorff, Michael Beck und Michael Ehspanner bringen unter der Leitung von Christian Alexander Müller das Erstlingswerk des Komponisten als Abschlussprüfung des Masterstudienganges auf die Bühne der Black Box.

 

Dieser szenische Liederabend verbindet als Schauplätze ein spanisches Schiff von 1492 mit den Charakteren und Problemen des New York von heute. Alle Titel handeln von einer Reise – einer Reise in die „neue Welt“. Jeder der dargestellten Charaktere befindet sich an einem Wendepunkt im Leben. Der Komponisten selbst sagte einmal dazu : „Es geht um Momente , in denen man gezwungen ist, eine Mauer zu zertrümmern, Stellung zu beziehen oder sich umzudrehen und zurück zu gehen.“

 

Die ersten beiden Titel „Die neue Welt“ und „Auf dem deck eines spanischen Segelschiffs, 1492“ beschreiben die Aufbruchstimmung, aber auch die Angst vor den Gefahren, welche auf einer solchen Reise lauern.

Jeder der 17 Titel steht für sich selbst. Auf gesprochene Texte wird verzichtet und es gibt keine feste Rahmenhandlung.

 

Nathalie Parsa und Linda Rietdorff alternieren in der Rolle der Frau 2 und verkörpern die „Lebensmüde“, die wegen eines Nerzmantels mit Suizid droht - „Nur ein Schritt“ und die Weihnachtsfrau, die an Weihnachten nicht mehr länger allein sein will - „Surabaya Santa“. Beide überzeugen mit komödiantischen Talent und sehr guten Stimmen. Eine der stärksten Kompositionen „Die Flaggenmacherin,1775“ meistern beide mit Bravur – ich hatte Gänsehaut !

 

Angelina Bierman besticht mit ihrer glockenklaren Stimme und engelhaften Gesang - „Wiegenlied zur Weihnacht“. Das Duett mit Michael Ehspanner „Das alles gäb ich her“ ist einer der schönsten Momente des Abends – beide ziehen das Publikum in ihren Bann.

 

Michael Ehspanner kann mit seinem angenehmer Timbre und seiner schauspielerischen Stärke seine Wandlungsfähigkeit zeigen – ob als mittelloser Versager „Es sprudelt kein Fluss“ für mich oder als Ankläger der Frauen, die mit Tränen die Männerwelt willenlos machen, „Sie weint“.

 

Michael Beck besticht „Auf dem Deck eines spanischen Schiffs, 1492“ mit einfühlsamen Spiel und sanfter Stimme. Seine ganze Energie zeigt er bei „König der Welt“ und „Der Dampfzug“. Bei „Ich fliege Heim“ laufen mir die Tränen übers Gesicht, sicher ging es noch anderen im Publikum so.

 

Alle Solisten harmonisieren stimmlich und schauspielerisch einwandfrei.

 

Christian Alexander Müller führt die Charaktere perfekt, schlicht und für den Zuschauer gut nachvollziehbar. Starke Videosequenzen unterstützen einzelne Titel z.B. „König der Welt“ - der Adler stürzt sich auf die Beute in dem Moment geht der „König“ in seiner Zelle zu Boden. Er versteht es die Stärken seiner Absolventen hervorzuheben. Respekt für diese wundervolle Regiearbeit!

 

Die Band – bewusst in Originalbesetzung gewählt – begleitet die Absolventen hervorragend .

Auch Ton und Licht agieren makellos. Alle unterstützen das Projekt unentgeltlich!

Alles in allem ein vollkommen stimmiger und gelungener Abend – der die hohe Qualität der Ausbildung an der Hochschule dokumentiert. Bleiben die Frage offen, ob man an den Musiktheatern merken wird, dass keine Schüler mehr aus Leipzig kommen und ob es sich eine Hochschule leisten kann so einen zukunftsträchtigen Zweig wie die Musicalsparte zu schließen.

 

Sylvia Baierl

 

Cast:

 

künstlerische Gesamtleitung: Christian Alexander Müller

 

Frau 1: Angelina Biermann

Frau 2: Nathalie Parsa / Linda Rietdorff

Mann 1: Michael Beck

Mann2: Michael Ehspanner

 

Das Kind: Friedrich Baermann

 

Band: Jens Baermann, Sascha Hündermund, Hannes

Malkowski, Christoph Schütze, Fabian Werner

 

Regieassistenz / Inspizienz: Lena Wunder

 

Beleuchtung: Holm Querner

 

Ton: Davis Schwager

 

Akt 1

Akt 2

Die neue Welt

Die Welt tanzte

Auf dem deck eines spanischen Schiffs, 1492

Surabaya Santa

Nur ein Schritt

Wiegenlied zur Weihnacht

Ich hab nie Angst

König der Welt

Es sprudelt kein Fluss für mich

Das alles gäb ich her

Sterne und Mond

Die Flaggenmacherin, 1775

Sie weint

Ich fliege heim

Der Dampfzug

Die neue Welt

 

Hör mein Lied

 

 

 



 

 

 

UWE KRÖGER & PIA DOUWES

 

DIE GRÖßTEN MUSICALHITS ALLER ZEITEN“

 

 

100 Jahre!

Längst ist er nicht mehr nur „Der Tod“ und sie seine „Elisabeth“. Zwei x 50 Jahre, zwei große Stimmen, Uwe Kröger und Pia Douwes! Namen die jeder kennen dürfte, der sich im Genre Musical bewegt. Mit den „Größten Musicalhits aller Zeiten“ starteten sie am 27.03.2015 ihre Tournee im ausverkauften Leipziger Gewandhaus.

 

Jetzt und intensiv wollen sie leben. Dann passt es ja bestens, ihren runden Geburtstag gemeinsam auf der Bühne zu feiern. Mit einem umgetexteten Song aus der Addams Family (Bist du erst Fünfzig) sangen sie sich mit einem Augenzwinkern, gegen die nun anstehende Midlife-Crisis einander Mut zu und starteten somit mit einem fulminaten Auftakt. Begleitet wurden sie durch den Abend von der Herwig Gratzer Band, der Gruppe gudrun, sowie Tänzerinnen und Tänzern.

 

Zurück zu den Anfängen: Im folgenden Webber Medley ließen sie als u.a. träumende Lokomotive und klagende Katze, Erinnerungen an Starlight Express und Cats wach werden. Schön der Bezug von gestern zu Heute, visuell unterstützt per Videoprojektionen.

 

Aber auch Lieder aus aktuellen Stücken wie Next to normal und der Besuch der alten Dame prägten diesen Abend. Kleine überleitende Episoden, wie zum Beispiel die Vorhersage Uwes persönlicher Wahrsagerin: „Seine nächste Rolle würde in Stiefeln sein“, gaben dem Ganzen noch eine privatere Note.

 

Auch Pia lies nicht nur den Schleier, sondern sogar die Hüllen fallen. Unerkannt, mit einem imaginären Hund Gassi gehend sang sie als „Killer Queen“ vom Schicksal einer Diva des Musicals. Dass sie am Ende doch „nur Ihr“, ihrer Hündin Sansa gehört, macht sie noch liebenswürdig menschlicher.

 

Die Verbundenheit beider Künstler ist besonders bei „Liebe endet nie“ zu spüren.

Harmonisch verschmelzen ihre Stimmen in einem Augenblick, den man festhalten möchte.

 

Sein komödiantisches Talent konnte Uwe im Duett mit sich selber als Edna unter Beweis stellen. Eine Aufzeichnung und Übertragung per Leinwand, geschickte Zusammenschnitte und Uwes Interpretation machten „Du bist zeitlos für mich“ zu einem der vielen besonderen Höhepunkte des Abends.

 

In silbernen High Heels unter dem Anzug blitzend gestand Uwe singend „Ich bin was ich bin“ und genau so lieben ihn die Fans, so mag ihn Pia.

 

Freuen wir uns also auf die folgenden 120 Jahre Musicalhits. Denn sicher ist, nach diesem erfolgreichen Abend, dass die beiden auch noch bei ihrem 60sten mit ihren treuen Zuhörern rechnen können.

 

Autor. S.F.

 

 

 

 

 

 

PROGRAMM

 

Ouverture (THE ADDAMS FAMILY)

Bist du erst Fünfzig“ (THE ADDAMS FAMILY), Pia Douwes, Uwe Kröger, gudrun, Tänzer

Andrew Lloyd Webber Medley: GETHSEMANE / ERINNERUNG /STARLIGHT EXPRESS / BUENOS AIRES / PHARAOH`S SONG / WEIN NICHT UM MICH ARGENTINIEN / SUNSET BOULEVARD / NUR EIN BLICK / MUSIK DER NACHT / DAS PHANTIM DER OPER , Pia Douwes, Uwe Kröger, gudrun, Tänzer

Jesus Christ Superstar” (JESUS CHRIST SUPERSTAR), gudrun

Was hat sie nur an sich?” (THE WILD PARTY) , Uwe Kröger, Tänzer

Mir fehlen die Berge” (NEXT TO NORMAL), Pia Douwes

Ich hab die Angst besiegt“ (DER BESUCH DER ALTEN DAME), Uwe Kröger

Die Welt gehört mir“ (DER BESUCH DER ALTEN DAME), Pia Douwes, dudrun

Liebe endet nie“ (DER BESUCH DER ALTEN DAME), Pia Douwes, Uwe Kröger

Leb jetzt uns intensiv“ (DIE ADDAMS FAMILIY), Pia Douwes, Uwe Kröger

Tango De Amor“ (THE ADDAMS FAMILY), Pia Douwes, Uwe Kröger, gudrun, Tänzer

 

 

Bandopener (CHICAGO), Tänzer

All that Jazz” (CHICAGO), Pia Douwes, Tänzer

La cage aux Folles” (LA CAGE AUX FOLLES), Uwe Kröger, Tänzer

Life is just a bowl of Cherries” (FOSSE), Pia Douwes

Money, Money” (CABARET), Pia Douwes, Uwe Kröger

Du bist zeitlos für mich” (HAIRSPRAY), Uwe Kröger

Ich war noch niemal in Newe York Medley - (UDO JÜRGENS), gudrun

Killer Queen“ (WE WILL ROCK YOU) Pia Douwes, gudrun

Ich bin was ich bin” (LA CAGE AUX FOLLES), Uwe Kröger

Michael Kunze / Sylvester Levay Medley: GOTT; WARUM? / REBECCA / WIE KANN ES MÖGLICH SEIN? / GOLD VON DEN STERNEN / DER LETZTE TANZ / ICH GEHÖR NUR MIR / WENN ICH TANZEN WILL , Pia Douwes, Uwe Kröger, gudrun, Tänzer

 

 

 

 

 

 


 

 

Let's Do The Time Warp Again!


Richard O'Brien's The Rocky Horror Show

Theater Hof


Am 14. Februar 2015 feierte die Rocky Horror Show ihre Premiere in Hof.

Wie es sich für dieses Stück gehört, wurden bereits vor Vorstellungsbeginn im Foyer Mitmach-Utensilien verteilt und Anweisungen gegeben. Um die Illusion zu verstärken erfolgte die Einlasskontrolle durch die Darstellerinnen der Magenta (Cornelia Löhr) und Columbia (Susanna Mucha), welche später auch die Show stilecht in Form eine Kinovorführung eröffneten.

Die Story ist schnell erzählt. Die Verlobten Brad und Janet haben eine Autopanne und geraten auf der Flucht vor dem Unwetter und der Suche nach einem Telefon in das Schloss von Dr. Frank'n'Furter, welcher gerade in dieser Nacht eine seiner berüchtigten Soireen mit seinen seltsam anmutenden Mitbewohnern gibt und dabei auch noch seine neueste Schöpfung, den Muskelmann Rocky enthüllt. Das unschuldige junge Paar gerät in einen Strudel aus Sex, Horror und Rock'n'Roll.

 

 

 

 

Chris Murray (Riff-Raff), Julia Leinweber (Janet), Susanna Mucha (Columbia), Jörn Bregenzer (Brad),

Cornelia Löhr (Magenta), Ensemble

 

Foto: Harald Dietz / SFF Fotodesign, Hof

 

 

 

Diese Show lebt entscheidend von der Partizipation (dem Mitmachen) des Publikums. Und dies funktionierte zur Premiere in Hof ausgesprochen gut.

So hatte der Erzähler, Thomas Hary, es wirklich schwer. Er wurde ständig von „Langweilig“- und „Boring“- und ähnlichen Rufen unterbrochen - was ihm sichtlich Spaß bereitete.

Der „Regen“ aus unzähligen Wasserpistolen prasselte lange herunter, bevor Brad und Janet das Auto verließen. Bei den Hochzeitsszenen wurden Unmengen an Reis und Konfetti geworfen, sodass wohl jeder Besucher noch entsprechende Souvenirs in der Nacht daheim fand. Ebenso fanden unzählige Rollen Klopapier eine neue Verwendung an diesem Abend.

 

 

 

 

Chris Murray (Riff-Raff), Susanna Mucha (Columbia), Stefan Reil (Rocky), Léon van Leeuwenberg

(Dr. Frank’n’Furter), Cornelia Löhr (Magenta), Ensemble

 

Fotos: Harald Dietz / SFF Fotodesign, Hof

 

 

 

Die Kostüme und das Bühnenbild (beides von Annette Mahlendorf) orientieren sich stark an dem Kinofilm der 70er Jahre. Die Bühne selbst ist quasi eine große Filmrolle und es werden während der Vorstellung verschiedene Filmsequenzen live gezeigt.

In den Hauptrollen erleben wir Léon van Leeuwenberg, der als transsexueller Dr. Frank'n'Furter in Strapsen und High Heels über die Bühne stöckelt und Chris Murray, der als schrulliger Diener Riff Raff die Fäden im Hintergrund zieht, bis er am Schluss sein wahres Wesen und seine Macht demonstriert. Besonders Chris Murray überrascht das Publikum hier mit seiner Wandlungsfähigkeit - in Hof kennt man ihn bereits als Judas in Jesus Chris Superstar und Houdini im gleichnamigen Musical. Das junge Paar spielten Jörn Bregenzer als verklemmter Brad und Julia Leinweber, die die sittsame Janet zu einer Frau mit sexuellen Sehnsüchten heranwachsen lässt. Das schöne Retortenwesen Rocky, mit goldenem Körper und goldener Unterhose, wurde dargestellt von Stefan Reil, Jonathan Agar überzeugte mit seinem Kurzauftritt als Eddie und später als Dr. Scott.

Alle Darsteller hatten sichtlich Spaß an ihren Rollen und verkörperten diese mit tollen Stimmen und vollem Körpereinsatz.

So endete die Show in einer großen Party zwischen Publikum und Ensemble - mit Standing Ovations und zwei Zugaben.

Ein Mitmach-Abend der definitiv gute Laune schafft!

 


 

 

Best of Musical StarNights

 

Leipzig, 13.02.2015

 

 

 

Als vorletzte Station ihrer Tour präsentierte World Wide Event im Leipziger Gewandhaus funkelnde Sterne am Musicalhimmel. Durch das abendliche Programm entertainte Christian Peter Hauser. Er bewies massives astrologisches Fachwissen und stellte Vergleiche zwischen Sternenhimmel und fremden Galaxien in Bezug auf einzelne Musicals und Songs auf.

Das Publikum befand sich im -Planetarium- auf einer musikalischen Sternenreise, welche von der französischen Revolution („One Day more“) aus Le Miserable bis in die tiefe Wildnis Afrikas reichte („Hakuna Matata“) aus dem König der Löwen. Die Produktion stammt aus England, doch es wurden auch deutsche Stars unter den Künstlern gesichtet, so Tobias Bieri (der für einen verhinderten Kollegen die Tour übernahm). Mit seiner Interpretation des Riff Raffs konnte er beim „Time Warp“ die Zuschauer aus den Sesseln reißen.

Am Udo Jürgens Medley, aus dem Musical „Ich war noch niemals in New York“ lies der Applaus erkennen, dass dieser Künstler einen tiefen Platz auch im Herzen von vielen Musicalfans für immer haben wird und somit eine gute Programmauswahl war.

Ein finales Feuerwerk wurde nochmals entfacht mit Liedern aus dem - Abba - Musical („Waterloo“) und dem - Queen - Musical „We will rock you“.

Leider war die Musik vom Band, was den vielen guten Stimmen der Künster/innen nicht immer gerecht wurde.

Das Tanzensemble zeigte raffiniert choreographierte Darbietungen (Choreogafie Claire Cassidy) von steppenden Schornsteinfegern aus - Mary Poppins - bis schnurrend, schleichenden Katzen aus - Cats-

Über 250 Kostüme und ein abwechslungsreiches Maskenspiel sorgen für die Unterstreichung der einzelnen Charaktere. Besonders hervor traten liebevoll angefertigte Großstabpuppenkostüme von Timon und Pumba aus dem König der Löwen, welche die Darsteller singend und agierend führten und die grüne Hexe aus Oz.

Spezielle Lichteffekte u.a. die beleuchtete Showtreppe in den Farben der französischen Flagge ließen einzelne Szenen noch wirkungsvoller erscheinen.

Trotz wenigen Bühnenrequisiten, aber dank imposanten 3 D Projektionen setze die Show wirkungsvolle Effekte, z.B bei beim „Cell Block Tango“ aus dem Musical Chicago.

 

Zusammengefasst:

Ein rasant, interessanter Streifzug durch altbekannte und neuere Musicalsongs sowie beliebte Evergreens, welcher eingefleischte Fans in Erinnerungen schwelgen lässt und neuen Besuchern Appetitanregungen bietet, um ein Stück im Ganzen zu erleben.

 

S. Finger

 

 

 

Songauswahl

Teil 1

 

OU CAN`T STOP THE BEAT Hairspray

HAKUNA MATATA Der König der Löwen

CAN YOU FEEL THE LOVE TONIGHT Der König der Löwen

Medley: ES GRÜNT SO GRÜN May Fair Lady

ICH HÄTT`GETANZT HEUT`NACHT

BRINGT MICH PÜNKLICH ZUM ALTAR

TONIGHT West Side Story

AMERIKA West Side Story

TOTALE FINSTERNIS Tanz der Vampire

STEP IN TIME Mary Poppins

SUPERCALIFRAGILISTICEXPIALIDOCIOUS Mary Poppins

BEAUTY AND THE BEAST Die Schöne und das Biest

HOT HONEY RAG Chicago

BRING HIM HOME Les Miserables

I DREAMED A DREAM Les Miserables

ONE DAY MORE Les Miserables

 

 

Teil 2

JELLICAL BALL Cats

MEMORY Cats

PHANTOM OF THE OPERA Das Phantom der Oper

CELL BLOCK TANGO Chicago

STARLIGHT SEQUENCE Starlight Express

PINBALL WIZARD The Who`s Tommy

GOLD VON DEN STERNEN Mozart!

Medley: ABER BITTE MIT SAHNE Ich war noch niemals in New York

MIT 66 JAHREN

ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW York

TIME WARP The Rocky Horror Show

FREI UND SCHWERELOS Wicked - Die Hexen von Oz

WATERLOO Mamma Mia!

 

 

Cast

Markus Krenek, Anne- Katrin Böhm, Gerard McGrath, Linda Koprowski, John Henry, Sophie Phillips, Christopher Cameron, Megan King, Matt Pasmore, Francesca Benton- Stace, Christopher Black, Grace Erika, Tobias Bieri, Rebecca Lauren

 

 

Regie: Karl Davies

Musikalische Direktion: Charlotte Fane-Barnett

Choreografie: Claire Cassidy

Make Up. Teresa Chodorska

Kostüm: Martyna Chylinska

Sounddesign: Domenico Schneider

Lichtdesign / Videoprojektion: Martin Pech

Skript: Hubertus Röder

Technische Ausstattung: M - und Veranstaltungstechnik GmbH - Events

 

 

 


 

 

 

Sekretärinnen

 

Liederabend von Franz Wittenbrink

 

PREMIERE 31. Januar 2015

 

Musikalische Arrangements für die Musikalische Komöde von Frank Nowicky

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Acht singende Sekretärinnen, ein Bürobote, neun Musiker – ein Abend!

Ist die MuKo jetzt Gaga?

 

Die offene Werksatt zum Stück gibt einen Blick auf eine graue Bühne mit sterotypischen Büroeinrichtungen frei. Angekündigt wird, das diese Reveue, die eigentlich ein Liederabend ist, keine erklärende Dialoge benötigt und aufweist. Man ist neugierig, kann dies funktionieren?

 

Ja es kann!

 

Der Regieführenden Anna Eveans gelingt es, in Frank Schmutzler`s fabelhaft erbarmungswürdigem Bühnenbürograu, Augenblicke entstehen zu lassen, welche Einblicke in die Fluchtmomente der tippenden Zunft eines monotonen acht Stunden Arbeitsalltages geben.

Hinter die Fassade geschaut, werden durch akustische und optische Präsentation Wünsche, Träume und Sehnsüchte der Akteurinnen gezeichnet. Von den 70ern bis zur Neuzeit erklingen Lieder von Hildegard Knef, Katja Ebstein, Eros Ramazotti bis hin zu Lady Gaga.

Die einzelnen, gesanglich Agierenden treten dramaturgisch gekonnt aus der Szene hervor, Oliver Viehweg`s individuelle Kostüme unterstreichen dabei ihr Wesen. Die vielen wuselnden Blickfänge im Hintergrund wirken auf den ersten Blick dabei ein wenig unruhig, lassen aber auf den Zweiten immer wieder viele liebenswürdige klischeebeladene Details erkennen.

Kleine Accessoires möbeln die glatt polierten Schreibtische z. B durch Keksdosen, Bonsaibäume, Chucky die Mörderpuppe und Familienfotos optisch auf. Sie geben ihren Benutzerinnen damit gewollt persönliche Noten, die wirkliche keiner Dialoge bedürfen.

 

Zu den Charakteren

Einzeln sind sie schon toll, zusammen eine richtig schrullige Großraumbürofamilie, mit liebevollen Eigenschaften und Neigungen.

Sämtlich ausgespielte Emotionen werden erlebbar, von tragisch / komischen Szenen, wie der würdigen Beisetzung, der von Claudia Schütze erschossenen heißbegehrten Schreibmaschine ERIKA, welche im besamtet, bekreuzten Tragekoffer bestattet wird („Without you“ – Sabine Töpfer) bis zu sentimental, in freudiger Erwartung einer zeitnahen Niederkunft, ergreifenden Vortragsweise („Sind so kleine Hände“ - Anne-Kathrin Fischer).

 

Mit 16 hatte man noch Träume-, doch Rote Rosen regnet es für die übereifrige, noch vor dem Stück beginnende, Kaffeekochende und Flachmannliebende Sekretärin nicht, dafür umso mehr Zwischenapplaus für Sabine Töpfer`s mit aller Inbrunst gelebte Rockröhre, die diese gibt.

 

"Ein Schiff wird kommen"! Mit schmachtender Liebe für Seemänner mimt Carolin Masur eine rothaarige, griechische Schönheit, welche trotz orthopädischer Rückenprobleme, bei brüllend komischer Gesichtsakrobatik, gesanglich einwandfrei punktuell intoniert. Auch hier tragen Mitklatschmomente die Szene.

 

Heike Fischer, heimliche Dramagöttin des Abends. Die Seelenpein ihrer lyrischen Büropoetin nimmt man nicht nur durch dunkles Timbre ihrer Stimme, sondern auch durch ihr wunderbar eingefrorenes Mimenspiel wahr.

 

Publikumsliebling Angela Mehling zeigt, das auch eine akkurat bekleidete Bürodame, unter ihren Hüllen auf den zweiten Blick ein doch ängstliches Wesen haben kann. Sie ist aber "Zu geil für diese Welt" wie sie gekonnt betont, aber zur vollen Hochform läuft sie in ihrem Part des Gaga Songs "Bad Romance", stakato rappend, auf dem Schreibtisch stehend, auf.

Nora Lentner reiht sich als Krawattensammelnder, Männerfressender, immer durch scheinbaren Drogenkonsum verpeilter Vamp in den Büroalltag ein. Herrlich erfrischend „spielt“ sie sich zum unsichtbaren Chef nach oben, um am Ende dann doch wieder alles verpasst zu haben.

 

Der „Computer Nr. 3“ zeigt zwar den richtigen Boy, aber leider, trotz ausgefeilter, Beineschwingender Choreografie oder gerade deswegen, findet Verena Barth-Jurca nicht die richtige Intonation. Die Büroblondine kann sie dennoch mit naiv gespieltem Charme überzeugend in dieser Bürogemeinschaft geben.

 

Bei acht Sekretärinnen hat es der schüchterne Bürobote nicht leicht. Ihn begehren sie alle und fallen trotz Überwachungskamera regelmäßig über ihren "Casanova" her. Jeffery Krueger packt seine verführerischen Kenntnisse stimmlich souverän in

englisch- („It`s a man`s world“) und französischsprachige („Se bastase una canzone“) Songtexte, sein durchtrainierter Body tut das Übrige.

 

Interessante choreografische Leistungen erbrachte Corinna Dehne beispielsweise bei "The Typewritter", "Bad Romance" und "Respect" - es entstand ein stimmiges Zusammenspiel der einzelnen Charaktere in verschieden Interaktionen.

 

Durch Special-Effects, wie grell zuckende Blitze, laut beim Sterben explodierende Schreibmaschinen, aufleuchtende Startbildschirme mit original Modemgeräuschen oder leise klappernde Joghurtbecher wird die Wahrnehmung einzelner Momente noch verstärkt.

 

Die Musiker des MuKo Orchesters unter der Leitung von Susanne Fiedler begleiten rhythmisch den Büroalltag mit verschiedenen Genres. Arrangiert wurden die Nummern von Frank Nowicky. Der anhaltende Applaus am ausverkauften Premierenabend zeigt, dass dieses beim Publikum super ankommt.

 

Ja es funktioniert auch ohne den gesprochenen Dialog!

Die MuKO hat mit diesem Liederabend..........Entertainment auf höchst unterhaltsamem Niveau in ihr Repertoire eingegliedert.

Hingehen lohnt - Lachfalten garantiert!

 

 

S. Finger

 

 

 

 

Angela Mehling, Sabine Töpfer, Verena Barth-Jurca, Jeffery Krueger, Claudia Schütze, Anne-Kathrin Fischer & Carolin Masur

© Kirsten Nijhof

 

 

SONGLISTE

FÜR MICH SOLL`S ROTE ROSEN REGENEN - Hildegard Knef

THE TYPEWRITER Leroy Anderson

ICH BIN STARK Gitte Haenning / Nino de Angelis / Michael Kunze

ZU GEIL FÜR DIESE WELT Die Fantastischen Vier

SITTING ON THE DOCK OF THE BAY Ottis Redding

UNTERDRÜCKEN Nina Hagen

SIND SO KLEINE HÄNDE Bettina Wegner

ICH HABE EINE STARKE UND EINE SCHWACHE SEITE Fita Benkhoff

EIN SCHIFF WIRD KOMMEN Manos Hadjidakis / Fini Busch

DIAMONDS ARE GIRL`S BEST FRIEND Jule Styne / Leo Robin

BEI MIR BIST DU SCHÖN Sholom Secunda / Jacob Jacobs

ZUSAMMENLEBEN Mikis Theodorakis / Milva

FAHR MICH IN DIE FERNE Jacob Pfeil

AN DER SCHÖNEN BLAUEN DONAU Johann Strauß

TIPITIPITIN Mexikanisches Volkslied

ICH ZIEH MICH AN UND LANGSAM AUS Hildegard Knef

WENN DIE BESTE FREUNDIN Mischa Spoliansky / Marcellus Schiffer

DAS GLÜCK IS A VOGERL Karl Kratzl / Alexander von Biczo

DANN HEIRAT ` DOCH DEIN BÜRO Katja Ebstein

ICH BAU MIR EIN HAUS AUF EINER INSEL Katja Ebstein

EINE KLEINE SEHNSUCHT Friedrich Hollaender

SE BASTASSE UNA CANZONE Eros Ramazotti

PAUSE

THE TYPEWRITER Leroy Anderson

CASANOVA Heinz Gier / Kurt Feltz

BAD ROMANCE Nadir Khayat / Stefani Germanotta

I WANNA BE LOVED BY YOU Herbert Stothart

RESPECT Otis Redding

SCHWARZER PANTHER Mario Consiglio / Hans Werner

IN EINEM KÜHLEN GRUNDE Friedrich Glück / Joseph von Eichendorff

WHITOUT YOU Thomas Evans / Pete Ham

COMPUTER NR: 3 Christian Bruhn

HEY TRÄUME Maryla Rodowicz

IT`S A MAN`S WORLD James Brown / Betty Jean Newsome

 

Besetzung

Sekretärinnen: Verena Barth-Jurca, Anne-Kathrin Fischer, Heike Fischer, Nora Lentner, Carolin Masur

Angela Mehling, Claudia Schütze, Sabine Töpfer

 

Bürobote:, Jeffery Krueger

Musikalische Leitung: Susanne Fiedler

Inszenierung: Anna Evans

Bühne: Frank Schmutzler

Kostüme: Oliver Viehweg

Choreografie: Corinna Dehne

Dramaturgie: Christian Geltinger

 

Orchester der Musikalischen Komödie

 

Nächste Termine:

Sonntag, 01.02. 2015, 15:00; Samstag, 07.02.2015, 19:00 ;

Sonntag, 08.02.2015, 15:00; Freitag, 20.02.2015, 19:30; Samstag, 07.03.2015, 19:00;

Sonntag, 08.03.2015, 15:00; Samstag, 02.05.2015, 19:00; Sonntag, 03.05.2015, 15:00

 

 


 

CHESS – Das Musical

Pforzheim - Premiere 31.12.2014

 

Meran, 1966, Schachweltmeisterschaft: Der Amerikaner Frederick Trumper versucht, seinen Titel zu verteidigen. In seiner Skandalsucht und seinem Hass auf die Russen beleidigt er seinen Gegner Anatoly Sergievsky öffentlich und die angespannte Athmosphäre gipfelt in seinem Abbruch der ersten Partie. Seine Assistentin und Freundin, die in Ungarn geborene Engländerin Florence Vassy, organisiert ein geheimes Treffen zwischen den beiden Kontrahenten, damit die Partie zu Ende gespielt werden kann. Da Trumper sich verspätet, kommt es zu einer romatischen Begegnung zwischen Florence und Anatoly, bis Frederick doch noch erscheint. Er rastet aus und gibt Florence die Schuld an seinem schlechten Spiel. Letztlich verliert er seinen Titel und seine Freundin. Florence und Anatoly werden ein Liebespaar. Da Anatoly in Russland nicht mehr glücklich ist, flieht er gemeinsam mit Florence und lässt seine Frau in Russland zurück.

Bangkok, 1967: Frederick Trumper ist nun Berichterstatter von der Schachweltmeisterschaft. Es kommt zu einem erneuten Treffen mit seinem letztjährigen Kontrahenten, Anatoly Sergievsky, welcher nun für die USA antritt und seinen Titel verteidigen will. Begleitet wird dieser nun von Florence Vassy. Die Situation spitzt sich zu, als Sergievsky's Ehefrau Svetlana eingeflogen wird und der KGB anbietet, bei einer Niederlage Sergievskys den Vater von Florence aus russischer Gefangenschaft zu entlassen. Letztlich schlägt Frederick sich auf die Seite seines größten Feindes Anatoly, da seine einzig wahre Liebe dem Schach gilt und er vermeiden will, dass Mittelmaß siegt.

 

Die beiden Gegner Frederick Trumper und Anatoly Sergievsky werden verkörpert von Chris Murray und Andrea M. Pagani. Chris Murray zeigt einen egoistischen, selbstverliebten, vollkommen von sich überzeugten Widerling, der es dem Publikum schwer macht, ihn zu mögen. Bis er an den Punkt kommt, als Florence ihn verlässt und er mit „Arm ist das Kind“ einen Blick in die Abgründe seiner Seele ermöglicht. In diesem Song zeigt sich die Zerrissenheit von Frederick, man erfährt von der unglücklichen Kindheit, geprägt durch einen Mangel an Liebe und Zuneigung und versteht, warum aus dem armen Kind dieser eiskalte Mann geworden ist. Im Laufe des Songs steigert sich Chris Murray von der Rolle des zu Bemitleidenden in eine Aggression, in der er alle Wut auf die Ungerechtigkeit der Welt heraus lässt. Chris Murray glänzt in dieser Rolle sowohl stimmlich als auch schauspielerisch.

Sein Gegenspieler ist ein völlig gegesätzlicher Charakter. Andrea M. Pagani verleiht Anatoly ein ruhiges, zurückhaltendes Wesen. Er zeigt deutlich, dass ihm die Machtkämpfe zwischen Ost und West zuwider sind und er nur die Menschen sieht, welcher Nationatität sie auch angehören. In seinem Solo am Ende des 1. Aktes sinniert er stimmgewaltig und voller Gefühl über sein Heimatland und entlässt ein ergriffenes Publikum in die Pause.

Florence Vassy wird dargestellt von Femke Soetenga. Sie harmoniert stimmlich und schauspielerisch perfekt mit den beiden Männern. Sie ist zu Beginn die starke Frau an der Seite von Frederick und ihm absolut ebenbürtig, vor allem, als die beiden sich gemeinsam über die negative Presse amüsieren. Sie steht hundertprozentig hinter ihrem Liebhaber - bis sie einen anderen Mann trifft und spürt, dass es nicht immer nur um Macht und Politik und Siegen geht. Trotz ihrer negativen Erfahrungen hofft sie darauf, dass Anatloy immer zu ihr steht und wird am Ende doch wieder verlassen.

Als Svetlana Sergievsky ist Yvonne Luithlen zu sehen. Sie holt das Maximale aus dieser relativ kleinen Rolle heraus und überzeugt sowohl mit ihrem Solo als auch im Duett mit Femke Soetenga.

Nicht zu vergessen sind auch Klaus Gerber als Alexander Molokov, Aykan Aydin als Walter de Courcy und Benjamin Savoie als Arbiter. Sie alle liefern eine überzeugende und stimmlich perfekte Interpretation ab.

 

Chess ist viel mehr als ein Musical über Schach! Es ist eine Geschichte über Liebe, Intrigen und Politik - verpackt in den Ost-West-Konflikt des Kalten Krieges - mit ohrwurmverdächtiger Musik und einem tollen Ensemble.

 

 

 

Klaus Geber (Alexander Molokov), Andrea M. Pagani (Anatoly Sergievsky), Benjamin Savoie (Arbiter), Aykan Aydin (Walter de Courcy), Chris Murray (Frederick Trumper) und Femke Soetenga (Florence Vassy), von links

 

Foto: Sabine Haymann

 

 

 

Chris Murray (Frederick Trumper), Femke Soetenga (Florence Vassy) und Andrea M. Pagani (Anatoly Sergievsky), von links

Foto: Sabine Haymann

 


 

 

 

"An Evening In Dezember“

 

 

 

 

Das ganz besondere Weihnachtskonzert

 

 

 

 


 

 

Wie schon im letzten Jahr lud Heartmade Productions zu einem besonderen Abend in die Markuskirche Chemnitz ein – und es wurde ein ganz besonderer Abend, mit besonderen Gästen.

 

 

 

 

Martina Kommissartschik am Flügel, Maike Switzer, Judith Lefeber, Zodwa Selele, Volkan Baydar und Christian Alexander Müller sorgten für einen rundum gelungenen Abend mit bekannten und weniger bekannten Melodien.

 


 

 

Titelliste:

 

 

 

 

I`ll be home for christmas
Take me to heaven
Kleiner weißer Schneemann
Oh holy night
Someday at christmas
Xmas/ War is over
I am changing
When i first saw you
Gott sieht uns zu
Better than i
Someone like you
Endlich sehe ich das Licht
For good
Wer kann schon ohne Liebe sein

 

 

 

 

PAUSE

 

 

 

 

Eine neue Welt
Wiegenlied zur Weihnacht
Das alles gäb ich her
Everything must change
Aradim
Save the best for last
Vivo per lei
Somewhere over the rainbow
Du liebst wen du liebst
Wenn ich sing
Christmas Medley:

 

 

 

 

Leise rieselt der Schnee

 

 

 

 

Rudolf
The christmas song
Stille Nacht

 


Nadine Wagner und Christian Alexander Müller von Heartmade Productions haben einen Abend gezaubert der das Publikum verzaubert und perfekt auf die Weihnachtstage eingestimmt hat. Dafür gab es am Ende stehende Ovationen.

 

 

 

 

Wir freuen uns schon sehr auf das nächsten Heartmade-Konzerte !

 


27.03.2015 - 20:00 Uhr & 29.03.2015 – 18:00 Uhr

 

 

 

 

Solokonzert Christian Alexander Müller „Feels Like Home“ im Chemnitzer Kabarett

 


Sylvia Baierl

 

 

 


 

 

 

CASANOVA

 

 

Musical in drei Akten

Musik von Stephan Kanyar

Buch und Gesangstexte von Andreas Hillger

Anhaltinisches Theater Dessau

 

Nachtrag - Castwechsel

 

 

 

 

 

Am 20.11.2014 übernahm Chris Murray die Rolle des an diesem Tag verhinderten Patrick Stanke. Zwei unterschiedliche Persönlichkeiten für eine Charakterrolle - den Frauenversteher Casanova.

An diesem Abend wird Im Theater erlebbar, dass sich das Stück seit seiner Uraufführung in der vergangenen Spielzeit positiv weiterentwickelt hat. Murray fügt sich mit seiner Art der Darstellung des Casanovas sehr gut in das Dessauer Ensemble ein.

 

Entschlossen, Mantel und Degen schwingend (Was kostet die Welt), fällt ihm die lüsternde Damenwelt zu Füßen, sein Giacomo ist ein Genießer.

Gesang und Minenspiel zeichnen Murrays Unverwechselbarkeit und lassen ausdrucksstarke Gänsehautmomente entstehen. Besonders im Duett mit Henriette (Roberta Valentini) - die Stimmfarben beider Akteure finden in Harmonie zueinander und spiegeln dies im Bühnenspiel wieder.

Konditionell gut in Form, zeigt er vollen Körpereinsatz in den Fechtszenen und beim Erklimmen der Gefängnismauern - seine Spielfreude wird spürbar.

Die Sterbeszene am Ende des zweiten Aktes erinnert ein wenig an die des Friedrich dem Großen. Aber auch das ist eine Murraysche Stärke: Emotionen auch in der Stille zu greifen.

 

Zusammengefasst:

Auch dieser Casanova steht dem Theater Dessau gut zu Gesicht!

Nächster geplanter Spieltermin für Murrays Casanova: 30.04.2015.

 

Autor: S.F.

 

 

 

 


 


 

Zum 6. Mal wurde es „Spürbar“ im Theater Pforzheim - A Night With Femke And Chris


 

Diesmal in Form eines Duett-Konzertes mit den beiden Hauptprotagonisten aus dem Pforzheimer Kassenschlager „Dracula“ und dem an Silvester Premiere feiernden „Chess“ - Femke Soetenga und Chris Murray.

 

Am Freitag, den 14. November 2014 öffnete das Theater Pforzheim seine Türen erneut für ein „Spürbar“-Konzert – bereits das vierte Konzert dieser Art mit der Beteiligung von Femke Soetenga und Chris Murray.

 

Diesmal durften die Zuschauer im Vorfeld Fragen an das Theater senden, um den Abend besonders „spürbar“ zu machen – denn eine zufällige Auswahl dieser Fragen wurde von Femke und Chris im Verlauf des Konzerts beantwortet. So erfuhren wir u.a., dass Femke gern zum Fernsehen gehen würde und Chris kürzlich Heino in der Bahn begegnet ist.

 

Im Vordergrund stand jedoch natürlich das musikalische Programm. Hier gab es einen Rückblick in Dracula's blutiges Leben mit „Je länger ich lebe“ von Chris und „Ich leb nur weil es dich gibt“ als Duett – auf spontane Veranlassung von Chris und zu Femkes Überraschung in Englischer Version. Außerdem diente das Konzert als Vorausschau auf die diesjährige Silvester-Premiere von „Chess“. So eröffnete Chris das Konzert stimmgewaltig mit „Rock-Merano“ und überraschte später gemeinsam mit Femke im Frauenduett „I know him so well“ als Svetlana Sergievsky.

 

Wie gut Femke und Chris stimmlich miteinander harmonieren konnte man auch in den Duetten „Jung, schön und geliebt“ (Evita), „Gefährliches Spiel“ (Jekyll & Hyde) und „Dunkel der Welt“ (Aida) erkennen.

 

Insgesamt war die Songauswahl sehr interessant und abwechslungsreich. So gab es wunderschöne gefühlvolle Balladen wie „Radames' Brief“ (Aida), „Zauberwelt“ (Houdini) und „Mädchen von früher“ (Scarlet Pimpernel), die die Vielseitigkeit von Chris zeigten sowie das weitestgehend unbekannte, obwohl besonders schöne „Inspiratie“ (Joe) von Femke. Stimmung ins Publikum brachten schwungvolle Nummern wie „Der Sieger hat die Wahl“ (Mamma Mia) und Ina Müller's Song „Schuhe“ - beides mit Augenzwinkern gesungen von Femke.

 

Ein besonderes Highlight war die Konfrontation zwischen Jesus und Judas in „Last supper“ (Jesus Christ Superstar) – grandios zweistimmig intoniert von Chris. Diese stimmliche und schauspielerische Meisterleistung sorgte für spontane Standing Ovations im Saal.

 

Das Publikum war derart begeistert von der Leistung der beiden Künstler, dass das Konzert noch ewig hätte weitergehen können und sie mit Standing Ovations zwei Zugaben einforderten - „We will rock you“ und „Jamaica Farewell“.

 

Da die Zuschauer einfach nicht loslassen wollte, gab es im Anschluss an das Konzert noch eine Autogrammstunde im Foyer für die ganz „spürbaren“ Momente.

 

Es bleibt zu hoffen, dass die „Spürbar“-Konzerte eine Fortführung erfahren.


 

 


 


 



 

Mamma Mia! Berlin-Premiere Roter Teppich

 

26. Oktober 2014 - Theater des Westens Berlin

 

 

 

 

 


Premiere, 25. Oktober 2014

Im Weissen Rössl

 

 

Singspiel in drei Akten

 

Musik von Ralph Benatzky

Text von Hans Müller und Erik Charell /

nach dem Lustspiel von Oskar Blumenthal und Gustav Kadelburg

 

 

Foto © Tom Schulze / Musikalische Komödie

 

 

 

Das Rössl wiehert wieder! Weiss und voller Swing fliegt es über die Bretter der MuKo-Bühne. Diese erfrischende Inszenierung von Volker Vogel macht Lust auf Bergwanderungen und die tiefblauen Wellen des Wolfgangssees, welche sonnenbestrahlt zum Reisezauber einladen.

 

Zum Stückinhalt

Hauptsaison im weissen Rössl, die Sonne lacht, der Wolfgangsee funkelt strahlenblau, der Reisezauber blüht – schöne heile Welt. Doch der verliebte Zahlkellner Leopold hat nur Augen für die Rösslwirtin Josepha Vogelhuber., diese wiederum versucht das Herz ihres Gastes Dr. Siedlers zu gewinnen, welcher aber seine Augen schon an Otilie, die Tochter des Textilfabrikantenbesitzers Wilhelm Gieseke geheftet hat. Turbulenzen vorprogrammiert! Als auch noch Siegesmund, seinerseits seines Zeichens Sohn von Siedlers Mandanten Sülzkeimers auftaucht, frisch verliebt in die neue Reisbekanntschaft Klärchen, ist das Chaos perfekt. Verkupplungsgeschäfte via "vorne oder hinten zu knöppen" werden ausgehandelt, wer darf wen lieben und die Ankunft des Kaisers macht die Frage auch nicht einfacher : Wird Leopold doch noch engagiert als - Lebemann auf Ehezeit -?

 

Szeneneinblicke aus der Premiere

Nora Lentner, die wohl jüngste Rösslwirtin der MuKo, agiert bezaubernd, mit klarer, ausdrucksstarker Stimme. Perfekt. Trotz Flirtanfällen, gerichtet an besagten Dr. Siedler behält sie in der gastronomischen Alltagshektik die Zügel fest in der Hand. Doch als Leopold ihr seine Liebe gesteht "Einmal nur, ach bittschön einmal nur" entlässt sie diesen mit schlagenden Argumenten.

Andreas Rainer, als Leopold Brandmeyer, wie gewohnt voll in seinem spielerischem Element singt er sich mit Wiener Schmäh, und herrlichem Tenor nicht nur in das Herz der Rösslwirtin, sondern direkt in die Herzen des Publikums. Rainers Können überzeugt in sämtlichen Emotionen. Leidend schmachtend „Es mus was Wunderbares sein“, wütend, oder entschlossen "Zuschaun kann i net" Zurecht belohnt durch wiederkehrenden, begeisterten Zwischenapplaus des Publikums.


 

Volker Vogel, brilliert mit wahrer Spielfreude als Wilhelm Gieseke. Auf den Punkt ist seine Situationskomik mit Ur Berliner Schnautze, dem der Müggelsee lieber ist, -jawoll er ist ihm lieber-! Kurze Lederhosen, Aalbeck liebend und murrend-grummlig zeichnet er seine Figur so wunderbar natürlich, und symphatisch.


 

Dr. Otto Siedler, Radowslwa Rydlewski , allseits im Kampf gegen Hemdhose vorne zu knöppen, widersetzt sich den Wünschen des Textilfabrikantenbesitzers Gieseke und verkuppelt sich selbst, statt Sülzheimer mit Ottilie (Lilli Wünscher). Beide geben ein spritzig, erfrischend dynamisches, gesangliches Duett "Mein Liebeslied muss ein Walzer sein". Begleitet von einer riesigen, tanzenden Tasse Wiener Melange mit Schlagobers. Was für ein Hingucker!


 

Fabian Egli „Was kann der Siegesmund dafür das er so schön ist“ beweist mit der Darstellung seines Siegesmund Sülzheimers Mut zur eigenen Persönlichkeit. Mit Glatze und stilvoll im Herrenbadeanzug versucht er die Liebe des schüchernen Klärchens (Verena Barth- Jurca) für sich zu gewinnen.. Ein Bravo für Jurca, die ihre Rolle, konsequent lispelnd, durch den gesamten Abend zieht. Wie einst schon B. Baumann und A.K.Fischer, ein perfekt besetztes Buffopaar für diese Rollen.


 

Michael Raschle - das schaff ich schon, das schaff ich schon-, glaubhaft liebevoll spielt und singt er den sparsamen Professor Dr. Hinzelmann, den nichts aufregt, und der das Leben in vollen Zügen oder in kleinen Bimmelbahnen, dann auch genießen kann.


 

Kaiser Franz Josef (Milko Milev), der die Rösslwirtin in –Herzensaffären versteht. Schließlich ist man Kaiser, und nur a Mensch. Man stimmt melancholische Töne an „Es ist einmal im Leben so, allen geht es ebenso“. Diese treffen nicht nur die Rösslwirtin mitten ins Herz, sie lassen auch so manchen Zuschauer zum Taschentuch greifen.

Das Ballett der Musikalischen Komödie untermalt viele Szenen visuell. So z.B. "Himmelblau" mit Enzianblüten behüteten Köpfen wiegen es sich im Takt der Musik mit federleichten Sprüngen und unterstreicht somit tänzerisch ausdrucksvoll die Stärke des Moments. Wunderbare Choreografie von Susanne Kirnbauer, Leiterin des Ballettes der Wiener Staatsoper, welche die MuKo für das Stück engagieren konnte. In Chorszenen wie "Im Salzkammergut" zeigen sie, dass sie ebenso die Kunst des Schuhplattelns beherrschen, und man im Salzkammergut gut lustig sein kann. Der Chor der musikalischen Komödie reiht sich in dieTänze gekonnt ein. Zusammen entsteht für den Zuschauer, sowohl gesanglich als auch optisch, ein Bild voller Lebensfreude. Dieses kommt sehr gut an.

 

 

Foto © Tom Schulze / Musikalische Komödie

 

 

Zum Bühnenbild

Der Gasthof weisses Rößel bemalt auf Wände, dessen Fenster sich aufklappen lassen, wirkt wie ein aufklappbareres Märchenbuch, das zum gemütlichen Verweilen einlädt. Man erwartet geradezu den singenden Zahlkellner Leopold, der vom Schnürlregen, seinem Liebesleid und alten Paprikahühnern parliert.

Ein Lob an den Bühnenbildner (Alexander Mudlagk), die ausgewählte 3D Optik versetzt hier eindrucksvoll Berge.

Mit Bergen wurde es übrigens gut gemeint. Man kann sie besteigen, bejodeln und sich hinter ihnen verstecken. Ob es aber Sinn macht dazu einen überdimensionalen Hut, ähm Verzeihung Berg, ständig durch`s Bild zu schieben, um ihn in einzelne Szenen einzupassen - darüber lässt sich streiten.

 

Musikalisch führte der neue Erste Kapellmeister Tobias Engeli, in seiner ersten Einstudierung von Walzermelodien bis hin zum Radetzky-Marsch, die Musiker der MuKo schwungvoll durch den Abend.

 

 

Zusammenfassend: Spaß und Spielfreude in einer Kulisse von nickenden Pferdeköpfen und pullernden Engeln überträgt sich spielend auf das Publikum. Und so soll es ja auch sein "Im weissen Rössl am Wolfgangsee"

Und wenn nicht gerade Dr. Siedler das Balkonzimmer besetzt, gibt es sicherlich noch Platzkapazitäten an Zimmern, äh Plätzen im Theater. ;)

 

 

Abschließend möchte sich das Redaktionsteam den zur Premierenfeier gesprochenen Worten des Betriebsdirektors Torsten Roses anschließen und Mathias Paarsch, welcher seit 30 Jahren Mitglied im Chor der Musikalischen Komödie ist und zum Aufführungszeitpunkt im Krankenhaus verweilte, alles Gute wünschen. Wir denken an ihn und senden viel Kraft.

 

 

Sabine Finger

 

 

Foto © Tom Schulze / Musikalische Komödie

 

 

Weitere Spieltermine:

22.11.2014 19:00

23.11.2014 15:00

25.11.2014 19:30

25.12.2014 18:00

21.03.2015 19:00

22.03.2015 15:00

04.05.2015 19:00

05.04.2015 15:00

 

Besetzung am Premierenabend

Josepha Vogelhuber Nora Lentner, Leopold Brandmeyer Andreas Rainer, Wilhelm Gieseke Volker Vogel, Ottilie Lilli Wünscher, Dr. Otto Siedler Radowslw Rydlewski, Sigesmund Sülzheimer Fabian Egli, Proffesor Dr. Hinzelmann Michael Raschle, Klärchen Verrene Barth-Jurca, Kaiser Fran Josef Milko Milev, Bürgermeister Georg Führer, Oberförster Stefon Dittko, Lehrer Tobias Latte, Fräulein Weghalter Konstanze Haupt, Kellner Franz Samuell Hoppe, Reiseführer Roland Otto, Kathi Briefträgerin Heike Fischer, Hotelier Post Jens Lützner, Hotelier Wilder Mann Uwe Strötzel, Hotelier Alpenrose Holger Mauersberger, Kellenerin beim Heurigen Martina Wugk-Kratz, Piccola Sven Wieckhorst (Kinderchor Oper Leipzig)

 

Chor der Musikalischen Komödie

Ballett der Musikalischen Komödie

 

Musikalische Leitung Tobias Engeli

Inszenierung Volker Vogel

Bühne, Kostüme Alexander Madlagk

Choreografie Susanne Kirnbauer

Choreinstudierung Mathias Drechsler

Dramaturgie Susanne Mangold


 

 


 

How to succeed in Business without really Trying

Musical von Frank Loesser

Staatsoper Hannover

25.10.2014

 

Sehr bekannt ist der amerikanische Traum „Vom Tellerwäscher zum Millionär“... oder wie in diesem Fall „vom Fensterputzer zum Konzernchef“. Wie das geht, erlebten wir sehr eindrucksvoll und vergnüglich am Premierenabend im Opernhaus Hannover.

 

Der Fensterputzer J. Pierrepont Finch (Matthias Schlung) erklettert mit Hilfe des Ratgebers „How to succeed in Business Without really trying“ die Karriereleiter.

Wie ihm sein Ratgeber empfiehlt, bewirbt er sich bei einem großen Konzern, der WWW- World Wide Woppel Company und bekommt eine Job in der Poststelle.Von dort aus kann er seinen Aufstieg planen. Schon bei der ersten Begegnung verliebt sich die Sekretärin Rosemary Pilkington (Lisa Antoni) in ihn.

Als die Stelle des Poststellenleiters frei wird und Finch diesen Job zu Gunsten des Neffen von Firmenchef J.B. Biggley (Roland Wagenführer) ausschlägt, erhält er wegen seiner Bescheidenheit eine Beförderung in die Abteilung Planung und Systeme. Mit Geschick, List und seinem treuen Ratgeber schafft es Finch bis zum Werbechef – dem Schleudersitz der Firma. Auf Anraten seines Ratgebers kann er das Konzept eines Kollegen und Neffe des Firmenchefs Bud Frump (Daniel Drewes) durchsetzen und eine Fernsehshow mit Schatzsuche ( der Schatz 50.000 Aktien der Firma, die in den Firmengebäuden versteckt sind) veranstalten. Doch die Sache gerät aus den Fugen. Das Schatzmädchen, und gleichzeitig Geliebte der Firmenchefs, Hedy Larue (Natacza Soozie Boon) plaudert das Versteck in der Show aus …. Finch droht nach diesem Desaster die Entlassung...

 

 

Heiter-bissig und sehr unterhaltsam erlebten wir das Musical von Frank Loesser aus dem Jahre 1962, welches schon am Broadway ein echter Publikumsmagnet war.

Besonders das Kreativteam um Reggisseur Matthias Davids ist hier hervorzuheben. Mit Liebe zum Detail und gewürzt mit etwas Satire wird das Publikum in die World Wide Woppel Company entführt.

Mathias Fischer-Dieskau baute dafür das Bühnenbild:

 

 

 

 

 

ein riesiges Bürofenster lässt sich zügig und durch wenige Versatzstücke und rollendes Mobiliar in ein Großraumbüro, einen Flur mit Liften, einen Raum für Meetings, das Chefbüro und sogar in den Waschraum der Vorstandstoilette verwandeln. Unterstützt wird die Szenerie durch die passenden Kostüme der 60er Jahre, entworfen von Judith Peter und die 3D- Projektionen an der Rückwand.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die musikalische Leitung lag bei Joseph R. Olefirowicz. Der typisch amerikanische Sound wurde schon von den ersten Klängen an klar. Die Spielfreude des Orchesters übertrug sich rasch auf das Publikum.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Matthias Schlung als Finch erinnerte mich sehr an Fred Astaire, elegant zeigt er seine Tanzszenen. Gesanglich und schauspielerisch war es eine Freude ihm zuzuhören und sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Rolle der Rosemary sehr überzeugend Lisa Antoni. Amüsant stellt sie den Traum der Frauen der 60er Jahre dar, einen Mann zu ergattern (am besten den Chef) und alles aufzugeben für ein Häuschen im Grünen. „Gern halt ich ihm sei Essen warm“ singt sie mit ihrer unverwechselbar sanften und warmen Stimme und lässt uns an ihrem Traum von der großen Liebe teil haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sehr komödiantisch Daniel Drewes, als Neffe vom Chef, der nur eins will und das ganz nach oben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das typische Männerbild einer Sekretärin wird von Natacza Soozie Boon dargestellt, die etwas naive und mit Reizen nicht geizende Geliebte des Chefs Hedy Larue. Ihr Piepsstimme unterstützt die Naivität der Rolle sehr.

 

 

 

 

 

 

 

 

Roland Wagenführer verleiht mit seiner kräftigen Stimme dem Firmenchef J.B. Biggley Charisma. Entzückend stellt er seine kleinen Schwächen zu Schau.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Rolle der Chefsekretärin wird sehr witzig von Bettina Menske ausgefüllt. Mit schöner Stimme und tadellos Mareike Morr als Smitty.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Atemberaubend waren die Tanzszenen des hervorragenden Balletts (Choreographie: Melissa King).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Klanglich in die 60er Jahre versetzt der Chor der Staatsoper Hannover, was man sehr eindrücklich

 

 

 

 

 

 

 

u.a. bei der witzigen Kaffeepause ohne Kaffee erleben darf.

 

 

 

 

 

 

 

Begeistert gab es dann am Ende standing ovations und minutenlangen Applaus für eine rundum gelungene Vorstellung, bei der wohl Alle sehr viel Spaß hatten.

 

 

 

 

 

 

 

S.B.

 

 

 

TERMINE

25.11.14

Di

19:30

 

04.12.14

Do

19:30

 

31.12.14

Mi

19:30

 

18.01.15

So

18:30

 

21.01.15

Mi

19:30

 

04.02.15

Mi

19:30

 

13.03.15

Fr

19:30

 

05.04.15

So

18:30

 

19.04.15

So

18:30

 

17.05.15

So

16:00

 

22.05.15

Fr

19:30

 

 

 

 


 

 

Ein fesselndes Musical - Der große Houdini in Hof

Premiere 24.10.2014


Der Vorhang öffnet sich und von der Decke hängt ein Mann, kopfüber in Zwangsjacke - der große Houdini!

So beginnt das Musical über den „König der Handschellen“. Dann gehen wir zurück zur Kindheit eines der größten Zauberkünstler überhaupt. Wir sehen, wie der junge Ehrich Weiss mit kleinen Tricks Geld verdient, um sich, seine geliebte Mutter sowie seine Brüder Dash und Leopold über Wasser zu halten, nachdem der Vater die Familie verlassen hat. Mit Dash geht er später zum Zirkus und lernt dort seine zukünftige Ehefau Bess kennen und lieben. Gemeinsam verdienen sie ihr Geld u.a. mit Wahrsagerei, bis der Theatermanager Martin Beck auf Houdini's Handschellentricks aufmerksam wird und ihm Auftritte sowie sogar eine Europatournee organisiert. Nun kann Harry endlich das Versprechen gegenüber seiner Mutter erfüllen und ihr Goldstücke zu Füßen legen.

Zwischenzeitlich holt ihn immer wieder die Vergangenheit ein in Gestalt des Abschied nehmenden Vaters. Mit der Zeit werden die Entfesselungstricks immer spektakulärer und lebensbedrohlicher. So sehen wir Houdini, der gefesselt kopfüber in ein Wasserbassin hinabgelassen wird oder sich zum Beweis, dass keine Schlüssel an seinem Körper versteckt sind, nahezu nackt fesseln lässt.

Der unerwartete Tod seiner geliebten Mutter stürzt Houdini in eine depressive Phase und stellt eine starke Belastungsprobe für seine Ehe dar. Aber Bess bleibt bei ihm, selbst als er sich auf eine Affäre mit der Wahrsagerin Madame Charmian einlässt. Obwohl er Wahrsagerei immer für faulen Zauber hielt, gelingt es Madame Charmian durch einen Trick, Harry für sich einzunehmen.

Am Ende verliert er sein Leben durch eine private Wette. Zeit seines Lebens bewies er die Kraft seiner Bauchmuskulatur, indem er jeden einlud, ihn so heftig wie möglich in den Bauch zu schlagen. Das letzte Mal endete dies jedoch aufgrund einer vorliegenden Blinddarmreizung tödlich.

 

 

 

Chris Murray (Harry Houdini) und Ensemble

Foto: Harald Dietz / SFF Fotodesign, Hof

 

 

 

Harry Houdini (Ehrich Weiss) wird überzeugend verkörpert von Chris Murray.

Ob in den ruhigen, lieblichen Szenen, wie der ersten Begegnung mit der zukünftigen Mrs. Houdini (Zauberwelt), mit viel Witz beim Entfernen aller morbiden Einrichtungsgegenstände, gefühlvoll und verletzlich oder auch energisch, aggressiv und immer voller Ehrgeiz - Murray überzeugt in jeder Szene mit der Vielfältigkeit seines Spiels und der Wandelbarkeit seiner Stimme.

Besonders atemberaubend ist es, wenn er mit Ketten gefesselt, kopfüber von der Bühnendecke hängt und mit kraftvoller Stimme „Nichts hält mich auf“ intoniert.

 

 

 

Chris Murray (Harry Houdini)

 

Foto: Harald Dietz / SFF Fotodesign, Hof

 

 

 

Neben ihm und immer ein bisschen in seinem Schatten steht sein Bruder Dash, gespielt von Christian Venzke. Die beiden harmonieren perfekt miteinander. Venzke verkörpert glaubhaft den großen Bruder, der immer alles zum Wohl seiner Familie tut und sein eigenes Glück vor allem hinter den Erfolg von Harry zurückstellt. Bess Houdini wird dargestellt von Cornelia Löhr. Sie verleiht Mrs. Houdini ein zartes, zurückhaltendes Wesen und zeichnet eine Frau, die in ihrer Ehe unzufrieden ist und immer hinter der Karriere ihres Mannes zurückstehen muss, es aber trotzdem nie schafft, sich zu emanzipieren.

In den weiteren Rollen sehen wir Janelle Groos und Karsten Jesgarz als die Eltern, Cecilie und Samuel Weiss sowie Stefanie Rhaue als Madame Charmian.

 

 

 

 

Andreas Bühring (Elian Weiss), Christian Venzke (Dash Weiss), Chris Murray (Harry Houdini), Janelle Groos (Cecilie Weiss),

Cornelia Löhr (Bess Houdini), Karsten Jesgarz (Samuel Weiss) und Ensemble

 

Foto: Harald Dietz / SFF Fotodesign, Hof

 

 

Der Große Houdini ist ein zauberhaftes Märchen mit entfesselnden Augenblicken und wunderschönen Melodien. Auch wenn es biografisch nicht vollkommen dem Leben des wahren Harry Houdini entspricht, so bleibt doch ein kurzweiliger Abend mit tollen Künstlern, wunderbaren Stimmen und großem Live-Orchester.

 

 

 

 

 


 

The WYLD - Premiere Roter Teppich

23. Oktober 2014 - Driedrichstadtpalast Berlin

 

 

 

 

 

 


 

 

 

LINZ/ Musiktheater: Les Misérables . Premiere am 27.9.2014

 

 

 

Musical von Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg nach dem Roman von Victor Hugo; Originalbuch von Alain Boublil und Jean-Marc Natel, Gesangstexte von Herbert Kretzmer, Zusätzliches Material von James Fenton, Orchestrierung von John Cameron

 

 

 

Deutsch von Heinz Rudolf Kunze

 

 

 

Bilder: Barbara Palfy

 

 

 

 

 

 

Das auf dem Roman von Victor Hugo basierende Musical, wurde nach seiner Uraufführung 1980 schnell zum Erfolg.Seither läuft es ununterbrochene 29 Jahre auf Londoner Bühnen und hatte 60 Millionen Besucher in 38 Ländern. Die deutschsprachige Erstaufführung fand am 15. September 1988 im Raimundtheater Wien statt.

 

 

 

20 Jahre, rund 30 Charaktere, mehrere Handlungsstränge und Großereignisse wie die Pariser Revolution von 1832 in eine dramatische Einheit und zumutbare Aufführungsdauer unterzubringen ist eine gewaltige Herausforderung für Regie und Ausstattung. Mit viel Gefühl und wenig Kitsch inszeniert Matthias Davids das fast 3stündige Musical und wurde dramaturgisch von Arne Beeker unterstützt.

 

 

 

 

Das Bühnenbild stammt von Matthias Fischer-Diskau. Die dunklen Türme, die später auch als Barrikaden dienen, lassen einen Blick zur Rückwand zu, an der durch Projektionen die Szenerie gekonnt unterstützt wird. Durch die Lichtgebung (Michael Grundner) wird die jeweilige Stimmung verdüstert (der Selbstmord von Javert) oder auch erhellt (Lichtblicke der Armen in den Gossen).

 

 

 

 

Liebevoll gestaltete Kostüme (Susanne Hubrich) zeichnen ein gelungenes Bild der Epoche. Die Choreographie ist von Melissa King.

 

 

 

 

Jean Valjean (Christian Alexander Müller), der wegen Diebstahl eines Brotes und mehrerer Fluchtversuche schlussendlich 19 Jahre in Haft verbrachte, erfährt nach seiner Entlassung nur Ablehnung und Missgunst. Nur die Güte des Bischof von Digne (Ulf Bunde) bringt ihn zum Umdenken und führt ihn auf den Weg des Guten.

 

 

 

 

Christian Alexander Müller bringt überzeugend alle Lebensepochen eines Mannes auf die Bühne, der durch das Straflager verbittert, durch die Güte des Bischofs geläutert und durch die Polizei ständig gejagt wird. Mit seinem unverwechselbaren Tenor singt er diese große Partie perfekt. „Das Gebet“ wird zum echten Gänsehautmoment !!!

 


 

 

 

 

Konstantin Zander verleiht Inspektor Javert als pflichtbewussten und verbissenes Jäger des Gesetzes schauspielerisch und stimmlich Gestalt.

 


 

 

 

In der Rolle der Fantine konnte Kristin Hölck, die am Premierenabend Stimmverbot hatte, die Verzweiflung und Sorge einer Mutter um ihr todkrank geglaubtes Kind sehr gut umsetzen. Carin Filipčić sang aus dem Graben und hat sich makellos in das vorzügliche Ensemble eingefügt.

 

 

 

 

Mit wohlklingender Stimme und viel Liebreiz verkörpert Barbara Obermeier die Rolle der Cosette. Ihr junger Verehrer Marius, Alen Hodzovic, agiert mit guter Tenorstimme und schauspielerisch ebenfalls sehr eindrücklich. Die in ihn unglücklich verliebte Éponine wurde von Ariana Schirasi-Fard dargestellt und schafft mit ihren zwei großen Auftritten ( „Nur für mich“ und ihrer Todesszene) packende Emotionen zu erzeugen.

 

 

 

 

Komödiantisch und nicht übermäßig komisch punkten Rob Pelzer und Danilea Dett als die Wirtsleute Thénardier.

 

 

 

 

Riccardo Greco verleiht dem Anführer der Studentenrevoluzzer Enjolras revolutionäres Feuer.

 

 

 

 

Verena Emelie Trahan hatte als kleine Cosette einen bemerkenswerten Auftritt. Gavroche wurde von Dennis Mojsilovic gekonnt dargestellt.

 

 

 

 

Untadelig das Bruckner-Orchester unter Leitung von Kai Tietje.

 

 

 

 

Am Ende gab es einen großen Applaus mit standing ovations für alle Beteiligten hinter, vor und auf der Bühne !

 

 

 

 

S.B.b:

 

 

 

Valjean Christian Alexander Müller
Javert
Martin Achrainer
Konstantin Zander
Fantine
Kristin Hölck
Cosette
Barbara Obermeier
Marius
Alen Hodzovic
Konstantin Zander
Éponine
Ariana Schirasi-Fard
Thénardier
Rob Pelzer
Madame Thénardier
Daniela Dett
Enjolras
Riccardo Greco
Sven Hjörleifsson
Courfeyrac / Ensemble
Christian Fröhlich
Combeferre / Bamatabois / Ensemble
Steven Klopp
Lesgles / Ensemble
Philip Ranson
Feuilly / Montparnasse / Ensemble
Stefan Schmitz
Grantaire / Ensemble
Michael Souschek
Bagatelle-Lady / Ensemble
Jil Clesse
Haar-Lady / Ensemble
Cheryl Lichter
Ensemble
Suzana Novosel
Cindy Walther
Joly / Ensemble
Marius Mocan
Prouvaire / Ensemble
Csaba Grünfelder
Bischof von Digne / Claquesous / Ensemble
Ulf Bunde
Ville Lignell
Vorarbeiter / Brujon / Ensemble
Jochen Bohnen
Vorarbeiter / Babet / Ensemble
Bonifacio Galván
Fauchelevant / Ensemble
Joschko Donchev
Gavroche
Johannes Herndler
Dennis Mojsilovic
Kleine Cosette
Verena Kitzler
Ricarda Landl
Angelika Matscheko
Emelie Trahan

Éponine Isabel Davies
Tamali Fischer
Katharina Klinger

Musikalische Leitung Kai Tietje
Marc Reibel
Inszenierung
Matthias Davids
Choreografie
Melissa King
Bühne
Mathias Fischer-Dieskau
Kostüme
Susanne Hubrich
Chorleitung
Georg Leopold
Lichtdesign
Michael Grundner
Dramaturgie
Arne Beeker





 

 

Weitere Termine:

 

 

 

FREITAG, 03. OKTOBER 2014
19:30 - 22:30 UHR Ausverkauft

 


 

MITTWOCH, 08. OKTOBER 2014

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft


 

DONNERSTAG, 16. OKTOBER 2014

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft


 

FREITAG, 17. OKTOBER 2014

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft


 

FREITAG, 24. OKTOBER 2014

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft


 

SONNTAG, 26. OKTOBER 2014

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft


 

DIENSTAG, 04. NOVEMBER 2014

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft


 

MITTWOCH, 03. DEZEMBER 2014

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft


 

FREITAG, 05. DEZEMBER 2014

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft


 

SONNTAG, 21. DEZEMBER 2014

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft


 

DIENSTAG, 30. DEZEMBER 2014

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft


 

FREITAG, 20. FEBRUAR 2015

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft


 

SONNTAG, 22. FEBRUAR 2015

 

19:30 - 22:30 UHR

 

Ausverkauft


 

MONTAG, 23. FEBRUAR 2015

 

19:30 - 22:30 UHR


 

FREITAG, 27. FEBRUAR 2015

 

19:30 - 22:30 UHR


 

DIENSTAG, 10. MÄRZ 2015

 

19:30 - 22:30 UHR


 

FREITAG, 13. MÄRZ 2015

 

19:30 - 22:30 UHR


 

SONNTAG, 15. MÄRZ 2015
Geschlossene Vorstellung

 

15:00 - 18:00 UHR

 

Ausverkauft


 

MONTAG, 16. MÄRZ 2015

 

11:00 - 14:00 UHR

 

Ausverkauft


 

SAMSTAG, 04. APRIL 2015

 

19:30 - 22:30 UHR


 

MONTAG, 06. APRIL 2015

 

15:00 - 18:00 UHR


 

SAMSTAG, 18. APRIL 2015

 

17:00 - 20:00 UHR

 

Ausverkauft


 

SONNTAG, 03. MAI 2015

 

17:00 - 20:00 UHR




 


 

 

 

 

 

 

Chris Murray - Musical Times 5

Zu zweit singt man weniger allein

 

 

Dies beweist Chris Murray, einer der renommiertesten und derzeit bekanntesten Musicaldarsteller im deutschsprachigen Raum, indem er verschiedensten Charakteren stimmlich Leben einhaucht.

„Der doppelte Schwur“ raffiniert arrangiert – doppelt mit sich selbst besetzt - zeigt vielfältige Nuancen Murray's unterschiedlichster Stimmbreite und bleibt dem Hörer als Überraschungsmoment im Ohr. Hier interpretiert er sowohl den Ex-Sträfling Jean Valjean als auch seinen erbitterten Gegner, Inspektor Javert. Somit entsteht ein gesangliches Duell auf höchstem Niveau. Demgegenüber steht die „Konfrontation“ aus „Jekyll & Hyde“, bei welcher der Künstler den zwei Seelen ein und der selben Person Stimme verleiht – die Timbres von Gut und Böse miteinander kontrastieren lässt.

 

Im Sommer 2014 veröffentlichte Chris Murray mit Musical Times 5 sein zweites Solo-Album als Doppelpack. Diese etwa 160-minütige Reise durch die Vielfältigkeit der Musicalwelt verspricht ein Treffen mit alten Bekannten und neue Begegnungen.

 

In Zusammenarbeit mit den erfolgreichsten Musical-Komponisten Deutschlands hat er hier geschickt die schönsten bekannten Musicalsongs mit neuen, teilweise bisher unveröffentlichten Kompositionen verbunden.

 

Er überzeugt mit seiner Stimme nicht nur in Klassikern wie „Bring him home“, sondern auch in neuen Schöpfungen wie „Aline“ aus „Der Fliegende Holländer“.

 

Man nimmt ihm Emotionen ab, ohne ihn zu sehen. Ob als trauriger, verlangender Dracula ("Ich leb' nur, weil es dich gibt") oder als kriegerischer Feldherr Radames, der auch die Fähigkeit besitzt, Gefühle zu zeigen („Radames' Brief“).

 

Ein sehr emotionaler Song ist "Arm ist das Kind" aus Chess. Es drückt den Seelenschmerz des Charakters aus und weckt empathische Gefühle beim Zuhörer.

 

Auch das Wandelbare zeigt sich im Ausdruck unterschiedlicher Werke und Komponisten. So befinden sich von Komponist Frank Nimsgern neben dem schwungvollen „Can you see the light“ auch überraschend hämmernde Beats aus „Der Ring“ auf dem Sampler. Chris Murray's Stimme verstärkt unterstützend die inhaltliche Entschlossenheit und Kraft des Titels „Macht“.

 

Ein cleverer Kontrast ist das Spiel mit der englischen und französischen Sprache, gemischt zwischen deutschen Titeln. So fühlt man Quasimodo in „Dans, mon Esmeralda“ aus „Notre Dame de Paris“ um seine Esmeralda leiden und Inspektor Javert schickt seinen Schwur zu den „Stars“ hinauf.

 

Lust auf Paul Graham Brown's „Houdini“, welches im Herbst in Hof zur Uraufführung kommt, macht die Einladung in die „Zauberwelt“ des Magiers.

 

 

Chris Murray's Töne zaubern Bilder, nicht nur visuell auf der Bühne, sondern auch akustisch im Ohr!

 

Entstanden ist eine CD mit vielfältigen Momenten der Emotionen. Es bleiben Klänge, die ins Ohr gehen und im Herzen verweilen.

 

 

s.f.u.b.l.

 

 

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FRIEDRICH – Mythos und Tragödie – Das Musical

 

Am 21. Juli 2014 feierte das spotlight-Musical „FRIEDRICH – Mythos und Tragödie“ seine umjubelte Premiere im Schlosstheater Fulda. Für Musik, Liedtexte und Libretto zeichnet Dennis Martin verantwortlich, unterstützt von Marc Schubring (Musik) sowie Wolfgang Adenberg und Christoph Jilo (Liedtexte/Libretto).

 

Das Stück erzählt die Lebensgeschichte von Friedrich II. von Preußen, auch genannte Friedrich der Große. Die Geschichte wird rückblickend aus der Sicht Friedrichs erzählt und in zwei Ebenen – zeitweise sind der alte und der junge Friedrich gemeinsam auf der Bühne. Der „Alte Fritz“ (Chris Murray) schaut zurück auf seine Jugend in Brandenburg, welche geprägt ist vom Drill seines Vaters, des „Soldatenkönigs“ Friedrich Wilhelm I (Claus Dam). Der junge Kronprinz (Tobias Bierei) ist jedoch mehr der Kunst zugetan, spielt hervorragend Flöte und verbringt eine glückliche Zeit mit seiner Schwester Wilhelmine (Sabrina Weckerlin) und seinem Freund Hans Hermann von Katte (Maximilian Mann) in Dresden am Hof von August dem Starken (Andreas Goebel).

Nach ihrer Rückkehr an den preußischen Hof spitzen sich die Konflikte zwischen Friedrich und seinem tyrannischen Vater zu. Der Kronprinz beschließt, mit seinem Vertrauten Katte über Frankreich nach England zu fliehen, wird jedoch verraten und zu Festungshaft in Küstrin verurteilt. Katte wird als Mitwisser entlarvt und vor den Augen des Kronprinzen enthauptet.

Der Vater verheiratet Friedrich mit Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern. Friedrich schließt seine ungeliebte Frau jedoch aus seinem Leben aus.

Nach dem Tod des Vaters besteigt Friedrich den preußischen Thron und nimmt umfassende Reformen vor. Er lässt Schloss Sanssouci bauen und umgibt sich dort mit intellektuellen Gesprächspartner, allen voran seinem großen Vorbild, Voltaire.

Allerdings führt er auch Kriege ohne jegliche Rücksicht und am Ende seines Lebens muss er einsehen, dass er sich zu genau dem entwickelt hat, was er immer verabscheute – einem Ebenbild seines Vaters...

Regie führte Holger Hauer, der nicht nur Regisseur, sondern auch Schauspieler, Sänger und Autor ist und bereits selbst in zahlreichen Musicals auf der Bühne stand. Die Wiederaufnahme-Regie für den Musicalsommer Fulda lag in den Händen von Christoph Jilo. Dem Regieteam ist es gelungen, den umfangreichen Stoff erfolgreich umzusetzen.

Das große Plus der Inszenierung sind die Darsteller. Hier findet man viele Namen der Potsdamer Uraufführung wieder, aber auch einige neue Gesichter. Dem Stück erhalten geblieben sind die Protagonisten, Tobias Bieri als junger Kronprinz und Chris Murray als Alter Fritz. Ersterer spielt den jungen, unschuldigen, Kunst interessierten Regenten, welcher letztlich fast an der Brutalität seines Vaters zerbricht, sehr überzeugend. Hinter ihm quält sich Chris Murray immer wieder, zitternd und auf seinen Stock gestützt, als vom Leben gezeichneter alter König, über die Bühne und hadert mit seinem Schicksal im Rückblick auf sein Leben. Im zweiten Akt tritt er dann als Friedrich der Große allein auf, umgibt sich mit Intellektuellen in Sanssouci und ist unbarmherziger Feldherr im Siebenjährigen Krieg. Absoluter Höhepunkt des Stückes ist sein Song „Ebenbild“. Es ist faszinierend, wie Chris Murray es schafft, allein durch Schauspiel, Stimme, Gestik und Mimik innerhalb eines Liedes Friedrich um Jahre altern zu lassen. Leider hat er nicht viele Gesangsparts, aber bei seinen wenigen Songs reist er das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Ebenso wie in der Uraufführung mit dabei ist Maximilian Mann als Hans Herrmann von Katte, welcher seine Rolle des besten Freundes von Friedrich sowie des heimlichen Liebhabers von Friedrich's Schwester Wilhelmine überzeugend spielt. Wilhelmine wird in Fulda dargestellt von Sabrina Weckerlin. Sie gibt eine erwachsene junge Prinzessin, welche sich bewusst über die Einschränkungen ihres Vaters hinweg setzt und das Leben genießen möchte. Stimmlich kann sie absolut überzeugen und gibt auch im Duett mit Chris Murray (Wo sind deine Träume hin) eine ebenbürtige Gesangspartnerin ab. Ebenfalls neu ist Claus Dam als Friedrich Wilhelm I. Ihm fehlt leider ein wenig die Strenge und Unbarmherzigkeit des unerbittlichen Vaters. Leon van Leeuwenberg stellt als Voltaire ebenso wie bereits in Potsdam einen lustigen Moment im Stück dar.

In weiteren Rollen sind zu sehen Larissa Windegger als Gräfin Orczelska, welche den jungen Friedrich am Hofe August des Starken in die Liebe einführt, Dietmar Ziegler als Graf von Seckendorff, kaiserlicher Gesandter am Hofe Friedrich Wilhelm I. sowie Andrea Pagani als Minister Grumbkow, welcher sich von allen Seiten bestechen lässt und letztlich den Kronprinzen und Katte verrät. Das gesamte Ensemble liefert überzeugende Leistungen ab.

Das Bühnenbild ist sehr spartanisch, es gibt jedoch interessante Projektionen und unterstützende Lichtspiele sowie eine überdimensionale Uniform im Hintergrund. Die wunderschönen Kostüme unterstützen die Reise in die Geschichte.

Die Musik ist sehr abwechslungsreich und reicht von berührenden, ergreifenden Nummern wie „Sanssouci“ über herrliche Ensemblenummern wie „Sieben Jahre Krieg“ bis hin zu Tanznummern mit Showstopper-Potential wie „Bienvenue in Sanssouci“.

Das gesamte Stück ist in sich stimmig und weißt keine unnötigen Längen auf. Der Zuschauer wird mitgenommen auf eine abwechslungsreiche Reise durch das Leben Friedrich des Großen und lässt ein bewegtes und begeistertes Publikum zurück. Gerade die Begeisterung äußerte sich in dem nicht enden wollenden stehenden Applaus am Premierenabend.

 

Das Schlosstheater Fulda gibt dem Stück einen weitaus gebürtigeren Rahmen als dies die Metropolis Halle in Babelsberg zur Uraufführung konnte.

 

Jeder, der die Möglichkeit hat, sollte sich das Stück ansehen. Dies ist aktuell noch möglich in Hameln vom 21. bis 24. August 2014.

 

Es bleibt zu hoffen, dass Friedrich auch in Zukunft immer wieder mal aufgeführt wird, vielleicht schon (über)nächstes Jahr?!?

 

 

 


 

 

CASANOVA

 

Musical in drei Akten

Musik von Stephan Kanyar

Buch und Gesangstexte von Andreas Hillger

Weltpremiere 04.07.2014, Anhaltisches Theater Dessau

 

 

Foto © Claudia Heysel

 

04.07.2014 - auf den Straßen Public Viewing, Menschenmassen schauen sich den Kampf um den Einzug der deutschen Mannschaft ins Halbfinale zur Fussballweltmeisterschaft an. Die Reihen des Dessauer Theaters sind trotzdem fast ausverkauft. Harlekine laden sitzend am Bühnenrand ein, am lüsternen Leben des Casanova Anteil zu nehmen.

 

Du bist mein ein und mein Alles“

 

 

 

Foto © Claudia Heysel

 

 

Buntes Treiben auf den Straßen Venedigs, doch der Casanova des 21. Jahrhunderts hat andere Sorgen. Das vergnügungssüchtige venezianische Volk will mit seinen Liebeskünsten verführt werden. Jede will ein Treffen. Er genießt die Lust an der Lust. Sein Diener Leporello (Andre`Eckert) muss Strichlisten führen und bedauert glaubhaft, dass die Aufmerksamkeit nicht ihm zuteil wird (Was hab ich nur verbrochen). Doch Casanova, seinerseits Frauenheld und Herzenbrecher, wird von seinen Liebeleien, von nach Lust verzehrenden Nonnen bis lüsternen Bräuten verfolgt, denn diese wollen ihm ganz gehören. Tief im Innern, ist er auf der Suche nach der Liebe seines Lebens. Gekonnt vermischen Komponist (Stephan Kanyar) und Autor (Andreas Hillger) in ihrem Auftragswerk Fiktion mit historischen Fakten und bringen die weiche Seite des Casanovas zum Vorschein.

 

Besonders stark zu Beginn, der ermordete Vater einer Geliebten, welcher von Casanova im Duell getötet wird. Ausdrucksstark Alexander Dubnov's „Fluch“. Hier und auch bei der Figur des Leporellos werden Parallelen zu Mozart's „Don Giovanni“ sichtbar.

 

Im Kernpunkt des Geschehens aber stehen Casanovas Liebe zu der Französin Henriette, welche vor ihrem anständigen Leben fliehen will und die Lebensfreude genießen. Ihre wahre Identität mag sie dabei nicht preisgeben. Sie ist fasziniert von der Freiheit Casanovas. Ihm begegnet sie zum ersten Mal in Männerkleidern und rettet ihn mit der Kunst ihres Degens vor den Schergen des Conte. In dieser Szene zeigt die überdimensionale Leuchtreklame wirkungsvollen Einsatz, vom Schriftzug „ Venice“ blinken die Buchstaben N I E. Ein gut eingesetztes Wortspiel mit dem Effekt, szenische Momente zu unterstützen, auch an andern Stellen findet dies Einsatz. Er erkennt hinter ihrer Verkleidung eine Frau.

Schön wäre es, wenn es im -Real Life- auch so einfach wäre, einmal gefochten „Ein Mann – eine Frau“ und schon ist es Liebe. Patrick Stanke und Roberta Valentini glaubt man in diesem Moment aber jedes Wort des gefühlvoll dargebotenen Musicalsongs (Schenk mir eine Stunde dein Leben), beide ziehen mit Stimme und Auftreten das Publikum in ihren Bann.

 

Henriette gibt seinen Avancen nach und lässt sich auf eine Affäre ein. Sie kostet von der Freiheit, die er sich Zeit seines Lebens nahm und es gefällt ihr. Nur so will sie ihm gehören. Doch als Casanova bereit ist, sein freies Leben für eine Zukunft gemeinsam mit ihr aufzugeben, beendet sie die Affäre. Sie nimmt ihr Geheimnis mit (Ich darf dich nicht lieben). Sehr dramatisch von Roberta Valentini gespielt und intoniert.

 

 

 

Foto © Claudia Heysel

 

 

Aus Trauer und Verzweiflung nimmt Casanova seinen alten Lebenswandel wieder auf. Das Übermaß der Gier und das Verlangen wurden durch übergroße, riesenartige, nackte männliche und weibliche Figuren in Fatsuit dargestellt. Diese Art der Umsetzung ist eine gut gelungene Provokation.

 

Wäre da nicht der Auftritt des Conte Querini, der gefürchtete Anführer der venezianischen Inquisition und zugleich Henriette's Mann (ja, ein bisschen Drama muss schon für eine gute Story sein), hätte das Stück an dieser Stelle beendet werden können. Er will aber das karnevalistische Treiben verbieten, lässt Casanova verhaften und hofft somit, Sitte und Anstand wiederherzustellen zu können.

Kraftvolle Chorszenen in den Bleikammern. Singend, kletternd und rüttelnd unterstreicht das Ensemble das Leid und die Auswegslosigkeit der Gefangenen.

Conte Querini bietet Casanova die Freiheit an. Er soll schwören, ein anständiges Leben zu führen. Diesen Schwur kann und will Giacomo nicht geben.

Henriette ist es, die ihm den Weg in die Freiheit aus den Bleikammern weisst. Er wird sie nie wiedersehen.

 

 

 

Foto © Claudia Heysel

 

 

Die Alterung auf offner Bühne mitten in der Arie stattfinden zu lassen, war für den Zeitsprung ein gut gewählter Prozess. Patrick Stanke, gebeugt am Stock gehend, singt mit sehnsuchtsvoller Stimme, die Einsamkeit erkennend, die ihn bedrückt, von „Der Einen die bleibt“. Mitfühlendes Schweigen, dann begeisterter Zwischenapplaus.

 

Jahre später, Casanova, mittlerweile Bibliothekar auf Schloss Dux, wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Henriette hat ihm neben einer Tochter auch einen Brief hinterlassen. „Der Brief“, vom sterbenden Casanova, der schwangeren Constanze und der im Spiegelbild erscheinenden Henriette expressiv im Terzett gesungen (Patrick Stanke, Karen Helbig, Roberta Valentini). Auch hier hat der Bühnenbildner Gänsehautmomente zaubern können. „Schenk mir noch einmal mein Leben“, bittet er flehend Constanze. Sie kann ihm nicht helfen.

 

 

Foto © Claudia Heysel

 

 

 

 

Die Spitze eines Degens teilt die Szene. In einer Vision erscheint ihm die Gestalt des Vaters einer Geliebten, den er einst im Duell tötete. Er symbolisiert den Boten der Hölle. Auch Henriette, ganz in weiß, kann ihn nicht vor dem Höllenfeuer retten. So wird er sterbend, begraben unter dem blutend, nackten Körper eines jungen Mädchens, in die Flammen gezogen.

 

 

 

Eine große Grabplatte, Schrift leuchtet auf, Constanze bricht zusammen:

 

Giacomo Casanova 02.04.1725 -04.07.1798.

 

 

Mit Casanova ist Hillger und Kanyar ein Werk gelungen, welches anderen Dramamusicals in keinem nachsteht. Das Dessauer Theater hat wieder einmal bewiesen, das es mit Solisten/innen, Ensemble, Chor und Ballett eine harmonische Einheit bildet und nicht gekürzt oder wegrationalisiert werden darf.

Dem Stück ist zu wünschen, dass es seinen Weg noch auf viele Theaterbühnen dieser Welt schafft.

Autor: S.Finger

 

 

Casanova Patrick Stanke

Henriette Roberta Valentini / Karen Helbig

Leporello,Casanovas Diener Andre`Eckert

Constanze, Henriettes Tocher Karen Helbig / Anne Weinkauf

Conte Querini Adam Fenger

Der Vater einer Geliebeten Alexander Dubnov

Zwei Nonnen Alexandra Joel, Anne Weinkauf

Zwei Schwestern Kristina Baran, Graz`yna Fenger

Die Junge Jagna Rotkiewicz

Die Alte Constanze Wilhelm

Braut Gerit Ada Hammer

Brautmutter Ines Peter

Koch Stephan Biener

Zwei Zoofen Jeannette Spexa`rd, Noriko Kishida

Graf Christian Most

 

Opernchor, Ballett und Statisterie des Anhaltischen Theaters Dessau

Anhaltinische Philharmonie Dessau

 

Musikalische Leitung Dabiel Carlberg

Inszenierung Christian von Götz

Bühne und Kostüme Ulrich Schulz

Choreografie Carlos Matos

Kampfchoreografie Sebastin Müller-Stahl

Chorleitung Helmut Sonne

Casting, Dramaturgie Felix Losert

 

 

Weitere Vorstellungen

12.09./13.09. 2014 / 02.11.2014 / 20.11./21.11.2014 / 01.12./02.12.2014 / 07.12.2014 / 31.12.2014 / 12.03.2015

19.04.2015 / 30.04.2015 / 24.05.2015

 

 


 

 

Rocky Horror Show – Open Air

Premiere, Magdeburger Domplatz Festspiele am 20.06.2014

Buch, Musik und Texte von Richard O`Brien

 

Wenn Frank `n Furter in sein Schloss lädt, erwartet der dem Kult frönende Besucher vor allem die ihm bekannten Szenen, inklusive der etablierten Mitmachaktionen von geworfenem Reis, um den Brautleuten Glück mit auf den Eheweg zu geben. Allseits gut gefüllte Wasserpistolen, um spritzend den Regen zu simulieren, sowie den Einsatz von Leuchtmitteln, um die Ergriffenheit bei einigen Liedern zu unterstreichen.

 

Ist Rocky Horror nur Trash?

 

Zur Story:

Brad und Janet, ein frisch verliebtes Pärchen, lassen sich auf der Hochzeit ihrer Freunde vom Eheglück anstecken und verloben sich. Während sie sich auf den Weg machen, ihren alten Professor zu besuchen, um ihm dies freudige Ereignis mitzuteilen, landen sie mit einer Reifenpanne ihres Auto vor einem gruseligen Schloss, welches den Master Frank`n Furter samt seiner Dienerschaft Magenta, Riff Raff, Columbia und zahlreiche Phantome, beherbergt. Sie bitten triefend vor Nässe (ja die Wasserpistolen taten ihr Werk) um ein Telefon zwecks Reparatur ihres Autos, und werden vom Diener Frank`s herein gebeten.

In dieser Nacht erweckt der Master sein selbst erschaffenes Geschöpf Rocky zum Leben. Gehirne werden aufgeteilt, alte Liebhaber beseitigt und neue Spielgefährten erschaffen. Versuchung und Verführung in allen Facetten menschlicher Konstellationen treffen auf das jungfräuliche Pärchen, welches sich schon halbnackt mitten im Geschehen befindet. Das Abenteuer nimmt seinen Lauf!

 

 

 

Tobias Bieri, Dominik Hees und Ensemble                                            

Foto: Nilz Böhme

 

 

Musikalische Leitung Sebastian de Domenico

Inszenierung Ulrich Wiggers

Bühne/ Kostüme Christoph Weyers

Choreografie Danny Costello

Dramaturgie Thomas Schmidt-Ehrenberg

 

Besetzung

Janet Weiss Jeannine Michele Wacker

Brad Majors Maximilian Mann

Fran N Furter Dominik Hess

Riff Raff Marlon Wehmeier

Magenta/ Platzanweiserin Lucy Scherer

Columbia Christina Patten

Rocky Tobias Bieri

Eddie/Ralph Hapschatt Tobias Regner

Betty Monroe Katharina Deschler

Dr. Evrett Scott Wolfgang Klose

Erzähler Peter Wittig

 

Es spielen Mitglieder der Magdeburgischen Philharmonie und Gäste.

 

 

 

Christina Patten, Dominik Hees

 

Foto: Nilz Böhme

 

 

Hingeschaut

Am ausverkauften Premierenabend eroberten sich die Darsteller den Raum, welchen die großen Flächen einer Open Air Bühne bieten, Gänge und Zuschauerreihen wurden bespielt, bewusst konnte so der Spiegelmoment gesetzt werden: Schaut her, schaut hin und reflektiert!

Die Outfits der Bühnenrollen entstammen der Gothic -Szene, bestehend aus Lack, Leder, Latex und somit nicht mit den Originalen vergleichbar, was aber ihrem Liebreiz keinen Abbruch tut.

Das Bühnenbild erinnert mit vielen silbern glitzernden Kugeln, welche von der Decke herab hängen und den pinkfarbenen Lichteffekten an einen Empfang beim Wiener Lifeball. Ja, so könnte der Frank `n Furter seine Gäste 2014 auf seinem Schloss empfangen.

 

Dem Kultfilm entnommen, baut Christoph Weyers echte Fahrzeuge in das Geschehen, in die Kulisse mit ein. Besonders beim Publikum kommt das Vorfahren eines (n)ostalgischen Trabbis - dem Brautauto, sowie Eddies Motorrad als dessen Gefährt gut an.

In der Schlafzimmerszene lässt eine überdimensionale Hüpfburg, in Form zweier Betten aufreizende Ein- und Ausblicke in die sexuellen Spielvarianten Frank `n Furters zu. Ob die eingebaute Rutsche den Sündenfall visuell unterstreichen sollte, bleibt spekulativ, frei dem Motto: “Kann denn Liebe Sünde sein?“

Viele Szenen sind bekannt, andere in der Umsetzung überraschend neu inszeniert. So schwebt

Rocky, alias Tobias Bieri, bei seiner Geburt in einer Art Kokon von der Decke herein. An dieser Stelle sei die Frage erlaubt, warum man Reis und Konfetti werfen darf, nicht aber Klopapier? Bieri verbringt am Premierenabend anerkennende, akrobatische Höchstleistung. Frei hängend und ungesichert absolviert er singend Klimmzüge an einer Stange. Respekt! Allerdings hätte man ihm keinen orangefarbenen Badeanzug verpassen sollen.

Den Namen Jeannine Michele Wacker sollte man sich merken. Sie gestaltet ihre Janet von schüchtern bis verlangend, sowohl mimisch als auch im gesanglichen Ausdruck mit voller Hingabe. Wogegen Maximilian Mann, als Brad Majors, leider stellenweise im bunten Gewirbel unterging.

 

Optisch hätte mehr Wert auf den visuellen Unterschied zwischen Magenta und Columbia gelegt werden können. Soll doch grad Columbia die Fanliebe zu Eddie symbolisieren. Dies wurde teilweise, aufgrund der sehr ähnlichen Kostüme, etwas verwirrend. Riff Raff und Frank polarisierten dagegen sehr in Ihren Outfits. Bei Letzterem wurden oft durch knappe Bekleidung reizvolle Stellen freigelegt, welche wiederum Bewunderungspfiffe im Publikum auslösten.

Die, zum größten Teil junge Cast, zeigte ihr Können und enttäuschte stimmlich keineswegs. Mit Dominik Hees, Maximilian Mann, Tobias Bieri, Lucy Scherer um nur einige zu nennen, konnte das Magdeburger Theater auch dieses Jahr wieder für ihren Open Air Sommer Bühnengrößen verpflichten. Aber auch Peter Wittig, seit über 40 Jahren Solist am Magdeburger Theater, wird den Zuschauern als Erzähler in guter Erinnerung bleiben.

 

 

 

vorne: Jeannine Michele Wacker, Tobias Regner, Christina Patten, Dominik Hees, Tobias Bieri

 

Foto: Nilz Böhme

 

 

Mehr als Trash!

Die RHS hat tatsächlich auch eine Geschichte die im 21. Jahrhundert spielen könnte. Wiggers zeigt Bilder, welche im Alltag doch Manchen zum Wegsehen veranlassen.

Heimliche sexuelle Sehnsüchte öffnen die Empfänglichkeit zu Verführungen. Die Befreiung von Fesseln, in der Erlösung lebend, sein Selbst gefunden zu haben. Dies sollte wohl auch die Wandlung des Erzählers, Beginn des zweiten Aktes zur Frau, symbolisieren. Bravo für den Mut!

So sind Drogensucht, Mord, die Suche nach dem perfekten Gegenstück, das Befassen mit gleichgeschlechtlicher Liebe alles Themen unserer Zeit, die viele Gedanken aufwerfen.

Die Gefährlichkeit, sich in Allmachtsphantasien zu verlieren, mit der Erkenntnis am Ende des Weges doch allein zu sterben.

Was Liebe, Sünde und Macht sind, und wer entscheidet wie man damit umgeht, diese Fragen bleiben am Ende der Show für den Zuschauer offen. Und das ist gut so.

Einziger Anstoß des Abends (Auszug aktuelles Programmbuch, Gespräch zwischen Regisseur Ulrich Wiggers und dem Theologen Guido Erbrich, pädagogischer Leiter des Magdeburger Roncalli-Hauses)

Theologe, Guido Erbrich: „Für den Christen liegt diese Sinnbeziehung in Gott. Andere sehen ihren Sinn in einem andern größeren Zusammenhang. In der -Rocky Horror Show- zeigt sich das in ganz verschiedenen Bildern von Liebe, in irregeleiteter Liebe wie der Franks zu Rocky,….“

Irregeleitete Liebe? Herr Theologe! Wer bitte bestimmt, wer wen liebt? Was ist richtige Liebe, welche ist falsch?

Wünschenswert wäre diesbezüglich ein Statement seitens des Gesprächsführenden gewesen, gerade im Jahr 2014!

 

 

 

Dominik Hees, Maximilian Mann

 

Foto: Nilz Böhme

 

 

 

Zusammengefasst

Die Zusammenstellung der Cast ist sehens- und hörenswert. Die RHS ist als Open Air Show vor der Kulisse des Magdeburger Doms schon ein besonderes, provozierendes Erlebnis und eine Reise wert. Also „Let‘s do the time warp again!“

 

S.Finger

 

 


 

 

RICHARD HEUBERGER

Der Opernball

Operette in drei Akten

Text von Victor Léon und Heinrich von Waldberg nach der Komödie »Les Dominos roses« von Delacour und Hennequin

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Als ich zum ersten Mal die Noten am Klavier durchspielte, fand ich die Klänge seltsam wie Micky Mouse klingend“, so berichtet Vogel in der vorgeschalteten Werkstatt zum Stück.

Ob das wohl eine Vorwarnung war, zweifelt er gar am Erfolg des Stückes?

 

Heubergers (1850 – 1914) Opernball feierte am 10.05.2014, unter der Inszenierung von Volker Vogel in Leipzig Premiere. Somit steht diese Operette nach 39 Jahren wieder im Repertoire der Musikalischen Komödie.

 

Zur Vorankündigung

„…….Nicht Wien, sondern Paris ist der Schauplatz des Opernballs, auf dem man sich gern maskiert in ein erotisches Abenteuer stürzt. Doch wenn vergnügungssüchtige Ehemänner dort in die Falle ihrer Angetrauten hineintappen, dann ist Schluss mit lustig. Oder der Spaß fängt gerade erst an, denn auf dem Ball sorgen zwei rosa Dominos für Verwirrung bei den Herren, von denen jeder eine Verabredung mit einer unbekannten Schönen in eben dieser Verkleidung getroffen hat. Was sie nicht ahnen, ist, dass unter der Maskierung ihre Ehefrauen stecken. Als auch noch ein dritter rosa Domino auftaucht, ist das Chaos komplett. Verwechslungen, die findigen Ausreden der Männer und die Lebenslust aller Beteiligten treiben das Geschehen wie eine Lawine voran.“1

 

 

 

Paul Aubier (Patrick Rohbeck) und Hortense (Verena Barth-Jurca)

Foto Tom Schulze / Musikalische Komödie

 

Zur Umsetzung des Stückes

Die Operette wurde als Dreiakter im Stile einer Boulevardkomödie klassisch aufgebaut, in derer laut Definition, Überraschungen und Verwechslungen dramaturgisch wichtiger als inhaltlicher Gehalt ist.

1 Akt: Zwei befreundete Ehefrauen lassen vom Stubenmädchen Briefe schreiben um ihrer lüsternen Gatten Treue zu testen. Selbige wiederum spinnen Intrigen um mittels fingierter Geschäftsreise zum Stelldichein mir rosaummantelten Versuchungen entschwinden zu können. Ohne Versuchung - keine Verwirrung! Briefverteilung: Zuspitzung des „Dramas“ durch eine Dritte in rosa auftretungswillige und vergnügungssuchende Person in Form des Stubenmädchens.

2 Akt: Beim Opernball: Philippe der Ober beschafft sündigungswilligen Paaren Séparées, die Ehegatten verschwinden unwissender Weise mit den eigenen Frauen im Liebesnest, der Betrug scheint aufgedeckt, doch NIX passiert! Sowohl Onkel als auch Neffe frönen auswärts, mit einer Chansonnette und dem Stubenmädchen, der Lust bei der Lust am Opernball.

3 Akt: Windige Ausreden, angedrohte Duellierungen, doch dann Auflösung und Erleichterung: Man(n) hat doch nicht der eigenen Gattin den Domino verbrannt oder zerrissen und somit war man(n) dann ja auch brav!

 

Was bleibt ist (leider) viel warmer Wind um Nichts!

 

 

 

 

Angèle (Lilli Wünscher), Hortense (Verena Barth-Jurca) und Marguérite (Angela Mehling)

Foto Tom Schulze / Musikalische Komödie

 

 

 

Zusammengefasst:

Treu sein oder nicht treu sein? Wiedersteht man(n) der Versuchung? Das ist die Frage, welche sich auch im 21. Jahrhundert noch am Leben hält. Obwohl alle Beteiligten ihr Bestes gaben plätschert das Stück seichte an der Oberfläche vor sich hin.

Sangestechnik wird versucht herauszuholen was die Partitur hergibt. Stefan Diederich leitet sein Orchester einsatzbereit und voller Elan durch den Abend. Zwischenapplause bei »Man lebt nur einmal in der Welt, je toller, desto lieber« und »Gehen wir ins Chambre séparées«.

Das Publikum verspürt an einigen Stellen wie man sich bemüht, das Stück mit Situationskomik durch die Szenen zu tragen. Die besten Leistungen des Abends werden von Patrick Rohbeck und Andreas Rainer auf die Bühne gebracht. Die Besetzung des Paul Aubier mit Patrick Rohbeck erweist sich als eine gute Wahl. Er begeisterte in seiner Rolle nicht nur gesanglich einwandfrei, sondern zeigt in ständiger Bühnenpräsenz auch sein komödiantisches Talent in Mimik, Gestik und spontanen Tanzeinlagen. Als Ober Philippe, Herrscher über die Chambre séparées und somit Verteiler zugewiesener Verlustierungen, brilliert Andreas Rainer auch in dieser kleineren Rolle mit viel Esprit, Witz und seinem original Wiener Charme. (Auf der Premierenfeier wurde er als wandelbare Kunstfigur angesagt, wir dürfen also auf die neue Spielzeit gespannt sein!).

Für einen großzügigeren Einsatz des Ballettes sowie für den Chor des Hauses bietet dieses Stück leider keine Möglichkeit. Einen Auszug ihres Könnens, zeigte das Ballet in einer kurzen Sequenz mit der Darbietung eines Cancans.

Als Bühnenbild gestaltete sich im ersten und dritten Akt eine Häuserfront mit großen Fenstern und weit geöffneten Vorhängen. Diese Kulisse wurde bis auf 2 Meter an den Orchestergraben heran bespielt. Ein cleverer Schachzug dem Publikum so die Möglichkeit zu bieten am Leben der Familien voyeuristisch teilnehmen zu können. Jedoch wurde wohl dramaturgisch befürchtet das einzelne Lieder ohne Requisite nicht wirken? Warum wurden die Liegestühle am bespielten linken Bühnenrand gefühlte 15 mal hin und her transportiert, aufklappt, zuklappt, anschaut, einklemmt, daraufgesetzt etc.? Hatte man vielleicht mit Ikea einen Werbevertrag geschlossen?

Kostüme und Frisuren entsprachen dem Stil der 50ziger Jahre und passten sich somit gut ins Bild ein.

Ob das Thema zukunftsorientiert Zuschauer zum Kartenkauf aktivieren kann wird sich zeigen. Wünschen wir es unserer MuKo, der Kultstätte der Operette in Leipzig!

 

 

 

Philippe (Andreas Rainer) und Chor der Musikalischen Komödie

Foto Tom Schulze / Musikalische Komödie

 

 

 

Leitung

Musikalische Leitung Stefan Diederich | Inszenierung Volker Vogel | Bühne, Kostüme Norbert Bellen | Choreografie Mirko Mahr | Choreinstudierung Mathias Drechsler | Dramaturgie Marita Müller

 

 

Théophile Beaubuisson (Michael Raschle), Palmyra (Anne-Kathrin Fischer), Angèle (Lilli Wünscher), Paul Aubier
(Patrick Rohbeck), Philippe (Andreas Rainer), Hortense (Verena Barth-Jurca), Henri (Jeffery Krueger), Marguérite (Angela Mehling) und
Georges Deménil (Radoslaw Rydlewski)

Foto Tom Schulze / Musikalische Komödie


 

Premierenbesetzung

Théophile Beaubuisson Michael Raschle | Palmyra, seine Frau Anne-Kathrin Fischer| Henri, Neffe der Beaubuissons Jeffery Krueger / Paul Aubier Patrick Rohbeck | Angèle, seien Frau Lilli Wünscher | Georges Duménil Radoslaw Rydlewski | Marguérite, seine Frau Angela Mehling | Hortense, Stubenmädchen Verena Barth-Jurca | Féodora, Chansonette Sabine Töpfer | Philippe, Ober Andreas Rainer | Eugéne, Kellner Stefan Dittko

Damen des Balletts, Chor und Orchester der Musikalischen Komödie

 

Weitere TERMINE:

Samstag, 31.05., 19:00 Uhr

Sonntag, 01.06., 15:00 Uhr

Dienstag, 03.06., 19:30 Uhr

Dienstag, 08.07., 19:30 Uhr

 

Foto (c) Sabine Finger

Text: Sabine Finger

 

1 http://oper-leipzig.de/musikalische-komoedie/veranstaltung/details/der-opernball/

 


 

 

Die Nacht der Musicals

Der Tourneeveranstalter „ASA Event“ gastierte mit seiner Show „Die Nacht der Musicals“ am 30.03. 2014 im Leipziger Gewandhaus. Im Programheft wird diese Show mit der erfolgreichsten Musicalgala Europas, die im Showbereich neue Maßstäbe setzt beworben. Zur Nachmittagsshow waren bereits alle Karten restlos ausverkauft, die Spannung steigt. Die Techniker werfen die ersten Nebelmaschinen an und die Zuschauer sind voller Erwartungen. Nach altbewährtem Regie-Konzept beginnt sie, die Reise durch die Musicals dieser Welt.

 

Zur Stückauswahl

1. Teil

LES MISERABLES

Am Ende vom Tag / Nur für mich / Morgen schon

ROCK OF AGES

Juke Box Hero / We`re not gonna take ist / We built this city / Livin in paradise / Nothin but a good time / Here I go again

PHANTOM OF THE OPERA

Think of me / Phantom of the Opera

FALCO MEETS AMADEUS

Falco Medley

CATS

Memory

TARZAN

Medley

JEKYLL & HYDE

This is the moment

MAMMA MIA / ABBA

Medley

2. Teil

ROCKY HORROR PICTURE SHOW

Sweet Transvestite

EVITA

Don`t cry for me Argentina

KÖNIG DER LÖWEN

Er lebt in Dir / Kann es wirklich Liebe sein / Schattenland

ELISABETH

Der letzte Tanz / Ich gehör nur mir / Wenn ich tanzen will

WE WILL ROCK YOU

Somebody to love / we are the champions / We will rock you

CABARET

Cabaret

SISTER ACT

Medley

 

Bühne

Die Bühne incl. Dekoration wurde einer Tour entsprechend praktisch gestaltet. Es wäre zu überlegen, ob die drei Bildschirme, welche in einigen Szenen den Gesang visuell mit Bildern begleitenden, auch für die Übertragung der Darsteller genutzt werden könnte. Die Zuschauer in den oberen Rängen würden es sicher dankend annehmen.

 

Kostüme und Maske

Die Kostüme wurden von Sissis Sternenkleid über 80 ziger Jahres Style bis hin zum Jungleoutfit passend gewählt und unterstrichen die einzelnen Szenen markant. Vom Makeup lies sich leider von unsern Plätzen aus nicht viel erkennen, deshalb ist zur Arbeit der Maske nicht viel zu sagen.

 

 

 

 

Technik

Mit Nebelmaschinen und Scheinwerfern waren die Techniker beide Teile der Show über beschäftigt stimmungsvolle Atmosphäre zu schaffen. Grünschimmernde farbige Lichteffekte kamen besonders im Tarzanmedley gut zur Geltung.

 

Darsteller

Kommen wir zu den wichtigsten, den Akteuren, die Sänger und Sängerinnen - jene die ihren Teil dazu beitragen, ob eine Show steht oder fällt.

Cast vom Nachmittag

Alexander Kerbst , Jonas Hodacs, Martin Markert, Karolin Konert, Elvira Kelev Cattaneo, Adrien Szegoe

 

Alle Darsteller singen live“, so kündigt es uns eine Stimme aus dem Lautsprecher zu Beginn der Show an. (Davon gehen wir bei den Preisen doch aus, aber manchmal wäre es zu wünschen gewesen, wäre dies nicht so, doch dazu später.) Der eine oder andere Einsatz war nicht ganz synchron mit dem Orchester, was aber zu verzeihen ist, denn die musikalische Begleitung kam vom Band.

 

Das bekannte Lieder, wie z.B. „This is the moment“ aus Jekyll & Hyde konzertant anders wirken ist allgemein bekannt, aber ein lispelnder Dr. Jekyll lässt die Szene an diesem Abend leider etwas gewöhnungsbedürftig klingen oder lag es nur am schlechteingestellten Mikro?

 

In den schnelleren poppigeren Nummern aus ROCK OF AGES, FALCO, MAMMA MIA, ROCKY HORROR PICURE SHOW und WE WILL ROCK YOU gelingt es den Darstellen sehr gut die Stimmung auf die Zuschauer zu übertragen. Es zuckt in Händen und Füßen, die Stimmung schwappt über, steckt an und animiert zum Mitklatschen. Es wirkt fasst so als haben die Darsteller/innen an diesen Genre mehr Freude.

Eine starke Eröffnung bringt Alexander Kerbst zu Beginn des zweiten Teiles auf und vor die Bühne. Kerbst spielt gekonnt mit den Zuschauern, besonders mit denen in der ersten Reihe. Er weiss es seine männlichen Reize bewusst einzusetzen und sie mit seinen stimmlichen verschmelzen zu lassen. Ein „Sweet Transvestite“ eben, wie Man(n) sich ihn wünscht.

Die Darsteller /innen geben sich Mühe ihre Figuren mit Leben zu erwecken. Nur leider nimmt man einer Katze, welche zweifelsohne eine glockenklare Stimme hat, aber die Arie in einer opiumähnlichen Art vorträgt, ihr unerträgliches Leiden nicht so ganz ab. Und ob ein Phantom wie ein einsamer Eintänzer verzweifelt um seine Christin herumschwänzeln sollte, sei Inszenierungsmäßig zu diskutieren. In beiden Fällen passten die Darstellung und der gesanglicher Ausdruck so gar nicht zusammen. Dies ist schade, denn leider verlieren dann solche doch so starken Lieder an ihrer Gesamtqualität.

Das Highlight des Abends und somit auch die Rettung selbigens, war Martin Markert, sowohl stimmlich als auch körperlich. Seine Sanges-und Spielfreude, ob als fordernder Tod oder als verspielter Tarzan war zu jedem Zeitpunkt seines Auftrittes zu merken. Seine Töne kamen klar und treffsicher im Publikum an.

Fazit

Wenn Sie in die Welt des Musicals, unvorbelastet der größeren Inszenierungen eintauchen wollen, dann können Sie sich in dieser Show ein paar erste Einblicke verschaffen.

Und wie die Darsteller in ihrer Zugabe schon sangen: „The Show must go on“

Sind wir gespannt auf nächstes Jahr!

 

 

 

S.Finger

 

 

 

 

 

  

Les Miserables, Ensemble                                                       Rock of Ages, Ensemble

 

 

 

   

Tarzan, Martin Markert                                                                 FALCO, Alexander Kerbst

 

 


 

 

Foto (c) Oper Halle

 

 

 

Märchenhaftes auf der Opernbühne

„Peter Pan“- Musical Premiere am 21.03.2014

 

„Werde groß und mündig, aber bleibe in deinem Innersten immer ein Kind“ Worte von James Matthew Barrie, der die Vorlage für das Musical „Peter Pan „ geschaffen hat. Worte die genau das ausdrücken, was wir am Freitag Abend auf der Opernbühne Halle erleben durften.

 

Mit der deutschsprachigen Erstaufführung des Musical von Willis Hall (Buch) und Georg Stiles (Musik) geht das Opernhaus ein Wagnis ein, welches sich voll und ganz gelohnt hat.

Das Stück besticht durch ein fantasievolles und sehr beeindruckendes Bühnenbild, detailreiche Kostüme ( Bühnenbild und Kostüme von Karin Fritz) und herausragende Darsteller.

Zwei hohe weiße Türen, die das Bühnenbild einrahmen, führen den Zuschauer fantasievoll in die Märchenwelt des Peter Pan. Im Verlauf des Stückes rahmen sie immer wieder die verschiedenen Welten ein, das Kindenzimmer von Wendy und ihren Brüdern, den immergrünen Urwald mit wuchernden Pflanzen, die Piratenwelt oder die spektakuläre Nixenlagune mit Meeresrauschen und Videowasserfall.

Ein dünner transparenter Vorhang am vorderen Bühnenrand wird zur dreidimensionalen Projektion der Flugszene von Peter Pan, Wendy und ihren Brüdern nach Nimmerland genutzt. An Flugseilen schweben die 4 so durch die Sphären , eine atemberaubende und verzaubernde Szene.

 

Als alt gewordene Wendy führt Gabriele Bernsdorf durch das Stück. Sie erzählt die Geschichte mit warmer Stimme und sehr viel Charme. Eine Rolle die ihr auf den Leib geschrieben scheint.

 

Angela Mehling überzeugt als Mrs. Darling schauspielerisch. Auf Grund einer Erkältung fehlte es aber an gesanglichen Höhepunkten.

 

Cusch Jung, wird 4-fach tätig, als Vater Darling, Captain Hook und vor allem als Regisseur und Choreograph – eine wirklich herausragende Leistung. Er überzeugt bei allem was er tut – einfach großartig, was auch der tosende Applaus am Ende der Vorstellung und zur Premierenfeier zeigte. Er sagte „In dir muss brennen, was Du in anderen entfachen willst“. Er hat ein wahres Märchenfeuer auf der halleschen Bühne entfacht, in allen die auf und neben der Bühne arbeiten und auch im Publikum.

 

Wieder sehr überzeugend in der Titelrolle des Peter Pan , Björn Christian Kuhn. Mit Pfiff und der dazugehörigen Kindlichkeit verleiht er seinem Peter Charakter. Besonders zu erwähnen die klare Stimme bei so akrobatischen Körpereinsatz am Flugseil.

 

Ines Lex, die junge Wendy, besticht durch ihren lieblichen Gesang und ihr kindliches Spiel. Ein Volltreffer für diese Rolle.

 

Gesanglich sehr gut eingestellt von Peter Schedding, der Kinder- und Jugendchor. Die Jugendlichen übernehmen die Rollen der verlorenen Jungs und der Indianerinnen. Gute Stimmen, Spieltalent und viel Power bringen die Jugendlichen auf die Bühne. Es macht Spaß ihnen zuzusehen. Hier zahlt sich das Konzept der Oper aus auf die Jugend zu setzen und Talente zu fördern.

 

Die Herren des Opernchores stehen Captain Hook als herrlich naive Piratenbande zu Seite. Jede einzelne Nebenrolle wurde perfekt besetzt.

 

Dieses Musical muss ohne große Ohrwürmer auskommen, was dem Stück keinen Abbruch tut. Die kleine Band liefert unter der Leitung von Kay Stromberg einen guten Sound, teilweise etwas elektronisch aber rhythmisch klangvoll.

Die Tontechnik hatte an diesen Abend nicht ihren besten Tag, ständig verspätete Einsätze bei der Mikroportverstärkung dürfen in dieser Vielzahl nicht passieren. Teilweise war der Ton blechern und mit zu viel Hall belegt.

 

Dennoch war es ein perfektes Bühnenerlebnis und für die Oper Halle wieder ein Musical, welches vom Publikum mit sehr viel Applaus und Jubel bedacht wurde.

Dieses Musical ist ein Muss für alle großen und kleinen Kinder und für alle die Märchen lieben.

 

Sylvia Baierl

 

 

 

Foto (c) Oper Halle

 


 

 

 

 

 

 

 

 

Das Phantom der Oper

nach dem Bestseller-Roman von Gaston Leroux


 

Die Geschichte ist bekannt – der entstellte Mann mit der Maske regiert in der Pariser Oper unerbittlich mit eiserner Hand und setzt seine „Wünsche“ konsequent durch, in dem er Angst und Schrecken verbreitet.

Als er sich in das Chormädchen Christine verliebt, entführt er sie zuerst in sein Reich – die düsteren Katakomben unter der Oper – und macht sie später zu einer gefeierten Opern-Solistin.


 

Am 18. Februar gastierte die Version von Arndt Gerber (Musik) und Paul Wilhelm (Text) in der Chemnitzer Stadthalle und begeisterte das Publikum mit einem tollen Ensemble und großem Orchester. Die Solisten konnte durch starke Stimmen und abwechslungsreiches Schauspiel überzeugen. Das Bühnenbild ist recht einfach gehalten, was jedoch mit Sicherheit dem Tourneecharakter geschuldet ist.


 

Leider erwarten viele Zuschauer die bekannten Melodien von A.L. Webber und sind dann enttäuscht von der Neukomposition. Es ist also in jedem Fall empfehlenswert, sich von vornherein klar zu machen, dass es sich um eine Neuinszenierung handelt und unvoreingenommen in die Vorstellung zu gehen – dann kann man das Stück auch genießen!


 

Das Phantom der Oper ist ab Dezember 2014 wieder in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu sehen.


 

Weitere Informationen: http://www.dasphantomderoper.com/

 

 

 


 

NIGHT OF THE DANCE

15.02.2014 in Dresden

 

 

 

 

 

Rasante Tanzshow vereinigt Irish Dance sowie tolle Choreografien zur Musik von u.a. Michael Jackson, U2 und Robbie Williams

 

Am 15. Februar gastierte die Tanzshow NIGHT OF THE DANCE im alten Schlachthof Dresden. Die Solotänzer mit Weltklasse-Niveau beeindruckten das Publikum mit Highlights aus Lord of the Dance, Dirty Dancing und vielem mehr. So faszinierte besonders das Medley aus Afrika-Afrika durch tolle Maske, beeindruckende Kostüme und spannende Lichtgestaltung. Eine Tanzchoreografie zu Michael Jackson's Thriller setzte dem King of Pop ein würdiges Andenken.

 

Kritik gibt es hier nur an der Location. Die Akustik des Alten Schlachthof lässt leider sehr zu wünschen übrig. Außerdem ist die Sicht aus den vorderen Reihen sehr schlecht – teilweise sind aufgrund der Bühnenhöhe nur die Oberkörper der Akteure zu sehen und in den folgenden Reihen ist die Sicht aufgrund der nicht ansteigenden Anordnung ebenfalls eingeschränkt.

 

NIGHT OF THE DANCE ist in jeden Fall einen Besuch wert.

 

Termine für die kommende Tournee sind bald hier zu sehen: http://www.nightofthedance.de/

 


 

 

 

 

 

 

Im Traumland der Schatten

Shadowland - PILOBOLUS Dance Theaters, 19.01.2014, 20:00 Uhr, Erdgas-Arena Riesa

Bereits der Anfang der Show gestaltete sich akrobatisch tänzerisch in einer phantasievollen Art und Weise. Der Zuschauer wurde schnell und spielerisch in das Thema der Show entführt:

Ein junges Mädchen im Teenager-Alter, unzufrieden mit ihrem Aussehen und Ihrem Körperbau, möchte sich mit Lippenstift und Socken in den Cups etwas aufhübschen – das gefällt den Eltern überhaupt nicht. Sie will rebellieren, aber man will ihr lernen: Akzeptiere und liebe dich so wie du bist! Mit dieser Botschaft geht das Mädchen in ihr Bett (aus 3 athletischen Männerkörpern geformt) und schläft ein:

….Leinwände ziehen sich auf – die Show beginnt!

Phantasiereich, verwundernd und voller Begeisterung werden die Träume der jungen Frau dem Zuschauer dargeboten. Sie erlebt zuerst Hohn und Spott – will sich verkriechen – aber das Universum wird ihr in ihrem Traum zeigen, dass man auch mit einem anderen Aussehen und abseits von der „Normalität“ lernen kann, sich so zu lieben wie man ist und verwandelt den Kopf des Mädchens in einen Hundekopf. Sie erlebt wahre und falsche Freundschaft, soll gekocht und gegessen werden, wird ausgenutzt, eingesperrt, gejagt und ausgelacht…..aber letztendlich auch akzeptiert und sogar geliebt! Das alles hervorragend, spannend und poetisch in Szene gesetzt, mit Schattenrissen über mehrere, zum Teil sogar bewegliche Leinwände. Aus schönen Körpern werden Autos, Elefanten, blühende Bäume, Burgen und sogar ein Zentaur - und das alles im fließenden Übergang in einer akrobatisch-tänzerischen Höchstleistung. Ich war verzaubert und sie hatten es geschafft mich in ihre einzigartige Welt zu entführen.

Der Zuschauer bekommt eine wirklich faszinierende Show, mit Tanz, Akrobatik, Schauspiel, Artistik, Körperkunst und Erotik zu sehen. Dieser einmalige Mix macht es einfach unmöglich, diese Show in ein bestimmtes Genre zu stecken. Es ist von allem etwas und macht die Show auch deshalb zu einem unvergesslichen Erlebnis. Ein Besuch lohnt sich!

Alles in Allem eine toll inszenierte Show mit absolutem „WOW-Effekt“!

 

Kathrin Mühle

 

 

 

 


Premiere von TARZAN

 Stuttgart, 21.11.2013

 

Zum Foto-Album

 

 

 

Fotos (c) Birgit Buchholz

 

 


 

 

Wagners Ding mit dem Ring“

 

- Der Titel lies in der Vorankündigung des Wagner Jubiläumsjahres schon große Spannung aufkommen. Wagner brauchte 16 Stunden, für ihr Auftragswerk kürzten Autor (Ulrich Michael Heissig) und Komponist (Thomas Zaufkte) den Ring auf 2,5 Stunden Spielzeit. Kommt das an?

Ja und wie!!!

Mit dieser Produktion ist beiden ein spritzig, heiteres Bühnenwerk gelungen, welches an der Musikalischen Komödie am 26.10.2013 in Leipzig, seine Uraufführung der besonderen Art erlebte. Ein Nibelungical entstand, Wagner in Reimkultur-, welches sich an die Werke zwischen Gershwin und Hammerstein anlehnt, so Zaufke. Stefan Diederich übernahm die musikalische Leitung und führte seine Musiker gewohnt taktvoll durch den Abend.

 

Zum Stück

In zwei Akten, in vier Teilen führt uns Wotan Wagner, Urenkel eines nach Amerika ausgewanderten Cousins Richard Wagners und Chef einer durch Europa tourenden Musical-Truppe, durch die Version ihrer Bühnenfassung vom Ring. Durch Abwesenheit des Hauptdarstellers schlüpft er selbst in die Rolle des Göttervaters Wotan. Ein Wechselspiel zwischen WW / Wotan, welches optisch unterstrichen durch das Wenden des Mantels gut herausgearbeitet wurde, beginnt. Milko Milev überzeugt mit allem Können seines Faches, seine Spiel- und Sangesfreude sprüht förmlich Funken auf das Publikum über.

 

 

  

 

Wie sooft lockt das Weib, in diesem Falle die verführerischen Rheintöchter (Anne Hoth / Corinna Ellwanger / Johanna Zett), liebreizend aber berechnend, entsprechend der Rolle sehr gut angelegt. Sie bewachen das Rheingold, umschmeicheln den Zwergen Alberich „Rhein, Rhein spring doch rein“, er erkennt das Spiel jedoch, verflucht die Liebe und erhält den Schatz. Konstadin Arguirov als ausdrucksstarker Bariton, intonierte seinen Fluch sehr herzzerreißend. Der Kampf um den Ring beginnt.

 

 

  

 

Special Effects, entstanden durch Einsatz von Großfiguren sind besonders hervorzuheben. Riesige Riesen fordern ihren Lohnaußertarif, Stimme verliehen ihnen Andreas Rainer und Fabian Eglie, welche am Bühnenrand außerhalb sprachlich agierten. Das Zusammenspiel von Stimme und Bewegung der Großfiguren ließen Habgier und Missgunst besonders gut erkennen. Eine fabelhafte Leistung aller Beteiligten.

 

 

  

 

Siegmund (Christian Alexander Müller) trifft auf seine verloren geglaubte Schwester Sieglinde (Sabine Töpfer), zieht das Schwert aus dem Weltenbaum, wird im Kampf mit Hunding erstochen, die Zeit für die Zeugung eines Kindes reichte Wagner noch aus, sodass er, seinem Vater ebengleich, als Siegfried wiederaufersteht. Christian Alexander Müller verlieh selbigem groß, blond und blauäugig einen echten Heldencharakter. Nicht dass er nur ein Schwert neu schmieden konnte, er traf jeden Ton so perfekt, so dass sein Solo „ Ich bin ein Held“ das Publikum zu Begeisterungsstürmen und Bravorufen antrieb.

 

 

  

 

Nachdenkliche Momente verbarg Sieglindes / Brünhildes Duett „Eine Frau“, von Sabine Töpfer und Julia Ga`mes Martin emotional dargeboten.

 

 

  

 

Dass man „Angstlos durch Leben gehen“ sollte, davon sagen Mime und Wotan (Milko Milev), dass Mime garnicht so angstfrei war, brachte Andreas Rainers Schauspiel anschaulich zum Ausdruck.

 

 

 

Wer sich von steppenden, swingenden, jodelnden Walküren nach Walhall entführen lassen will, der bestaune die hervorragende Leistung vom Ballett der Musikalischen Komödie unter der Choreografie von Ricarda Regina Ludikeit. Die Damen und Herren des Chores der Musikalischen Komödie, unter der Leitung Matthias Drechslers bewiesen nicht nur ihr gesangliches, sondern auch tänzerisches Talent, besonders gut zu Erkennen im Darstellen des Feuerringes.

 

Zusammengefasst: Ob Goldschmiedendes Zwergenvolk, kämpfenden Riesen, reitenden Walküren, Siegfried, Hagen, Alberrich, sowie der Göttervater und sein Gefolge, jeder Darsteller reimt sich in den einzelnen Szenen mit Freude durch seine Figur, der Götterdämmerung entgegen.

 

 

  

 

Der“ Brünhilde ist eine „die“ und spontan wird sich verliebt. Und was im Wagners Ring im Untergang endet, wird in diesem Stück clever gelöst indem………..aber sehen Sie doch selber ;)

Vertrauen Sie nicht auf Wagnerklänge im Original, lassen Sie sich darauf ein, den Ring mit einem schmunzelten Auge anzusehen, dann werden Sie einen Abend haben, der Ihnen ein paar Lachfalten mehr beschert.

 

 

  

 

Mögen dem Stück eine lange Spieldauer und dem Hause ein wohlwollender Kulturbeauftragter beschieden sein, sodass auch Ehrengast Erda Erdmann (Sybille Busch/ Karin Veit) in noch viele musikalische Genüsse versetzt werden kann.

 

Autor: S.Finger

 

 

Fotos (c) Bettina Lehmann/Musical Boulevard

 

 

URAUFFÜHRUNG
Musical in zwei Akten | Buch und Songtexte von Ulrich Michael Heissig | Musik von Thomas Zaufke | Orchestrierung von Bernd Wefelmeyer

Musikalische Leitung Stefan Diederich Christoph-Johannes Eichhorn | Inszenierung, Choreografie Ricarda Regina Ludigkeit | Bühne, Kostüme Rainer Sinell | Choreinstudierung Mathias Drechsler | Dramaturgie Marita Müller

Besetzung

Wotan Milko Milev | Siegmund/Siegfried Christian Alexander Müller | Brünnhilde Julia Gámez Martin | Sieglinde/Gutrune Sabine Töpfer | Alberich Kostadin Arguirov | Mime Andreas Rainer | Fricka Angela Mehling | Hunding/Hagen/Wolf/Drachenstimme Fabian Egli | Loge/Gunther/Fuchs Jeffery Krueger | Stage Manager Anne-Kathrin Fischer | Woglinde/Grimgerde Anne Hoth | Wellgunde/Gerhilde Corinna Ellwanger | Floßhilde/Rossweiße Johanna Zett | Ortlinde/Freya/Eichhörnchen Antje Eckermann | Waltraute/Waldvogel Barbara Wanasek | Schwertleite Verena Barth-Jurca | Siegrune Mirjam Neururer | Helmwiege Tina Haas | Donner Jens Lützner | Froh Holger Mauersberger | Fasolt (Darsteller) Stephen Budd | Fasolt (Stimme) Andreas Rainer | Fafner (Darsteller) Walid Mahmoud | Fafner (Stimme) Fabian Egli |Erda Erdmann Sibylle Busch/Karin Veit | Ballett, Chor und Orchester der Musikalischen Komödie


 

Weitere Spieltermine:

Dienstag, 05.11., 19:30 Uhr

Dienstag, 26.11., 19:30 Uhr

Samstag, 25.01., 19:00 Uhr

Sonntag, 26.01., 15:00 Uhr

Samstag, 01.03., 19:00 Uhr

Sonntag, 02.03., 15:00 Uhr

Samstag, 05.04., 19:00 Uhr

Sonntag, 06.04., 15:00 Uhr

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

Gefährten – Medienvorstellung 19.10.2013

 

 

 

Rechtzeitig und kurz vor dem Gedenkjahr 2014, einhundert Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs, kommt „War Horse“ vom vielfach preisgekrönten Michael Morpurgo, nun auch auf eine deutschsprachige Bühne. Die Adaption hierfür schuf John von Düffel, renommierter Bühnenautor und Dramaturg am Deutschen Theater Berlin. Er zeigt, dass Tiere als Leidtragende im Zentrum des Theaterstücks stehen und an Ihnen die Schrecken des Krieges besonders spürbar werden.

Die Regie übernimmt in Berlin Polly Findlay, sie versteht es die Extreme des Krieges und die Interaktion der Tiere und Menschen gut in Szene zu setzen.

 

 

 

 

 

Das Theaterstück

 

 

Im Jahr 1912 ersteigert Ted Narracott ein junges Jagdfohlen und gibt die gesamten Ersparnisse dafür aus. Sein Sohn Albert soll auf Wunsch der Mutter die Erziehung und Pflege übernehmen. Albert lehrt das Fohlen auf den Namen „Joey“ und seinen Eulenruf zu hören, bald verbindet beide eine tiefe Freundschaft.

 

 

 

 

 

Zu Beginn des 1. Weltkrieges verkauft Alberts Vater Joey an die Armee. Albert, der nichts davon wusste, ist wütend, dennoch lässt er es geschehen, als Captain Nicholls verspricht, sich um Joey zu kümmern und auf ihn aufzupassen. Captain Nicholls fällt in Frankreich. Als Albert davon erfährt, meldet er sich freiwillig für die Front um Joey zu finden. Eine lange Suche beginnt...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Bühnenbild

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Bühnenbild ist zurückgenommen und kommt mit wenigen Holz- und Stahlkonstruktionen aus, welches durch abstrakte Landschaftsprojektionen im Hintergrund gestützt wird. Doch braucht es nicht mehr, getragen wird das Stück von der Geschichte und den Darstellern. Die Pferde tun ihr übriges dazu, die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Schon nach kurzer Zeit nimmt man nicht mehr wahr, dass diese grandiosen lebensechten Figuren von 3 Menschen gespielt werden. Sie atmen, sie bewegen sich so getreu nach dem Original, dass sie einen einfach nur faszinieren. Licht – und Toneffekte, düster und dunkel geben die Schrecken des Krieges wieder. Zwitschernde Vögel, welche an Stangen herumgeschwenkt werden und eine Gans auf Rollen, die über die Bühne schnattert, stellen die heiteren Momente des Stücks dar. Feiner englische Humor bringt mich zum Lachen, Kriegsgreul treiben mir die Tränen in die Augen.

 

 



 

 

 

 

 

Die Darsteller

 

 


 

 

 

 

 

 

 

Philipp Lind gelang es meisterlich, das innere Wachsen von Albert und die innige Beziehung zu seinem Joey darzustellen.

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

Heinz Hoenig als Alberts Vater, schafft es in der Vorpremiere noch nicht, schauspielerisch und stimmlich seiner tragenden Rolle den richtigen Charakter zu verleihen.

 

 

 

Besonders positiv erlebte ich Silke Geertz, als Rose Narracott. Sie kann als Alberts Mutter und Teds Ehefrau mit Witz und Charme überzeugen.

 

 

 

 

 

Auch die anderen Darsteller schaffen es das Publikum durch ihre Mimik und Gestik in ihren Bann zu ziehen und bereiten einen Theaterabend den man so schnell nicht vergisst.

 

 



 

 

 

 

 

Galoppiert Joey auch in Deutschland zum Erfolg ?

 

 


 

 

 

 

 

Zum Bühnenhit wurde das Stück erst durch die Kunst des Puppenspiels der „Handspring Puppet Company“ aus Südafrika Die Pferde laufen und traben wie lebendige Tiere, sie schnauben und wiehern und tragen, gesteuert von drei Puppenspielern, ihre Reiter.

 

 

 

 

 

 

 

Es muss sich erst zeigen,welches Publikum sich für die ungewöhnliche Inszenierung findet. Anders als in Großbritannien und den USA sind auf deutschen Bühnen Stücke, die zwischen dem Kunstanspruch des Feuilletons und dem Klamauk von Komödientheatern angesiedelt sind, eher selten.

 

 

 

 

 

 

 

Auch für die Musicalfans, die klassische Zielgruppe des Produzenten Stage, ist „Gefährten“ wegen der Kriegsthematik Neuland. Kritisiert wurden bereits von Besuchern der Voraufführungen fehlende Musik und Gesangseinlagen.

 

 


 

 

 

 

 

Für mich war es dennoch ein sehr schöner und lohnender Theaterabend, ich war fasziniert von den Pferden und den Emotionen die durch sie hergestellt wurden und Freundschaft zwischen Mensch und Tier, welche für mich sehr realistisch erschien.

 

 



 

 

 

 

 

S.B.

 

 

 

 


 

 

Märchen schreibt die Zeit – auch in Leipzig!


Premiere DIE SCHÖNE UND DAS BIEST

 

Am 11. Juli 2013 feierte das Musical „Die Schöne und das Biest“ seine Premiere in der Oper Leipzig. Das Ensemble des „Budapester Operetten- und Musicaltheaters“ nahm das Publikum mit auf eine märchenhafte Reise. Es zeigt, dass Äußerlichkeiten bedeutungslos sind und es nur auf die inneren Werte ankommt. Zudem kann die Liebe jedes Hindernis überwinden.

Die schöne Belle weist den eitlen Frauenschwarm Gaston ab und gewinnt das Herz des Furcht einflößenden, abscheulichen Biestes. Und da sie nichts auf Äußerlichkeiten gibt, erkennt sie auch sehr schnell, dass unter der harten Schale ein sehr weicher Kern sitzt.

Es ist geradezu entzückend, wie das „gefährliche“ Biest beim Verarzten seiner im Kampf zugezogenen Wunden vor Schmerzen jammert.

Sándor Barkóczi vermittelt glaubhaft das anfangs bösartige Biest und schafft es, mit der Zeit herauszustellen, dass das Biest nicht böse, sondern eigentlich verbittert und von der Welt enttäuscht ist. Er strengt sich dann an, trotz seiner körperlichen Grenzen ein perfekter Edelmann zu sein, um Belle zu imponieren, was zeitweilig sehr unbeholfen und tollpatschig erscheint.

Kitti Jenes ist eine zauberhafte Belle. Sie gibt das ruhige, in sich gekehrte Mädchen, das aus Liebe zu ihrem Vater Maurice (Attila Bardóczy) ihre Ängste überwindet. Gleichzeitig ist sie von Anfang selbstbewusst, z.B. wenn sie auf sehr charmante Weise den Heiratsantrag von Gaston (Attila Németh) ablehnt.

Das verwunschene Hauspersonal des Biestes ist rollendeckend besetzt mit Ádám Bálint als Lumière, Tamás Földes als Herr von Unruh, Lilla Polyák als Madame Pottine, Bálint Csősz als Tassilo, Ildikó Sz. Nagy als Madame de la Grande Bouche und Edit Vörös als Babette.

 

Die Schöne und das Biest wird für eine märchenhafte Vorweihnachtszeit in Zürich sorgen, über den Jahreswechsel in Essen zu Gast sein und danach Bremen verzaubern.

Seien Sie dabei!!!

B.L.

 


 

Der Time Warp lässt den Marktplatz von Castrop-Rauxel erbeben

Premiere Richard O'Brien's THE ROCKY HORROR SHOW am 14.06.2013

 

 

Die Frischverlobten, Brad Majors und Janet Weiss, landen nach einer Reifenpanne bei Unwetter auf der Suche nach einem Telefon im Schloss des exzentrischen Frank'n'Furter. Dort erleben Sie die Nacht ihres Lebens, welche nach hemmungslosen Exzessen in einer Floorshow ihren vermeintlichen Höhepunkt findet – aber damit die Geschichte noch nicht zu Ende...

 

Die Inszenierung des Westfälischen Landestheater überzeugt mit einem tollen Ensemble. Die Kostüme sind stark angelehnt an den Film aus den 70er Jahren.

Auch das Publikum in Castrop-Rauxel befolgte die „Benimmregeln“ dieses Mitmachstücks und warf fleißig mit Reis, Klopapier und den kreativen Toastscheiben-Bierdeckeln aus der Mitmachtüte. Spätestens beim Time Warp hielt es keinen der Premierengäste mehr auf seinem Sitz und die Tribüne auf dem Markplatz bebte vor tanzenden und singenden Zuschauern.

 

Das Ensemble ist perfekt besetzt, allen voran Leon van Leeuwenberg, der als herrlich skurriler Frank'n'Furter in Strapsen und High Heels über die Bühne stöckelt.

Chris Murray interpretiert den schrulligen Riff Raff mit viel Witz auf eine ganz eigene, besondere Art und ist fast permanent auf der Bühne präsent, wodurch er der Inszenierung eine besondere Note verleiht. Es ist ein Spaß, sein Tun im Hintergrund zu beobachten.

Seine Schwester Magenta wird dargestellt von Sophie Schmidt, welche anfangs glaubhaft das unterwürfige Hausmädchen „spielt“, umso größer ist die Überraschung am Schluss, als sie ihr wahres Ich präsentiert. Unterschwellig lässt sie auch das Thema „Geschwisterliebe“ erahnen und zeigt sich hemmungslos im „Liebesspiel“ mit Columbia. Letztere wird gespielt von Julia Panzilius, welche auch mit ihrer Solo-Step-Einlage überzeugt.

Brad und Janet werden verkörpert von Daniel Printz und Michèle Fichtner. Die Beiden mimen glaubhaft das herrlich naive, unschuldige Paar, welches nach und nach – unabhängig voneinenader – die Lust entdeckt.

Stefan Reil spielt das körperlich perfekte Retortenwesen Rocky, das leider nicht allzuviel Hirn abbekommen hat. Steffen Weixler rockt als Eddie die Bühne und kehrt später als dessen Onkel Dr. Scott zurück, um die Außerirdischen zu enttarnen.

 

Nach einer kurzen Open-Air-Spielserie im Sommer wird die Rocky Horror Show im Herbst in eine ganze Reihe westfälischer Theater zurückkehren und sogar ein Gastspiel in der Schweiz haben.

Fazit: UNBEDINGT HINGEHEN!!!

 

 B.L.

 

 

 

 

 

 


 

 

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