Musical Boulevard

Kritiken

 

2018 2017   2016

 

 



2018


 

 

Uwe Kröger & Pia Douwes

Das Traumpaar des Musicals - 25 Jahre seit "Elisabeth"

 

09.01.2018 -  29.01.2018

Essen - Leipzig - Hamburg - Berlin - Dresden - Stuttgart - Duisburg - Düsseldorf - Frankfurt - Köln

 

 

20 Uhr, die Bühne dunkel, der ganze Saal hält den Atem an. Über eine Beamerprojektion ein Originaleinspieler. Ausschnitte des am 3. September 1992 in Wien uraufgeführten Musicals ELISABETH werden gezeigt. Dann treten sie ins Scheinwerferlicht, die Beiden, der Urtod und seine Elisabeth, längst als Traumpaar der Musicalszene bekannt, welches ihnen die Herzen zu Füßen legt.

 

So ist es auch verständlich, das im ersten Teil des Programms komplett ELISABETH Raum gegeben wird. Klassiker wie: „Wenn ich tanzen will“, „Nichts, nichts, Garnichts“, „Der letzte Tanz“ und „Boote in der Nacht“ erklingen. Musikalisch begleitet werden sie von der Herwig Gratzer-Band. Das Vokalistenensemble „Gudrun“ wird auf dieser Tour gesanglich und schauspielerisch stärker in die Rollensequenzen der einzelnen Musicals mit einbezogen, beim Publikum kommt dies sehr gut an.

 

Sie verstehen sich blind, so Pia Douwes: „ …wie ein altes Ehepaar“ und das spürt man auch. Sie schenken dem Publikum an diesem Abend besondere Momente gemeinsamer Erinnerungen, erzählen über Stücke, die sie zusammen in ihrer Karrierelaufbahn spielten, aber auch von Tücken des Lebens, die ein Zusammenspiel verhinderten.

 

Im Repertoire des zweiten Teiles stehen große Solos sowie Duette der Beiden. Ob Divalike als Norma Desmond „Nur ein Blick“ (Sunset Boulevard) oder mystisch angehaucht als Mrs. Danvers „Rebecca“ (Rebecca), Pia Douwes überzeugt gesanglich auf ganzer Linie. Ihre Mimik und Gestik ist perfekt in der Rolle, auch konzertant. Uwe Kröger steht ihr in keinster Weise nach, trotzdem hat man leise das Gefühl, es täte ihm und seinen Stimmbändern gut, Titel wie das „Phantom der Oper“ aus dem Programm zu nehmen. Aber er überstrahlt durch Aura und Bühnenpräsenz diese kleinen, nicht stimmigen Tonnuancen. Er vermag es, sein Publikum mit einem Lächeln um den Finger zu wickeln. Gefühlsstarker Moment, das Duett „Zeitlos“ (Hairspray) mit sich selbst als Edna Turnblad und als Zsa Zsa „Ich bin was ich bin“ (La cage au folles), in denen Kröger die Frau in sich zum Vorschein bringt und für Toleranz des Anderssein wirbt. Zwischenapplause!

 

Interessante Geschichten, von kleinen blauen Pillen, früheren Pudelfrisuren und intensiven Augenblicken verfeinern den Abend zu einer runden Sache.

 

25 Jahre, Uwe Kröger schmunzelt: „ Silberhochzeit“ und liebevoll greift er nach Pia Douwes' Hand.

 

Wünschen wir uns, dass diese musikalische Liebesbeziehung noch lange hält. Auf eine Perlenhochzeit im Jahre 2023!

 

Sabine Finger

 

 

  

Foto: Vereinigte Bühnen Wien                                                                  Foto: Brinkenhoff/Moegenburg

 

 

 

 

1 Teil -  Elisabeth Block

Overtüre (Gudrun)

Wenn ich tanzen will (Pia Douwes und Uwe Kröger)

Die Schatten werden länger (Uwe Kröger)

Ich gehör nur mir (Pia Douwes)

Elisabeth, mach auf mein Engel (Gudrun, Pia Douwes und Uwe Kröger)

Milch (Gudrun)

Nichts, nichts, gar nichts (Pia Douwes)

Der letzte Tanz (Uwe Kröger)

Boote in der Nacht (Pia Douwes und Gudrun)

Der Schleier fällt (Pia Douwes und Uwe Kröger)

 

2 Teil

Overtüre

Bist du erst 50 (frei nach The Addams Family) (Uwe Kröger und Pia Douwes)

Nur ein Blick – Sunset Boulevard (Pia Douwes)

Instrumenal

All that Jazz – Chicago (Pia Douwes)

Money makes the world go around – Cabaret (Uwe Kröger)

Zeitlos – Hairspray (Uwe Kröger)

Immer wenn du lachst – Dr. Dolittle (Uwe Kröger)

I miss the mountains – Next to normal (Pia Douwes)

Ich bin was ich bin – La cage aux folles (Uwe Kröger)

Rebecca – Rebecca (Pia Douwes)

„ Gudrun“

Musik der Nacht – Phantom der Oper (Uwe Kröger)

Das Phantom der Oper – Phantom der Oper (Pia Douwes und Uwe Kröger)

Always Look On The Bright Side Of Life -  Spamalot (Uwe Kröger  und Pia Douwes)

Time of my Life - Dirty Dancing (Uwe Kröger und Pia Douwes)

 

 



2017


 

Gaines Hall, Sophie Berner, Frederike Haas, Christian Alexander Müller, Musicalensemble | FOTO © Jutta Missbach

 

 

The Lights of Broadway

 

Musical- Revue

 

Staatstheater Nürnberg

 

Der Broadway – das wohl berühmteste und größte Unterhaltungszentrum der Welt – der Ort an dem Musikgeschichte geschrieben wurde und bis heute wird. Eine bunte Welt aus Glitzer und Glamour – diese Welt hat nun am Opernhaus Nürnberg Einzug gehalten.

 

Glitzervorhang, Showtreppen, Spiegelkugeln und die Bigband „The Knights of Broadway“ unter Leitung von Kai Tietje – ein Bühnenbild perfekt für eine Revue, deren Songs aus der Goldenen Broadway-Ära zwischen 1920er und 1960er Jahren stammen. Ebenso in diese Zeit passend die hervorragenden Kostüme, deren Zahl sich zwischen 60 und 70 bewegt. Jedes einzelne ein Hingucker!

 

 

Frederike Haas, Gaines Hall   |   FOTO © Jutta Missbach

 

 

 

Mit einem schwungvollen Opening eröffnen die 4 Protagonisten, Sophie Berner, Frederike Haas, Christian Alexander Müller und Gaines Hall die Show. Sofort wird man vom Esprit der 4 mitgerissen.

 

Es folgen Ausschnitte aus Cole Porters „Kiss me Kate“ mit Sophie Berner und Christian Alexander Müller, welche in diesem Stück bereits eindrucksvoll am Opernhaus Nürnberg zu erleben waren.

 

 

Gaines Hall, Sophie Berner, Frederike Haas, Christian Alexander Müller, Musicalensemble   |   FOTO © Jutta Missbach

 

 

Gaines Hall (Konzeption, Inszenierung, Choreographie) wählte bewusst die klassischen Musicals von Komponisten wie Cole Porter, George und Ira Gershwin, Richard Rogers, Cy Coleman, dem wundervollen Stephan Sondheim und vielen anderen, welche in den goldenen Zeiten des Broadway stilbildend waren.

 

Hervorragend arrangiert wurde die Musik von Kai Tietje, der vor allem bei Klassikern wie „Kiss me Kate“ in die Trickkiste greifen musste, da dieses Stück für ein großes Orchester geschrieben ist. Musik und Sänger harmonieren wunderbar. Es ist ein besonderes Erlebnis für Jung und Alt, dem Geschehen auf der Bühne zu folgen.

 

 

Sophie Berner   |   FOTO © Jutta Missbach

 

 

Sophie Berner brilliert unter anderem mit ihren Solosongs „Cabaret“ und dem „Lied der Spinnenfrau“. Frederike Haas erlebt man eindrucksvoll als Roxie Hart und mit dem Titel „People“ aus „Funny Girl“. „If I loved you“ und „The Impossible Dream“, wundervoll dargeboten von Christian Alexander Müller, laden zum Träumen ein. Gaines Hall steppt sich in die Herzen des Publikums mit „They can´t take that away from me“ und „I´m singing in the rain”. Witzige, spritzige Moderationen und Tanzeinlagen der Solisten runden die Revue ab. Auch die 8 Nachwuchsdarsteller können mit „You´ll never walk alone“ und „Streamheat“ ihr Talent zeigen.

 

 

Gaines Hall, Kai Tietje mit Orchester   |   FOTO © Jutta Missbach

 

 

 

„The Lights of Broadway“ in Nürnberg und ab 14.Januar 2018 auch am Theater Heilbronn ist eine abwechslungsreiche, glitzernde, witzige, spritzige Revue, die man auch öfter anschauen kann, sozusagen ein „Must see“! Wer klassisches Musical liebt und mal was anderes als Mainstream erleben möchte, sollte sich diese Show nicht entgehen lassen.

 

Ensemble: Sophie Mefan, Miriam Neumaier, Tamara Pascual, Patrizia Unger, Tobias Rupprecht, Johannes Osenberg, Tobias Stemmer, Daniel Wagner

 

„The Knights of Broadway“: Günter Voit, Christian Reinhard, Peter Braun, Florian Wehse, Christian Ehringer/Sebastian Strempel, Jürgen Neudert/Denis Cuni, Andreas Blüml/Philipp Webendörfer, Norbert Meyer-Venus, Christoph Huber, Esteban Domínguez-Gonzalvo/Francesco Greco, Kai Tietje

 

Mitarbeit Regie: Annika Nitsch, Bühne: Marie Pons, Licht: Karl Wiedemann, Sound: Boris Brinkmann, Dramaturgie: Kai Weßler

 

 

Text: Sylvia Baierl

 

 

 

Gaines Hall, Frederike Haas, Sophie Berner, Christian Alexander Müller |  FOTO © Jutta Missbach

 

 

 


 

 


 

 

 


 

 


 

 

L-U-T-H-E-R

 

Luther - Das Pop-Oratorium von Michael Kunze und Dieter Falk

Eine Produktion von Jens Menke und Michael Potthast

 

Zum Ende des Luther-Jahres haben die Produzenten Jens Menke und Michael Potthast das Pop-Oratorium Luther exklusive ins Emsland geholt.

 

In einer mehrmonatigen Vorbereitungsphase hatten 330 ausgewählte Teilnehmer in mehreren Einzelchören geprobt. Und am 4. November 2017 war es dann soweit – in der nahezu ausverkauften Emsland Arena Lingen teilten sie die Bühne mit 7 Solisten und einem 4-köpfigen Ensemble.

 

 

 

 

 

Unter der Regie von Dominik Lapp, der musikalischen Leitung von Jason Weaver und der Choreografie von Julia Felthaus ist eine mitreisende Show entstanden, die der Frage nachgeht: „Wer ist Martin Luther?“

 

Das "Pop-Oratorium Luther - Das Projekt der tausend Stimmen" entstand aus der Idee, die Grundanliegen der Reformation in einer zeitgemäßen, unterhaltsamen Form anhand der Person Martin Luthers für eine breite Öffentlichkeit zu erzählen. Und so schufen der Komponist Dieter Falk und der Librettist Michael Kunze nach dem Pop-Oratorium „Die 10 Gebote“ (2010-2012) dieses neue große Stück Musik.

 

 

 

 

 

 

Die Handlung (erzählt von Michael Kunze)

Im Mittelpunkt der Handlung steht Martin Luther, der 1521 vor dem Reichstag von Worms aufgefordert ist, seine kirchenkritischen Aussagen zu widerrufen. Mit Rückblenden und Ausblicken rund um das dortige Geschehen erzählt das Pop-Oratorium von Luthers Ringen um die biblische Wahrheit und von seinem Kampf gegen Obrigkeit und Kirche – eine spannende Geschichte über Politik und Religion ebenso wie über die Person Martin Luther. Und ein außergewöhnlicher Zugang zu einer hochaktuellen Frage: Wie konnte Luthers Anstoß zum „Selber denken“ umfangreiche Veränderungen in der Gesellschaft, in Ehe und Familie, in Bildung, Wissenschaft, Kunst und Musik auslösen?

 

 

 

 

 

 

Mit starker Stimme sowie viel Gefühl und Ausdruckskraft verkörperte Chris Murray den Protagonisten Martin Luther. Als Dominikanerpater Faber, welcher im Wormser Dom eine Brandrede gegen den Ketzer Luther hält, sowie Herold und Paulus war Christian Schöne zu erleben. Bruno Grassini mimte einen Ablassprediger, der den Verkauf göttlicher Gnade gegen Luthers Angriffe verteidigt.

Weitere wichtige Personen aus dem Leben Martin Luthers wurden dargestellt von Janina Niehus, Benjamin Oeser, Florian Albers und Lukas Witzel, Das Ensemble bestand aus Marilyne Bäjen, Christina Hindersmann, Laura Bablick und Beo Yalcin.

 

 

 

 

 

Nach fast 2 Stunden und stehenden Ovationen konnte wohl jeder Zuschauer mindestens einen Ohrwurm mit nach Hause nehmen.

 

 

 

 

 

Fotos: Mirco Wallat

 


 

 

Verleihung des Deutschen Musical Theater Preises 2017

am 18.9.2017 im Wintergarten Varieté Berlin

 

Zum dritten Mal lud die Deutsche Musical Akademie zur Verleihung des Deutschen Musical Theater Preises, der in 13 Kategorien verliehen wurde. Ort des Geschehens war diesmal der „Wintergarten“, der sich für den Publikumsandrang zwar als fast zu klein, aber sonst als würdiger Rahmen erwies.

 

Begrüßt wurden die Nominierten und die Gäste von Jens Ochmann, seit kurzem neuer Präsident der Akademie. Er verband den Dank an alle Unterstützer des Musicals mit einem eindringlichen Appell an die Kulturpolitik, dem Musical die gleiche Unterstützung zu gewähren wie anderen Musiktheaterzweigen. Es bleibt zu hoffen, dass das auch an die Ohren der Verantwortlichen gelangt. Die Moderation des Abends und auch die eine oder andere Showeinlage übernahm auf sehr charmante und unterhaltsame Art Gayle Tufts.

 

Die erste Kategorie, in der der Preis verliehen wurde, war „Beste Komposition“. Laudator Frank Nimsgern setzte sich ebenfalls leidenschaftlich für die Akzeptanz der Gattung Musical ein. Der Preis ging – offenbar zur freudigen Überraschung des Gewinners – an den Wiener Komponisten Christian Kolonovits für „Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit“, das seine Uraufführung an der Volksoper Wien erlebte. Als erste von 5 Showeinlagen, mit denen einige der meistnominierten Produktionen vorgestellt wurden, gab es das Terzett „Von Liebe und Luft“ aus der Linzer Produktion von „In 80 Jahren um die Welt“, dargeboten von Anais Luken, Alen Hodzovic und Rob Pelzer. Die schöne Nummer litt ein wenig darunter, dass die Tontechnik noch etwas mit den Tücken der Akustik zu kämpfen hatte.

 

 

 

 Frank Nimsgern und Christian Kolonovits  Bodo Wartke  Kevin Schroeder

 

 

Die nächsten beiden Preise gingen an die Ausstattungskategorien (Bühnenbild sowie Kostüm und Maske) und wurden von Bettina Meske und Marc Jungreithmeier präsentiert. Beide Preise gingen an „In 80 Tagen um die Welt“ („Bestes Bühnenbild“ für Hans Kudlich und „Bestes Kostümbild und Maske für Susanne Hubrich) und wurden in Vertretung entgegengenommen, da die Preisträger verhindert waren (die Nähmaschinenimitation bei der Dankesrede für den Kostümpreis kam übrigens sehr gut an!). Den Preis für das „Beste Buch“ wurde von Andrea Pier und Jens Janke an Constanze Behrends für „Klassenkampf“ (Heimathafen Neukölln in Berlin) verliehen. Die Freude der Autorin wirkte sympathisch und ansteckend. Ein weiterer Showact stellte mit „In der Forschung“ eine Nummer aus dem Bielefelder Musical „Das Molekül“ vor, wobei besonders Veit Schäfermeier durch seine hervorragende Textverständlichkeit positiv herausstach (die weiteren Mitwirkenden waren Thomas Klotz, Alexander Franzen, Carlos Rivas, Roberta Valentini und Carolin Soyka).

 

Nun gab es die ersten Darstellerpreise: Zunächst überreichten Sophie Berner und David Jacobs mit einer amüsanten Kurzmoderation den Preis an die „Beste Nebendarstellerin“ Elena Zvirbulis aus „Cindy Reller“ vom Schmidts Tivoli in Hamburg, die ihr Glück offenbar gar nicht fassen konnte, und dann erhielt der „Beste Nebendarsteller“ Rob Pelzer (der Passepartout der Linzer Produktion „In 80 Tagen um die Welt“) seinen Preis aus der Hand der beiden Kollegen. Die sicher witzigste Preisrede des Abends kam von Bodo Wartke, der, um die Wichtigkeit guter Texte und den verbreiteten Mangel derselben in vielen Opern zu demonstrieren, die Arie der Königin der Nacht aus Mozarts „Zauberflöte“ als Lesung vortrug – komplett mit allen Wiederholungen und Koloraturen, was im Publikum Lachsalven und -tränen verursachte. Die Auszeichnung ging an Kevin Schroeder für seine Liedtexte bei „Der Fischer und seine Frau“ in der Produktion der Brüder-Grimm-Festspiele in Hanau. Mit einem Medley aus dem Musical „Kopfkino“ von der Neuköllner Oper mit einem achtköpfigen Ensemble wurde das Publikum in die Pause entlassen.

 

 

 

 Anna Montanaro  Ute Lemper  Die Trophäe

 

 

Der zweite Teil wurde wieder mit einem Song von Gayle Tufts eingeleitet. Anschließend ging es an die Überreichung des Preises für das „Beste musikalische Arrangement“, den Stefanie Hertel und Thomas Klotz zum zweiten Mal an diesem Abend an Christian Kolonovits überreichten, der seine Dankesrede zu einem Plädoyer für die oft unterschätze Kunst des Arrangements nutzte. Der Preis für die „Beste Choreographie“ wurde von Jacqueline Wendt präsentiert und ging wiederum in Abwesenheit an Simon Eichenberger für „In 80 Tagen um die Welt“, der durch seine aktuelle Arbeit bei der „West Side Story“ in Hannover leider verhindert war, aber eine nette Dankesrede verlesen ließ. Ein weiterer Showact stellte mit der Ballade „Er steht da“ das Stück „Der Fischer und seine Frau“ vor. Anna Montanaro präsentierte den Song schlicht und schön gesungen, und nach all den Up-Tempo-Nummern war die ruhige Ballade mit ihrer wunderbaren Streicherbegleitung eine schöne Abwechslung.

 

Den Preis für einen Kollegen für die „Beste Regie“ verlieh Stefan Huber leider auch in Abwesenheit (wie gehabt „West Side Story“ in Hannover) an den Linzer Musical-Spartenchef Matthias Davids für seine Inszenierung der insgesamt meistausgezeichneten Produktion des Abends, „In 80 Tagen um die Welt“. Wie schon zuvor hatte der Dramaturg des Hauses die Aufgabe, die Dankesworte zu verlesen. Die beiden mit Spannung erwarteten Preise für die Hauptdarsteller folgten als Nächstes: Friederike Haas ehrte Drew Sarich (für die Titelrolle in „Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit“), der leider bedingt durch die Endproben für die Wiener „Tanz der Vampire“ - Wiederaufnahme nicht persönlich kommen konnte. Für ihn nahm mit sichtlichem Vergnügen und augenzwinkerndem Eigenlob der Direktor der Wiener Volksoper Robert Meier, in Personalunion Regisseur der Produktion, den Preis mit launigen Worten entgegen. Andreas Bieber hatte anschließend die sehr charmant gelöste Aufgabe, den Preis für die „Beste Hauptdarstellerin“ an die sichtlich gerührte Anna Montanaro für ihre Interpretation der Titelrolle in „Der Fischer und seine Frau“ zu überreichen. Danach wurde es wieder heiter: Das „Pausenfinale“ mit sehr gelungenem Comedy - Auftakt inklusive wunderbarer Publikumsinteraktion aus „Cindy Reller“ brachte Stimmung in den Saal, auch wenn es schade war, dass ein Playback benutzt wurde, wo doch die hervorragende Band unter der Leitung von Tom van Hasselt zur Verfügung stand.

 

 

Gayle Tufts mit allen Beteiligten

 

 

Und dann durften Patricia Nessy und Conny Littmann den meisterwarteten Preis überreichen: Als „Bestes Musical“ wurde einmal mehr „In 80 Tagen um die Welt“ von Komponist Gisle Kverndokk, der sich sichtlich freute, und Librettist Øystein Wiik ausgezeichnet, das damit der große Gewinner des Abends war. Aber ein letzter Preis stand noch an: Der Ehrenpreis für Ute Lemper, verliehen vom ehemaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit, der eine sehr ausführliche Würdigung zum Besten gab, die die Geehrte ebenso ausführlich mit vielen Reminiszenzen an die Berliner Musicalwelt der 80er und frühen 90er Jahre auf nette und amüsante Art erwiderte. Zum Finale besang Gayle Tufts noch einmal den „Broadway in Berlin“, bevor kurz vor Mitternacht die After-Show-Party startete für alle, die noch ein bisschen feiern wollten.

 

Alle Infos, insbesondere zu den anderen Nominierten in den verschiedenen Kategorien, findet man auf der Webseite der Deutschen Musical Akademie unter

https://www.deutschemusicalakademie.de/deutscher-musical-theater-preis/deutscher-musical-theater-preis-2017/

 

 

 M.M.

 

 

 

Bestes Musical „In 80 Tagen um die Welt“ (Landestheater Linz) (copyright: Silvie Firat)

 


 

 

 

 

Königsgala 2017

 

 

Am 25. August, dem Geburtstag des Märchenkönigs Ludwig II. fand traditionell in Füssen die Königsgala statt – im 10. Jubiläumsjahr erstmalig Openair im festlich erleuchteten Klosterhof St. Mang. Das eindrucksvolle Klostergebäude bildete eine mehr als standesgemäße Kulisse für das Jubiläumskonzert.

 

Die Glocken der Klosterkirche läuteten das Konzert stimmungsvoll ein, bevor Sisi (Janet Marie Chvatal) und Ludwig II. (Marc Gremm ) höchstpersönlich die Gala eröffneten.

 

Als Stargäste hatten die Gastgeber sich an diesem Abend Chris Murray (Les Misérables, Jekyll & Hyde) und Oedo Kuipers (Mozart, Phantom der Oper) eingeladen.

 

Oede Kuipers eroberte mit seiner jugendlichen, erfrischenden Art die Herzen der Zuschauer im Sturm, u.a. als Mozart (Wie wird man seinen Schatten los) und Ludwig (Kalte Sterne).

 

Chris Murray überzeugte das Publikum mit den anspruchsvollsten Musical-Songs, u.a. “Gethsemane” (Jesus Chris Superstar), “Bring ihn heim” (Les Miserables) sowie der “Konfrontation” aus Jekyll & Hyde und riss damit die Zuschauer zu Begeisterungsstürmen und Standing Ovations hin.

 

Bei Janet & Marc spürte man deutlich die Verbundenheit und Vertrautheit untereinander. Sie moderierten den Abend, unterstützt von ihren Stargästen, und waren im Block vor der Pause natürlich auch als Sisi und Ludwig mit Songs aus dem Musical zu erleben, welches sie beide vor 12 Jahren nach Füssen geführt hatte. Im zweiten Teil gab es auch einen kleinen Einblick in das eigene Musical von Janet & Marc - “Der Schwanenprinz” lädt ein in die Sagenwelt König Ludwig II. Für einen besonders beeindruckenden und wirkungsvollen Auftritt sorgte Janet Marie Chvatal als Evita, indem sie “Don't cry for me Argentina” vom Balkon im 2 Stock aus sang.

 

Tänzer unterstützten die Sänger auf zauberhafte Weise, z.B. bei “Singing in the Rain”.

Ein besonderes Lob gilt der Lichttechnik, der es gelang, mit der ausgefeilten Beleuchtung einen Blick in den barocken Innenraum des Klosters zu gewähren und den gesamten historischen Kloserhof in stimungsvolles Licht zu hüllen, sodass ein malerisches “Bühnenbild” kreierte wurde, wie es auf einer Theaterbühne kaum zu realisieren wäre. Auf besonderen Wunsch von Marc Gremm gelang es ihnen auch, den gesamten Klosterhof für den “Les Miserables”-Block in die Farben der französischen Trikolore zu tauchen.

 

Die Königsgala 2017 war ein fantastisches Erlebnis für Ohren und Augen und auch wenn sie für Einheimische ohnehin bereits zum alljährlichen Pflichtprogramm gehört, so ist sie doch auch für Besucher aus anderen Teilen Deutschlands ein guter Grund, einmal das wunderschöne Füssen zu besuchen. Das Publikum an diesem Abend war so begeistert, dass es mit Standing Ovations mehrere Zugaben forderte und auch die anschließende Autogrammstunde zahlreich nutzte, um den Künstlern ihre Begeisterung mitzuteilen.

Zum ersten Mal fand die Königsgala in diesem Jahr auch am Folgetag nochmals in wechselnder Besetzung statt und die Stimmung war an diesem Abend sicher ähnlich gut.

 

 

Bettina Lehmann

 

 

 

 

 

Fotos von der Königsgala 2017:

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10155751840176913.1073741849.171754421912&type=1&l=9a39577a58

 

 


 

 

9. Klassik-Picknick 2017


»Don’t cry for me Argentina«


Hits aus Musicals von Andrew Lloyd Webber u. a.
Sonntag, 20. August 2017 halle, Peißnitzbühne

Ein von Peter Schedding, Dirigent und Künstlerischer Leiter des Projektes schmackhaft zusammengestellter Ohrenschmaus erwartete die Besucher zum neunten Klassik Picknick auf der Peißnitzinsel. In langen Schlangen und mit gut gefüllten Picknickkörben standen sie an und baten um Einlass auf das Gelände der Peißnitzbühne.
Die kurzzeitig geöffneten Himmelstüren, mit heftigen Ergüssen beim Vorprogramm der Gruppe Siebenschläfer, konnten den mit Regenschirm und Ganzkörperplasikumhüllungen gut vorbereiteten Picknickern nichts anhaben. Eng rückte man zusammen und trotzte fröhlich, mit einem Glas Rotwein in der Hand, des Wettergottes Botschaften und lies sich mit Romantic Folk auf den Abend einstimmen.

 

 


Pünktlich zum Opening des Konzertes -  blauer Himmel. Warme Sonnenstrahlen begleiteten den Auftakt dieser musikalischen Reise, auf welche die Staatskapelle Halle, ihre Zuhörer mit der Ouvertüre zu „Candide“ von Leonard Bernstein schwungvoll einlud. Klassische Leckerbissen aus Musicalwelterfolgen wie „Evita“, „Miss Saigon“, „Sweeney Todd“, dem „Phantom der Oper“ und „Les Miserables“ folgten. In dem fast dreistündigen Programm schmausten und lauschten die Zuschauer und genossen begeistert das Musicalfeeling. So war es nicht verwunderlich, dass Vorankündigungen zu Premieren aus dem Repertoire 2017/2018 gern angenommen und freudig im gezückten Kalender notiert wurden (siehe Ankündigungen).
Interpreten des Abends waren die Solisten/innen der Oper Halle Ines Lex (Sopran) und Gerd Vogel (Bass) und der extra für das Picknick dazu engagierte Martin Markert (Tenor). Alle drei konnten mit ihren gesanglichen Leistungen beeindrucken. Martin Markert ist dem Halleschen Publikum noch aus Leonard Bernsteins „West Side Story“ in der Rolle des Tonys, von der hauseigenen Inszenierung in guter Erinnerung. Dies bezeugte es mit einem sehr warmherzigen Begrüßungsapplaus für den gefeierten Musicalstargast. Gänsehautmoment, Markers Darbietung aus „Phantom der Oper“! Sein Phantom im Zusammenspiel und begleitet vom großen Staatsorchester Halle, ein musikalisches und optisches Klangerlebnis des Abends.

 

 


Gerd Vogel machte als Benjamin Baker („My friends“) auf das nächste Spielzeithäppchen neugierig. „Sweeney Todd“, das Sondheim Stück hat am 11.03.2018 an der Oper Halle Premiere. Wandlungsfähig und stimmlich ausdrucksstark auch Ines Lex. Ob als Evita, Katze (mit kleinen Puschelohren), Elsa, Mrs. Lovett oder Elphaba, schlüpft sie in jede Rolle und spielt, auch konzertant gekonnt mit ihrem Publikum. Der Kinder- und Jugendchor der Oper Halle bringt sehr engagierte Jugendliche auf die Bühne, wo bei dem einen oder anderen schon kleines Starpotenzial zu erahnen ist. Wie z. B. beim Soloauftritt von Erika Pätzhold als Anna aus „Frozen“.
Freuen wir uns auf das 10. Klassik Picknick, denn dieses kulturelle Sommerereignis möchte man doch in Halle nicht missen!

 

Sabine Finger

 

 

 

Ankündigungen:
01.09.2017 11:00    Wiederaufnahme des Erfolgsmusicals Spring Awakening
10.09.2017, 15:00    Spielzeitauftakt der Bühnen Halle 2017/2018
15.09.2017, 19:30    Premiere FIDELIO
11.03.2018, 19:30    Premiere SWEENEY TODD

 

 

INFORMATIONEN Martin Markert
Martin Markert ist ab 09.November 2017 in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit der Jubiläumstournee des Rockmusicals RENT unterwegs.
Karten unter: http://hilbert-productions.com/rent-musical-tournee-tickets
INSIDER: Peter Schedding entlockte Martin Markert während des Interviews beim 9. Klassik Picknicks die freudige Botschaft einer eigenen CD Produktion, welche er im Sommer mit Universale in Wien aufgenommen hatte. Im Oktober (2017) wird die Veröffentlichung der CD bekanntgegeben und der Verkauf startet. Wir sind gespannt und freuen uns!


 

 

 


 

CATS

Berlin, Amiralspalast - 9. August 2017

 

 

 

 

 

 


 

The Addams Family - Das Broadway Musical

Berlin, Admiralspalast - 17. Mai 2017

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

Cusch Jung (Heinz Wäscher), Ballett der Musikalischen Komödie © Tom Schulze

 

 

HAPE KERKELINGS

KEIN PARDON

DAS MUSICAL

 

Premiere 06.05.2017

Musikalische Komödie Leipzig

 
 
Ein Musical von Thomas Hermanns (Text) und Achim Hagemann (Musik) mit zusätzlichen Songs von Thomas Zaufke nach einem Originaldrehbuch von Angelo Colagrossi, Achim Hagemann und Hape Kerkeling | Arrangements: Heribert Feckler,
Orchesterversion: Damian Omansen
 
 
Zum Stück
„Jeden Samstagabend feiert Familie Schlönzke mit Schnittchen und Käffchen auf dem Sofa ihrer Ruhrpott- Idylle den Beginn der geliebten Samstagabendshow mit dem großen Heinz Wäscher als Moderator. Dieser ist das Idol des unscheinbaren und leicht übergewichtigen Sprosses der Familie Peter Schlönzke. Doch als er über ein Casting das wahre Gesicht Wäschers kennenlernt, platzt ihm vor laufender Kamera der Kragen. Der Programmdirektor ist begeistert und macht ihn kurzerhand zum Nachfolger des alternden Idols.
Das Musical von Hape Kerkeling ist eine selbstironische Satire auf die schillernde Bussi-Bussi- Gesellschaft des Showgeschäfts, in der Rock-Musical und großes Showorchester aufeinandertreffen.
Nach der Uraufführung im Capitol Theater Düsseldorf läuft das Musical nun erstmalig an der Musikalischen Komödie in einer Adaption für die Theaterbühne und großes Orchester.“[1]

 

 

 

Michael Raschle (Walter), Sabine Töpfer (Doris), Benjamin Sommerfeld (Peter Schlönzke), Andreas Rainer

(Bertram), Nora Lentner (Karin) © Kirsten Nijhof

 

 

 

Premiereneindrücke - Spaßbereit durch Witzischkeit?

Hape Kerkelings Film „Kein Pardon“ eine herrliche Statire auf die Fernsehwelt und den Fankult der 90-er wird durch Thomas Hermanns (Autor und Regisseur des Stückes) als adaptierte Musicalversion auf die Bühne der Musikalischen Komödie gebracht. Zusätzliche Songs (Thomas Zaufke), Balladen, Ensemble- und Shownummern werten bekannte Szenen und Texte positiv auf.
Hape`s Film ist Kult und der spaßbereite Fan erwartet bekannte Reißer wie den persönlichen Glücksmelodie auswerfenden Automaten „Bitte werfen Sie eine Münze ein“ oder die kaufanimierenden Werbeunterbrechungen „Batzen, nur für Hunde, nicht für Katzen“, aber auch Titel wie „Witzischkeit kennt keine Grenzen“ und „Das ganze Leben ist ein Quiz“.
Natürlich darf ein hessisch babbelnder Heinz Wäscher, wunderbar hektisch und popoklatschend dargeboten von Cusch Jung, welcher auch einen Travestieausflug in die Kleider der Uschi Blum unternimmt, nicht fehlen. Cusch Jung versteht sich in einer Bandbreite an Emotionen von cholerisch über schwärmerisch verliebt bis gelangweilt anteilnahmslos. Perfekt!
 
 

Cusch Jung (Heinz Wäscher) © Kirsten Nijhof
 
 
Wer zum Lachen nicht in den Keller geht, wird Peter Schlönzke (Benjamin Sommerfeld), in der MuKo im Jahre 2017 wesentlich verschlankter als seine Filmvorlage von 93, lieben. Die ersten Lacher, bereits nach wenigen Minuten „Hmhmhm hmhm hm hm hm“ und PENG und schon summen meine Sitznachbarn mit! Spätestens als man durch die eingerahmte Bühne, welche einen alten Röhrenbildfernseher darstellt (Bühnenbild: Hans Kudlich) ins Schlönzkesche Wohnzimmer schaut, die Eurovisonshymne erklingen hört, werden Erinnerungen an die eigene Kindheit wach, als man noch die Samstagabende gemeinsam mit der gesamten Familie vor der Glotze schmachtend, bei Fassbrause, Rotkäppchensekt und belegten Bemmchen zelebrierte. Showtreppe und Showballet, bunt, schillernd und Tanzbein schwingend, überzeugend das Ballett der Musikalischen Komödie. Clever inszeniert, den Theaterzuschauer zum Fernsehzuschauer zu machen, denn sind wir nicht alle ein bisschen Schlönzke?
Und mal ehrlich, hat nicht jeder seinen eigenen Heinz Wäscher, den sie / er anhimmelt(e) und verehrt(e)? Vielleicht wäre es das ein oder andre Mal, auf dem Weg zum Erwachsenwerden von Nöten gewesen, auch in ein lustiges Glückshasenkostüm zu schlüpfen, um hinter den bunt schillernden schönen Schein der Mediengaukelei blicken zu können.
Die SängerInnen und DarstellerInnen transportieren am Premierenabend perfekt ihre Spielbereitschaft und die Freude am Spaß mit dem Spaß. ANGELA MEHLING zeigte eine ganz andere Seite ihres Könnens - ihr komödiantisches Talent. Sie wird zur autoritären Mutter der kleinen Bettina mit gewagter Sangesneigung „Mein Vati hat drei grunzende Schweine“. Das Publikum ist begeistert, Rufe wie „Sing kleine Bettina, sing“ erklingen. MICHAEL RASCHLE als Walter detailverliebt und klatschanimierend. Dank seiner aufopfernden Klatschanimation, welche wirklich ein echtes Aufzeichnungsgefühl vermittelt, wird man wohl jede Fernsehaufzeichnung in Zukunft anders wahrnehmen. SABINE TÖPFER gibt die zweifelnde, hysterische Doris, diese Hysterie ist noch steigerbar, das kann sie. NORA LENTNER als Karin, immer und überall Kaffeereichend bereit, ein Wirbelwind. Auch die Damen und Herren des Chores der Musikalischen Komödie sind, ob in kleineren Rollen oder als Chor, mit voller Sangeskraft und Spaß in das Stück integriert und begeistern mit ihren Stimmen.
 
 

Ballett und Ensemble der Musikalischen Komödie © Kirsten Nijhof
 
 
Wer ganz genau hinschaut, hört auch die leisen Botschaften trotz Humors heraus. Nachdenkliche Szenen großartig musikalisch umgesetzt. „Ein Heinz wie wir“. Ja auch Vorbilder haben Ecken und Kanten! Aus Sicht des Fernsehzuschauers (Hilde Schlönzke - IRIS SCHUMACHER, Hilma Schlönzke - ANNE-KATHRIN FISCHER, Irmgard - ANGELA MEHLING oder des Produzententeams (Doris - SABINE TÖPFER, Bertram - ANDREAS RAINER, Walter - MICHAEL RASCHLE), auf welcher Seite stehst Du? Anbetung oder Wahnsinn? Choreografisch (NATALIE HOLTOM) hervorragend, durch tänzerische Verdopplung umgesetzt. Durch viele, viele tanzende Papp-Heinze und auch durch unterschiedliche optische Darstellungen (Größe / Gewicht) wird erschreckend klar: Jeder kann ein Heinz sein!
Der Theaterzuschauer ist mitten im Geschehen von Peter Schlönzkes Karriere, vom Schnittchenschmierer, zum hoppelnden Glückshasen, zum Fersehshowmoderator. Vom schnellen, zufallsbeladenen Aufstieg zum tiefen Fall. Voll mit verliebt, vergötternden Momenten bis zur bitteren Selbsterkenntnis. An seiner Seite die Ulla (JULIA WALDMAYER), eine selbstbewusste Frau, die bei Peter die richtigen Klingelknöpfe drückt. Im Duett „ Mach den Klingelton“ rockt sie mit ihm die Bühne, starker Zwischenapplaus.
BENJAMIN SOMMERFELD zeigt seine enorme Wandlungsfähigkeit in Stimme und körperlichem Ausdruck, seine schlaksige Körperhaltung, gesenkte Schultern, schüchterner Blick, im ersten Akt möchte man ihn einfach nur knuddeln. Darauffolgend zeigt er spielend im zweiten Akt ein perfektes Spiegelbild der Gesellschaft „Erfolg macht schnell arrogant und abgehoben“. In der Familie lebt Peter nur noch als Pappaufsteller, er selbst hat keine Zeit mehr für sie. Schattenseite der Stars, ewige Autogrammbereitschaft, Ausschlachten der Privatsphäre im Privatfernsehen werden sichtbar.
Fazit: Bist du Heinz oder Peter, jeder ist von jetzt auf gleich auswechselbar! Glaube nicht immer dem schönen Schein! Hinterfrage dein eigenes Fernsehverhalten! Gehe lieber ins Theater z. B. in die Muko, denn „ Witzischkeit kennt keine Grenzen“ und Schmunzeleinheiten sind mit „Kein Pardon – Das Musical“ vorprogrammiert. Lassen Sie sich überraschen von dem neuen Ende, welches extra für das Stück geschrieben wurde!

Ach und Denken Sie dran: „Nur den ganzen Batzen“ !

 

 

Text: Sabine Finger

 

 

Benjamin Sommerfeld (Peter Schlönzke) © Kirsten Nijhof
 
 
Musikalische Leitung STEFAN KLINGELE
Inszenierung THOMAS HERMANNS
Choreografie NATALIE HOLTOM
Bühne HANS KUDLICH
Kostüme MARIO REICHLIN
Choreinstudierung MATHIAS DRECHSLER
 
BESETZUNG
Hilde Schlönzke IRIS SCHUMACHER (a.G.) | Hilma Schlönzke ANNE-KATHRIN FISCHER | Ulla JULIA WALDMAYER (a.G.) | Doris SABINE TÖPFER | Karin NORA LENTNER | Bettinas Mutter/ Irmgard ANGELA MEHLING | Peter Schlönzke BENJAMIN SOMMERFELD (a.G.) | Uschi Blum / Heinz Wäscher CUSCH JUNG | Hermann Schlönzke HANS-GEORG PACHMANN (a.G.) | Bertram ANDREAS RAINER | Walter MICHAEL RASCHLE | Frau MIchowski MARTINA WUGK-KRATZ / Aufnahmeleiter GEORG FÜHRER / Frau Becker (Jodlerin) ANTONIA SCHNEIDER / Nonne CHRISTA PAARSCH / Goldfischmann SAMUEL HOPPE / Betina MATHILDDA WERNER / Operettentenor UWE KRONBERG / Indianer ROLAND OTTO
CHOR, BALLETT UND ORCHESTER DER MUSIKALISCHEN KOMÖDIE
Aufführungen 12./13./14./19./20./21./30. Mai , 02./03./14./15. Juni
 
 

Iris Schumacher (Hilde Schlönzke), Hans-Georg Pachmann (Hermann Schlönzke), Anne-Kathrin Fischer
(Hilma Schlönzke), Benjamin Sommerfeld (Peter Schlönzke) © Tom Schulze

 

 

 

[1] Pressemitteilung der Oper Leipzig vom 02.05.2017

 


 

 

„Die Brücken am Fluss“ - Das Broadway Musical

(Stadthalle Chemnitz)

 

 

Denn Liebe ist immer besser...“

August 1965 – Der Fotograf Robert Kincaid, 52 Jahre alt, hat die Welt gesehen. Noch immer zieht er unstet durch die Lande auf der Suche nach ungewöhnlichen Motiven. Er ist allein und einsam und hofft irgendwann einmal irgendwo anzukommen. Im Auftrag des „National Geographic“ ist er im Madison County unterwegs um die überdachten Brücken zu fotografieren. Auf der Suche nach der „Roseman Bridge“ begegnet er der Farmersfrau Francesca „Frannie“ Johnson. Nach landläufigen Maßstäben glücklich verheiratet, kann sie doch nicht von Ihren Jugendträumen lassen. Robert und Francesca sind mutig genug, sich auf eine große, wunderbare aber aussichtslose Liebe einzulassen. Weltberühmt wurde der Roman von Robert James Waller durch die Verfilmung mit Clint Eastwood und Meryl Streep.

Das Ensemble
 
 
Schon beim Betreten des kleinen Saales der Stadthalle Chemnitz kann man einen Blick auf das liebevolle und sehr stimmige Bühnenbild (Christian Alexander Müller) werfen. Die hohen Holzwände strahlen Wärme und Geborgenheit aus. Der Duft nach frischem Holz entführt in die Natur und man glaubt, man stände wirklich am Fuße der „Roseman Bridge“. Schlichte Möbel, ein Tisch mit 4 Stühlen und eine kleine Küchenzeile bilden die zentrale Szene, welche mit wenigen Handgriffen zur „Roseman Bridge“ wird. An einer Bühnenseite lassen ein gemütlicher Sessel, ein Hocker und ein kleines Schränkchen das Wohnzimmer von Marge und Charly entstehen. Mit wenig Aufwand wird die andere Bühnenseite schnell zu einem Pub. In Verbindung mit der stimmungsangepassten Beleuchtung entsteht eine heimelige Atmosphäre.
 
Anders als im Film erzählt das Musical die Geschichte von Robert und Francesca chronologisch. Francesca (Maike Switzer) sitzt in Ihrer Küche und erinnert sich, wie sie nach Amerika kam. Es erklingt als Auftakt der Titel „Ein Zuhaus“. Die Kompositionen von Jason Robert Brown machen dieses Stück zu einem ganz besonderen Hörgenuss. Keiner vertont Gefühle so gut wie er und bedient sich dabei mehrerer Stilrichtungen von Klassisch bis Blues. Die deutschen Texte aus der Feder von Wolfgang Adenberg unterstreichen die eingängigen Melodien.Unter der musikalischen Leitung von Andreas Pabst spielt das kleine Orchester die vielschichtige Musik harmonisch und fehlerfrei. Heiner Marx am Ton sorgt für ein optimales Klangerlebnis.
 
Christian Alexander Müller beweist mit seiner Regie ein sehr gutes Gespür für das Stück und die Darsteller. Wie in einem Film lässt er verschiedene Zeitebenen parallel erscheinen und erzeugt damit starke Bilder. So etwa als Frannie und Robert in der Küche sitzen und sie ihm über das Leben in Iowa berichtet – während sie erzählt, „setzt“ sich ihr Ehemann Bud zu Ihnen und es erklingt „Du bist nicht allein“, nach und nach erscheinen alle anderen Ensemblemitglieder und stimmen mit ein. Parallelwelten entstehen auch in der Szene im einem kleinen Café in Des Moines als Frannie über ihre Jugendliebe Paolo spricht - wieder erscheint Paolo in der Szene – so kann man in die Gefühlswelt von Francesca eintauchen. Auch kleinere Details aus der Romanvorlage werden beachtet – z.B. klatschen alle die Fliegengittertür zu, Robert nicht. Lebendigkeit und die Atmosphäre einer Kleinstadt werden erzeugt, indem an den Tischen in den Pubs oder im Café viele kleine Nebenschauplätze geschaffen werden, wodurch das gesamte Ensemble immer eingebunden ist.

Maike Switzer und Christian Alexander Müller
 
 
 
Maike Switzer stellt die Rolle der Francesca Johnson perfekt dar – eine Meisterleistung gesanglich und schauspielerisch! Jede Szene, jedes Gefühl spielt und singt Maike Switzer so authentisch, dass man glaubt, sie hätte alles wirklich erlebt – es ist ihre Geschichte. Wunderbar harmoniert sie mit Christian Alexander Müller, welcher in der Rolle des Robert Kincaid zu erleben ist. Es scheint, als wäre ihm die Rolle auf den Leib geschrieben. Hervorragend stellt er das Erleben Roberts dar – der Francesca anfangs unbeholfen gegenüber steht, sich dann mehr und mehr von ihr angezogen fühlt, bis er ihr seine Liebe gesteht und sie bittet, mit ihm zu gehen. Am Ende muss er dennoch erkennen, dass diese Liebe keine Zukunft hat und respektiert Francescas Entscheidung. Mit seinem warmen Timbre und der gekonnten Intonation unterstreicht er Roberts Gefühlswelt.
 
Francescas Mann Richard „Bud“ Johnson wird eindrucksvoll von Udo Eickelmann dargestellt. Ein Farmer, der nicht in der Lage ist, große Gefühle zu zeigen, der dennoch seine Frau liebt und weiß, dass sie auf der Farm nicht wirklich glücklich ist. Gern würde er ihr ein anderes Leben bieten. Gezeichnet von den ständigen Auseinandersetzungen mit den pubertierenden Kindern vergisst er sich fast selbst und prügelt auf Michael (Andreas Bongard) ein, der mal wieder nicht gehorchen will. Das Entsetzen über sich selbst steht ihm ins Gesicht geschrieben.
 
 

Udo Eickelmann
 
 
 
Angelina Biermann (Carolyn) und Andreas Bongard überzeugen als die Johnson-Kinder. Die ständigen Streitereien und Ihre Aufmüpfigkeit vor allem gegenüber dem Vater stellen beide gekonnt dar.
 
Für die komischen Momente sorgen Cornelia Drese und Steffen Friedrich als Ehepaar Marge und Charly. Marge, gut ausgerüstet mit einem Feldstecher um ja nichts zu verpassen, Charly immer bemüht, die Neugierde seiner Frau zu dämpfen, sorgen für den einen oder anderen Lacher im Publikum. Erscheint Marge zunächst wie eine Klatschtante vom Dorf, erweist sie sich doch als wahrhafte Freundin und bringt der Familie Essen, als Francesca vor lauter Kummer den Einkauf vergessen hat.
 

Steffen Friedrich und Cornelia Drese
 
 
 
Mit leider nur einem Titel („Ne andre Welt“) ist Roberta Valentini als Roberts Exfrau Marian zu erleben. Auch Ihr Auftritt ist ein Rückblick, in dem sie über ihre Zeit mit Robert singt, den sie sehr geliebt, aber dennoch nie wirklich verstanden hat. Ein kurzer, aber sehr intensiver Auftritt.
 
Unterstrichen werden die Charaktere von authentischen Kostümen und Accessoires, für die Stephan Stanisic ein gutes Händchen beweist.
 
Nadine Wagner und Christian Alexander Müller haben dieses Abenteuer gewagt. Viele Monate wurde gearbeitet, um dieses wunderbare Musical auf eine Bühne nach Chemnitz zu bringen. Es hat sich gelohnt! Ein großes Kompliment an Heartmade Productions, die gesamte Cast und alle Beteiligten für diese berührende und emotionale Inszenierung. So muss Theater sein!

 

 

 

 

Text: Sylvia Baierl

Fotos : Jörg Singer

 


 

FALCO - DAS MUSICAL

11.04.2017, Oper Leipzig

 

Hintergrund zur Entstehung

Der Superstar rockt wieder! Zum 60. Geburtstag der Popikone feiert ein neues Falco-Musical Welturaufführung und geht ab Januar 2017 erstmals auf große Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Im Februar 2017 wäre Falco 60 Jahre alt geworden. Viel zu früh wurde er vor fast 20 Jahren bei einem tragischen Autounfall in der Dominikanischen Republik aus dem Leben gerissen. 2004 errichtete seine Mutter Maria Hölzel, dem Wunsch ihres Sohnes entsprechend, gemeinsam mit Falco-Freund Ronald Seunig die Falco Privatstiftung. Aufgabe der Stiftung ist es, den künstlerischen Nachlass des einzigartigen und weltbekannten Pop-Musikers aus Österreich zu wahren. Zudem stellte die Stiftung bis zu ihrem Tod im Jahr 2014 die Versorgung Maria Hölzels sicher, die nach mehreren Schlaganfällen umfänglicher Pflege bedurfte.

Seither widmet sich die Stiftung vermehrt der Förderung musikalischer Talente, so zum Beispiel durch den im Jahr 2016 erstmals ausgetragenen Schulwettbewerb "Helden von Heute - Falco goes School".

Die Falco Privatstiftung freut sich, dass der Passauer Produzent Oliver Forster Falco zu seinem 60. Geburtstag ein ganz besonderes Denkmal setzt. "FALCO - Das Musical" überzeugte bereits vom ersten Konzept an als Hommage an Hans Hölzel. Die Unterstützung dieser respektvollen Verbeugung vor Falco ist der Stiftung ein besonderes Anliegen und eine große Freude.[1]

 

Eindrücke des Abends

Eine Leinwand, zwei fünfstufige Treppen, so das Bühnenbild. Falco spricht in Originaleinblendungen zum Publikum. Die erste Szene beginnt mit zwei weiblichen Personen, die vor den Trümmern eines Autowracks (Einspielung per Stream) sitzen. Mit gegenseitigen Schuldzuweisungen diskutieren wer oder was IHN umgebracht hat. War es sein innerer Wunsch nach Normalität oder die Sucht nach der Erfüllung ständiger Versuchungen?

Im Stück wird in einer knapp 2 stündigen Zeitreise in die Rückblende eingeladen. Falcos Manager (Sebastian Achilles, glaubhaftes Spiel des besorgten und später väterlichen Freundes) erzählt seine Wahrnehmung in Bezug auf Falcos bizarre Sonderheiten. Sequenzweise werden Stationen aus seinem Wirken und Schaffen gezeigt, thematisch begleitet von seinem Nr. 1 Hit in den USA, Drogensucht bis hin zum nie ganz aufgeklärten Unfalltod in der Dominikanischen Republik.

Falcos teils extrovertiertes, aufgesetztes Überlegenheitsverhalten und seine menschliche, innere Zerrissenheit werden besonders gut durch die Begleitung zweier Phantasiefiguren inszeniert. Der Regisseur Peter Rein stellt Falco "Jeanny" und "Ana Conda“, 2 Charaktere zur Seite, welche als Engel und Teufel, Gut und Böse, ihn zum normalen, bürgerlichen Leben oder der ewig lockenden Verführung durch Erfolg, Macht und Absturz, durch das Stück und die Texte begleiten.

Mit "Jeanny“ in weiß (Reinheit und Hoffnung) und "Ana Conda“ in schwarz/rot (Sünde und Todessehnsucht) gekleidet, setzt die Kostümierung nochmal visuelle Gedankenreize für das Publikum.

Die Songs werden von TänzerInnen des Ensembles begleitet. Bei Choreografien wie „Tanz Mephisto“ und „Jeanny“ wird die Zerrissenheit in Falcos Wesen sehr stark bildhaft greifbar.

 

Stefan Wessel legt seinen Falco mit zurück gegeltem Haar und dunkler Sonnenbrille, stimmlich und optisch perfekt in Mimik und Gestik, begleitet von einer fünfköpfigen Band, originalgetreu an. Dem Publikum gefällt dies, besonders in den Zugaben holt der Schauspieler seine Zuhörer emotional mehrfach ab. Standing Ovation und begeistertes, rhythmisches Klatschen.

Falco hätte dieser Hype um seine Person sicher gefallen. Ob Johannes „Hans“ Hölzel damit einverstanden gewesen wäre, werden wir nicht erfahren. Denn wie das Stück ausgeht, hat das Schicksal ja bereits vorgeschrieben, es ist traurige Geschichte, mit welcher der Austria Sänger in die Popgeschichte eingegangen ist.

"Falco – Das Musical" bietet eine gute Mischung aus großer multimedialer Inszenierung, tänzerischen Darbietungen und Interpretationen bekannter Songs des Popidols. Für echte Falco Fans ein unterhaltsamer Abend mit Songs wie z. B. „Der Kommissar", „Ganz Wien“, „Rock Me Amadeus" „Jeanny“ und „Out oft he Dark“. Mitsingen und Erinnerungen an die 80er werden wach!

 

Cast

Falco               Stefan Wessel

Manager           Sebastian Archilles

Ana Conda       Victoria Müller

Jeanny             Nike Tiecke

 

Tänzerinnen

Livia Delgagdo, Julia Fechter, Elgantina Turku, Maria Moncheva, Felzia Roth

 

Tänzer

Rudolf Giglberger, Paul Hilgedieck, Carl Richardson

 

Band

E Gitarre           Valentin Bröder

Saxophon        Florian Fuss

Bass                Fabian Holoubek

Schlagzeug      Florian Koch

Keybord           Max Tschida

 

Weitere Tourtermine: http://www.falcomusical.com/tourdaten

 

 

 

S. Finger



[1] http://www.falcomusical.com/

 

 


 

 

„Scherbe(l)n bringen Glück“

Uli Scherbel

Solokonzerte 08.04. und 09.04.2017, Kronach

 

Und er tut es erneut- und gleich doppelt. Begleitet wird er auch dieses Mal von der fabelhaften Pavel Sandorf Big Band, unter der Leitung von Pavel Sandorf.

 

Uli verscherbelt Glücksmomente – nein, er verschenkt sie und das aus vollem Herzen, mit einem immer strahlenden Lächeln auf den Lippen.

 

Sein erstes Konzert, im Oktober 2016 war bereits nach wenigen Stunden ausverkauft und so folgte, aus der anfänglichen Idee, in Mutters Küche zu Hause in Rothenkirchen, ein zweites und drittes Solo Konzert. Der gebürtige Oberfranke hatte einen Zeitungsartikel gelesen, welcher aussagte, dass die Franken auf Platz 5 des aktuellen Glücksbarometers seien. Da ist doch noch Luft nach oben, da muss doch was zu machen sein, so dachte er. Ja, an beiden Tagen, im ausverkauften Kreiskulturraum, konnte man in glücksselige Gesichter blicken. Seitdem steigt und steigt das Barometer.

 

 

 

Der Musical-Star versteht es mit Stimme, Tanz und Bühnenpräsenz sein Publikum in den Bann zu ziehen. Glücksmotivierend, mal mit lauten, mal mit leisen Tönen, entertaint er sein Publikum gekonnt durch den 3-stündigen Abend. Seine Heimatverbundenheit ist zu spüren und so kann man kleine Nervositätsstolperer dem „Grinsekasterl“, wie er sich selbst nennt, nicht übel nehmen. Persönliche Erinnerungen aus den Stationen seines Lebensweges, vom Krankenpfleger zum Sänger und Schauspieler, gepaart mit fränkischer Mundart, bettet er mit seinem Charme in das Programm ein.

 

 

 

Seine 4 Männermoves (Manuel Neuer wippen, das klassische Luftgitarrensolo, die Dieter Bohlen Faust und der Howie) mit denen er das männliche Publikum überzeugen möchte, sorgten auch 2017 wieder für mächtig Begeisterung bei der Damenwelt. So sah man die ein oder andere Frau in der Pause ihren Mann murmelnd in die Hüften stupsen „Probier` den doch mal aus“.

 

 

 

Besonders beindruckend ist seine Wandlungsfähigkeit, in der er sich von einer Minute auf die andere in unterschiedliche Rollen einfühlen kann. Sei es in den aufbruchswilligen Dr. Jekyll („Dies ist die Stunde“), einen alternden Stepptänzer („Mr. Bojangle“) oder einen französisch akzentuiert sprechenden Kerzenleuchter (Sei hier Gast“), jeder Figur haucht er glaubhaft, fühlbares Leben ein.

 

 

 

Fängt Uli an zu singen, zu swingen oder zu steppen ist man in dem Moment glücklich, dass er die Blutdruckmanschetten, die Spritzen und den Krankenhausflur eingetauscht und  „Die Bretter die, die Welt bedeuten“ für sich erobert hat. Seinen früheren Beruf vergisst er dennoch nicht. So setzte er sich auch dieses Jahr wieder für den Hospitzverein Kronach e.V. ein, wo die Spenden, die für seine unterschriebenen Plakate eingesammelt worden, hingeleitet werden.

 

 

 

Bis zum 03.09.2017 spielt das Udo Jürgens Musical „Ich war noch niemals in New York“, mit Uli in der Rolle des Freds Hoffmann noch in Hamburg. Da durften natürlich bei seinem Konzert auch ein paar Werke des großen Meisters nicht fehlen. Beim „Griechischen Wein“ und „Ehrenwerten Haus“ schunkelte und klatschte der ganze Saal. Toleranz für gleichgeschlechtliche Beziehungen, ein wichtiges Thema und eigentlich Selbstverständlichkeit im 21. Jhd., stellte Uli seine Frage offen, Gedankenanregend dem Kronacher Publikum: „Gibt es hier auch ein ehrenwertes Haus?“

 

 

 

 

Es war eine emotionale Achterbahn der Gefühle, dieser verscherbel(t)e Abend! Und sein Publikum gibt ihm Emotionen zurück, atemberaubende Stille von unten und Tränen der Rührung bei Titeln wie „So leb dein Leben“ und „Was wichtig ist“, Bravorufe und Standing Ovation als der letzte Vorhang fällt.

 

…und da ja nicht alle, wie es im Song hieß „….bis zum Frühstück“ bleiben konnten, gab es nach dem Konzert ein Meet und Greet, bei welchem sich Uli für jeden einzeln kurz Zeit nahm und es auf seinen Wunsch hin, Stärkungen mit seiner geliebten Leberkäsesemmel gab.

 

Wie lange hält das Barometer hoch? Dürfen wir bald auf neue „Glückliche Momente“ hoffen?

 

 

Text und Fotos: Sabine Finger

 

 

 

 

 


 

Shylock!

Theater Pforzheim - 8. April 2017

 

 

 


 

 

„Am schönen blauen Nil“ mit Muko-Tours

 „Prinzessin Nofretete“- Musikalische Komödie Leipzig

 

 

Schon vor den Türen der Musikalischen Komödie Leipzig beginnt an diesem Premierenabend die Reise nach Ägypten zu „Prinzessin Nofretete“.
 
Begrüßt werden die „Mitreisenden“ von Inge und Erika – zwei Kameldamen aus dem Wildpark Leipzig. Auch das Foyer ist dem Anlass entsprechend dekoriert – da stehen Skulpturen die ans alte Ägypten erinnern und, damit man auch nicht zu spät zur Exkursion erscheint, eine große Bahnhofsuhr. Alles ist Bestens für diese Reise vorbereitet – eine besondere Reise, denn Nico Dostals Operette „Prinzessin Nofretete“ war verschollen und wird nach 80 Jahren endlich wieder aufgeführt. Endlich, das trifft es – dieses Stück ist amüsant, kurzweilig und unterhaltsam – die Musik im Stile der 20er und 30er Jahre lebhaft.
 
Noch eine Besonderheit, während der Vorstellung darf fotografiert werden, dazu wurde ein großer Fotoapparat angebracht – leuchtet er auf – darf geknipst werden.
 
Operndirektorin Franziska Severin (Regie) und Ihr Team greifen die Anfänge des Pauschaltourismus auf und nehmen uns mit auf die Expeditionsreise in ein ägyptisches Museum mit Ausgrabungsstätte des Lord J.Callagan (Patrick Rohbeck). Pollie Miller (Nora Lentner) unsere Reiseleiterin trifft dort ihre alte Liebe Totty Tottenham (Andreas Rainer) – dieser aber soll Claudia Callagan (Lilli Wünscher) heiraten – so hat es der Familienrat, angeführt von Tante Quendolin Tottenham (Angela Mehling), beschlossen. Claudia, Lord Callagans Tochter, ist davon nicht begeistert, denn sie hat sich in Dr. Eklind (Radoslaw Rydlewski) verliebt.
 
Als Lord Callagan die Verlobung bekannt geben will, macht die Entdeckung der Grabkammer einer Prinzessin Nofretete die Runde. Claudia bittet ihren Vater, das Schicksal der Nofretete über ihr eigenes Liebesschicksal entscheiden zu lassen. Und so steigen Lord Callagan und der Hellseher Abu Asam (Michael Raschle) in die Grabkammer, um die Geschichte der Prinzessin zu entdecken ...
 
Die wundervollen Kostüme (Sven Bindseil) und eine faszinierende Bühne (Frank Schmutzler) sind Grundlage für diese wunderbare Inszenierung. Man fühlt sich, als wäre man mitten drin. Auch der Theatersaal ist mit einbezogen, 2 große Banner – liebevoll in 3 Monaten von Hand gemalt – hängen am Balkon und 2 übermannshohe Statuen rahmen rechts und links die Bühne ein.
 
Die Cast leistet großartiges. Da es keinerlei Klangbeispiele gibt, war eigenes Erschaffen der Rollen angesagt – was vorzüglich gelang.
 
Lilli Wünscher, gleich in 3 Rollen zu sehen (Claudia, Nofretete und Fatamorgana), schafft es, jede einzelne Figur brillant zu spielen und zu singen – eine Darstellerin - 3 verschiedene Frauen – wunderbar!
 
Patrick Rohbeck schien voll in seinem Element als Vater Lord J. Callagan und Pharao Rhampsinit. Die Lacher auf seiner Seite hatte Andreas Rainer als schüchterner Totty Tottenham und Prinz Thototpe.
 
Eine ganz liebreizende Reiseleiterin und Palastdame zeichnet Nora Lendner als Pollie Miller / Teje.
 

 
Die Intrigantin, Tante Quendolin Tottenham, wurde wunderbar dargestellt von Angela Mehling.
Aber auch Radoslaw Rydlewski (Dr. Hjalmar Eklind / Amar) – stimmlich etwas schwach aber mit starkem Schauspiel und Michael Raschle (Abu Assam / Assamabu) überzeugen in Ihren Rollen.
Das Ballett, mit hervorragenden Choreographien von Mirko Mahr, war phantastisch und erhielt besonders viel Applaus.
 
 

 
Insgesamt war es ein sehr lohnenswerter Theaterabend - die Musikalische Komödie hat weder Kosten noch Mühen gescheut und wurde vom Publikum mit tosendem Applaus dafür belohnt.
 
 
Text: Sylvia Baierl
Fotos: Kirsten Nijhof

 

 


 

 

Monte Python's Spamalot am Salzburger Landestheater

 

Musical von Eric Idle und John Du Prez, liebevoll gefleddert aus dem Spielfilm »Die Ritter der Kokosnuss« / In Kooperation mit Musik & Theater Saar

 

Premiere: 18.09.2016
Besuchte Vorstellung: 27.03.2017
 
 
 

Elliott Carlton Hines und Uwe Kröger © Anna-Maria Löffelberger
 
 
»Spamalot« parodiert mit frechem Witz die Legende von König Artus und den Rittern der Tafelrunde auf der Suche nach dem Heiligen Gral. Mit Unterstützung durch die Fee aus dem See erlebt die kleine Ritterarmee die verrücktesten Abenteuer: Sie begegnen dem schwarzen Ritter und dem grausamen Kaninchen, die Burg Camelot sieht aus wie ein Nachtclub aus einem wahr gewordenen Männertraum und Ritter Lancelot entpuppt sich als leidenschaft-licher Tänzer à la Copacabana. Selbstverständlich gibt es auch eine Liebesgeschichte – und die Kunstform Musical wird mit viel Herz auf die Schippe genommen.
Die britische Komikergruppe Monty Python wurde durch ihren unvergleichlich-schrägen schwarzen Humor, die Fernsehserie »Monty Python’s Flying Circus« und ihre Filme »Das Leben des Brian« und »Der Sinn des Lebens« weltberühmt. »Spamalot« vermengt Motive aus dem eigenen Spielfilm »Die Ritter der Kokosnuss« mit Songs wie »Always Look on the Bright Side of Life« der Monty Pythons.
 
 

Sascha Oskar Weis und Marc Seitz © Anna-Maria Löffelberger
 
 
Die Rolle des König Artus spielt Uwe Kröger mit viel Witz und Humor. Er vermag es auch, durch überzeugendes Spiel die tiefe Depression und Trauer über seine vermeintliche Einsamkeit zu vermitteln und das Publikum so zwischen Mitgefühl und Situationskomik hin und her zu reißen. Seine tiefe Stimme verleiht König Artus in den scheinbar stillen Momenten besonders viel Gefühl.
Die Rolle der Fee aus dem See wurde an diesem Abend von Franziska Becker übernommen. Auch sie kann mit viel Humor und kräftiger Stimme überzeugen und es gelingt ihr, sowohl die elfenhafte Fee selbst als auch die leicht hysterische Darstellerin der Fee aus dem See gekonnt zu verkörpern.
In den weiteren Rollen sind Marc Seitz (u.a. Sir Robin), Sascha Oskar Weis (u.a. Sir Lancelot), Elliott Carlton Hines (Patsy) und Julian Looman (u.a. Sir Dennis Galahad) zu erleben - sie alle haben augenscheinlich Spaß an dieser turbulenten Show und verkörpern ihre unterschiedlichen Rollen mit starken Stimmen und großem komödiantischem Talent.
 
 

Uwe Kröger © Anna-Maria Löffelberger
 
 
Das abwechslungsreiche Bühnenbild von Court Watson und die schrillen Kostüme von Conny Lüders fügen sich ebenso wie die Choreografie von Kim Duddy perfekt in die Geschichte ein und unterstreichen die Handlung. Als besonders gekonnter Schachzug wurde das Mozarteumorchester Salzburg unter der Leitung von Stefan Müller in das Bühnenbild integriert. Die Bespielung der vordere Seiten-Logen sorgt zudem für Abwechslung und die Verbindung von Teilen der Bühne mit den Logen schafft eine besondere Nähe zum Publikum, welche durch eine spätere Einbeziehung des Zuschauerraumes durch das Ensemble noch verstärkt wird.
 

Ensemble © Anna-Maria Löffelberger
 
 
Durch die gekonnte Inszenierung von Andreas Gergen ist es gelungen, das österreichische Publikum für den schwarzen englischen Humor zu begeistern und die Lachmuskeln der Zuschauer aufs Äußerste zu strapazieren. Und so ist es nicht verwunderlich, dass am Ende der komplette Saal steht und alle zusammen "Always Look on the Bright Side of Life" singen.
Spamalot verspricht einen skurrilen Abend im Theater mit sehr viel Spaß!
Eine Zusatzvorstellung gibt es noch am 12.06.2017 sowie eine kurze Spielzeit in Merzig (Saarland) vom 16.08. bis 03.09.2017.
 
 
B.L.
 

Musical-Ensemble und Marc Seitz © Anna-Maria Löffelberger
 

 

 

Ghost - Landestheater Linz

 

 

„Sam und Molly sind frisch verliebt und haben gerade ein neues Apartment bezogen. Doch eines Abends geschieht das Unfassbare: Sam wird bei einem Überfall erschossen. Während Molly um ihn trauert, wandert Sam als guter Geist umher und findet heraus, dass auch Molly in Lebensgefahr schwebt. Doch als Geist kann er weder von den Lebenden gesehen werden, noch in das Geschehen eingreifen … – 1990 begeisterte der Film eine ganze Generation. Seit 2011 erobert die Musicaladaption die Bühnen der Welt.“ - Mit dieser Stückinformation lockt das Landestheater Linz seine Zuschauer in die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals „GHOST – Nachricht von Sam“.

 

 

 

Zur ausverkauften Premiere am 18.März 2017 waren auch Verantwortliche des Konzerns Stage Entertainment und des Theater des Westens angereist. Diese bringen die Linzer Inszenierung Ende des Jahres nämlich nach Berlin. Überzeugen konnte die Produktion nicht nur mit einer großartigen Besetzung, sondern auch mit einem nahezu perfekt abgestimmten Mix aus Gefühl, Komik und Magie. Mit einem sehr klug zusammen gestelltem Licht- und Soundkonzept konnte das Publikum oftmals ins Staunen versetzt werden. Der laufende Wechsel zwischen dem Dies- und dem Jenseits sorgte für einen mehr als ausreichenden Spannungsbogen um in keinster Weise Langeweile aufkommen zu lassen.

 

 

 

Riccardo Greco, als Sam, kann nicht nur mit seinem gefühlvollen Gesang, sondern auch durch sein herausstechendes Schauspiel vollends überzeugen und wird von einer hinreißenden Anais Lueken (Molly) auf seinem Weg begleitet. Sie lässt jeden Zuschauer an ihrer Trauer und ihrer Zerrissenheit von Glauben und Nicht-Glauben teilhaben. Mit ihrer wunderbar erfrischenden Art und einer herzhaft passenden Situationskomik sorgt Ana Milva Gomes als Oda Mae Brown für die meisten Lacher des Abends. Ebenso Peter Lewys Preston kann als fieser Freund und Geschäftspartner Carl überzeugen, obwohl er nicht gerade für Sympathien aufgrund seiner Rolle hoffen darf. Selbst kleinere Rollen wie der U-Bahn-Geist (Gernot Romic) oder der Krankenhaus-Geist (Rob Pelzer) sind wie das restliche Ensemble treffend besetzt. Die Choreographien wirken durchwegs stimmig und solide in die Inszenierung eingearbeitet.

 

 

 

Mit dieser Produktion ist dem Landestheater Linz ein sicherlich erfolgreicher Musical-Hit gelungen, der nun auch über Österreichs Grenzen hinaus für Furore sorgen könnte.
 
 
M.K.

 

 

 

 

 


 

 

DIE BESTE ALLER MÖGLICHEN WELTEN

Candide

Komische Oper von Leonard Bernstein

Theater Pforzheim

Premiere: 25.02.2017, besuchte Vorstellung: 02.03.2017

 

 

 

 

Johannes Strauß (Candide) und Chris Murray (Voltaire), von links  

(Foto: Sabine Haymann)

 

 

 

Für den jungen Candide ist die Welt noch in Ordnung. Er lebt behütet auf dem Schloss eines westfälischen Barons und seiner Gattin. Sein Leben wird maßgeblich von zwei Personen bestimmt: seiner Freundin Cunegonde und seinem Lehrer Dr. Pangloss. Sie ist die wunderschöne Tochter des Barons und der Baronin, wohingegen er als Universalgelehrter Latein, sämtliche Naturwissenschaften, Theologie und Philosophie gleichzeitig unterrichtet. Sein Credo: Die derzeitige Welt ist die beste aller möglichen. Doch gerät Candides kleine Welt aus den Fugen: Er wird aus dem Schloss geworfen, weil sein nicht standesgemäßes Verhältnis mit Cunegonde auffliegt. Für ihn beginnt eine abenteuerliche Reise, in deren Verlauf er Kriege sowie Naturkatastrophen überlebt und jenseits des Atlantiks ein magisches Zauberland entdeckt: El Dorado. [1]

 

 

 Leonard Bernstein's „Candide“ wurde 1956 uraufgeführt und basiert auf dem Roman “Candide oder der Optimismus“ von 1759, in dem der französische Philosoph Voltaire die kirchlichen und staatlichen Autoritäten seiner Zeit verspottet.

“Candide“ ist neben der “West Side Story“ das bekannteste Werk von Bernstein und seine wohl kühnste Schöpfung für das Musiktheater. Seine Musik ist eine Mischung aus klassischer Operette, Musical und Komischer Oper.

Der gesellschaftspolitisch denkende Bernstein zeichnet mit seiner Komischen Oper ein satirisches Bild seiner Zeit, inspiriert von der Voltaire's beißender gesellschaftskritischer Ironie.

 

In Pforzheim erleben wir die Neufassung von 1974 mit dem Libretto von Hugh Wheeler und zusätzlichen Gesangstexten von Stephen Sondheim, John Latouche, Lillian Hellman, Dorothy Parker und Leonard Bernstein.

 

Für die Rolle des Erzählers Voltaire konnte Pforzheims Publikumsliebling Chris Murray gewonnen werden, welcher es - hier mit französischem Akzent - gekonnt versteht, die verschiedensten Schauplätze mit einem roten Faden zu verbinden. Gleichzeitig verkörpert er auch noch die Rollen von Candides Lehrer Dr. Pangloss (der Optimist), den alten, holländischen Philosophen Martin (der Pessimist) und den treuen, südamerikanischen Begleiter Cacambo. Es gelingt ihm, alle vier so unterschiedlichen Rollen überzeugend und sehr individuell – sogar mit unterschiedlichen Stimmen - darzustellen und er verdient sich damit großen Applaus.

Als den einfach gestrickten Held Candide, dem Dr. Pangloss versucht, die Leibnizsche Theorie der “besten aller Welten“ näherzubringen, ist Johannes Strauß zu erleben und Elisandra Melián als seine große Liebe Cunegonde.

 

“Candide“ ist eine verrückte, verworrene Reise durch die Welt, in der die Theorie des Optimismus ad absurdum geführt wird.

 

 

 

 

Chris Murray (Dr. Pangloss und Johannes Strauß (Candide), von links   (Foto: Sabine Haymann)

 

 

 

Candide

Komische Oper von Leonard Bernstein

 

Scottish Opera Version

Gesangsnummern auf Englisch, Dialoge auf Deutsch

 

Musik von Leonard Bernstein

Text nach Voltaires Erzählung von Hugh Wheeler

Gesangstexte von Richard Wilbur

mit zusätzlichen Gesangstexten von Stephen Sondheim, John Latouche, Lillian Hellman, Dorothy Parker und Leonard Bernstein

Orchestration von Lenonard Bernstein und Hershy Kay

Zusätzliche Orchestration von John Mauceri

Deutsch von Stephan Kopf, Zelma und Michael Millard

 

Besetzung:

 

Voltaire/Pangloss/Martin/Cacambo — Chris Murray

Candide — Johannes Strauß

Cunegonde — Elisandra Melián (6./ 19./ 25.5.: Isabell Schmitt a.G.)

Maximilian/Captain/2. Offizier/Don Issachar — Paul Jadach

Old Lady/Baronin/James — Anna Agathonos

Paquette/1. Offizier — Danielle Rohr

Gouverneur/Vanderdendur/Ragotski/Baron/Erzbischof — Kwonsoo Jeon

Hermann Augustus/2. Inquisitor/Croupier — Cornelius Burger

Zar Iwan/3. Inquisitor — Aleksandar Stefanoski

Charles Edward/1. Inquisitor/Senor/Mann aus Lissabon/Spitzel/Franziskaner — Max Friedrich Schäffer

Sultan Achmet/Senor — Karel Pajer

 

Chor des Theaters Pforzheim

Mitglieder des Ballettensembles

Badische Philharmonie Pforzheim

 

Inszenierung — Magdalena Fuchsberger

Musikalische Leitung — Mino Marani

Bühne — Dirk Steffen Göpfert

Kostüme — Kathrin Hegedüsch

Choreografie — Guido Markowitz

 

Dauer: ca. 3h 10 Min, Pause nach ca. 1h 35 Min

 

 

 

--------------------------------------------------

[1] Pressetext des Theater Pforzheim

 

 

 

 

 

 

 

 


 

DER RING - Unplugged -

Frank Nimsgern, Zodwa Selele, Chris Murray

 

Am 18. Februar 2017 lud die ACT CENTER AKADEMIE für Musical NÜRNBERG zu einem exklusiven intimen unplugged Theaterkonzert ein.
Den Rahmen dieses Konzerts bildete ein Rock Musical Workshop am Beispiel der RockOper „Der RING“, welcher an diesem Wochenende mit den beiden Hauptdarstellern Zodwa Selele und Chris Murray sowie dem Komponisten Frank Nimsgern stattfand. Die ACT CENTER AKADEMIE ist eine Ausbildungsstätte und Talentschmiede für Bühnennachwuchs und Weiterentwicklungs-Möglichkeit für Profis. Während der Ausbildung zum Musical-Darsteller in Voll- oder Teilzeit genießen die Schüler regelmäßige Workshops mit den renommiertesten Künstlern ihres Bereiches.

 

 

 

Frank Nimsgern, Chris Murray, Zodwa Selele // Foto: Tom Schrade (www.schrade-kunst.de)

 

 


Die Zuschauer erlebten bei diesem besonderen Konzert einen abwechslungsreichen Mix von Songs aus „Der RING“ sowie anderen Rock- und Pop-Musicals, wie zum Beispiel „Jekyll & Hyde“ sowie dem hoch gelobten und mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Broadway-Hit „Hamilton“.

 

Zodwa Selele überzeugte an diesem Abend mit ihrer rockigen Stimme, obwohl sie unter einer fieberhafter Erkrankung litt. Sie bezauberte unter anderem auch mit Songs aus “Der König der Löwen”, “Sister Act” und “Pocahontas” sowie gemeinsam mit Chris Murray sehr gefühlvoll bei “Sind die Sterne gegen uns” aus “Aida”.


Chris Murray zog die Zuschauer zum Beispiel mit “Unstillbare Gier” aus “Tanz der Vampire” in seinen Bann und interpretierte dramatisch und einmalig stimmgewaltig “Gethsemane” aus “Jesus Christ Superstar”.

Außerdem schlüpfte er, der sonst eigentlich den Zwerg “Alberich” in “DER RING” verkörpert, an diesem Abend auch einmal in die Rolle von Gott “Wotan” und verzauberte das Publikum gemeinsam mit Zodwa Selele (“Brunhild”) mit dem wunderschönen Duett “Lass uns Erinnerung sein”.

 

 

 

Frank Nimsgern, Chris Murray // Foto: Tom Schrade (www.schrade-kunst.de)

 



Unterstützt wurden die Beiden von Frank Nimsgern an Piano und Gitarre sowie verschiedenen Playbacks, zum Beispiel Stimmen „des Rings“ – man hörte, wie der Ring auf verführerische Art Alberich zu sich ruft.

Im zweiten Teil überraschten zwei Special Guests die Zuschauer mit ihren Auftritten -  Kathy Krause (“SnoWhite”) und Roberta Valentini (“Elisabeth”).

 

Eine besonders interessante Note erhielt das Konzert durch kleine informative Interviews zwischen Chris Murray und Frank Nimsgern. Durch die persönliche Anwesenheit des Komponisten von “DER RING” konnten die Zuschauer intime Einblicke in die Entstehung eines Musicals gewinnen. So erzählte Frank Nimsgern, wie er eigentlich ein anderes Musical hätte scheiben sollen und ihm bei einem Blick über den Rhein stattdessen die Idee zu “DER RING” kam, einer Neudeutung von Richard Wagners „Ring des Nibelungen”. Und es wurden viele interessante Hintergrundinformationen zum Musical “DER RING” verraten. Zum Beispiel sollte der Zwerg “Alberich”  eine schwache Seite erhalten, weshalb er sich nach Frankenstein-Manier „Siegfried“ aus Erde und Stahl erschafft, da er zu schwach ist, den Ring allein zurück zu erobern. Außerdem gab es einen kleinen Exkurs in die 12 Leitmotive von Richard Wagner, welche von Frank Nimsgern gekonnt in das Musical integriert wurden.

 

 

 

Frank Nimsgern, Zodwa Selele // Foto: Tom Schrade (www.schrade-kunst.de)

 

 


Einen glanzvollen Schlusspunkt des Konzertes setzten Zodwa Selele und Chris Murray mit “Can You See The Light”, einem Song, den Frank Nimsgern für die Show “Elements” geschrieben hatte und welcher jahrelang in Las Vegas als Titelmelodie von Siegfried und Roy zu hören war.

Die nicht enden wollenden stehenden Ovationen bewiesen, dass dieses einmalige Konzert beim Publikum sehr gut ankam und eine Wiederholung in jedem Fall wünschenswert wäre. Ein großer Dank gebührt hier auch der ACT CENTER AKADEMIE unter der Leitung von Luna Mittig für die perfekte Organisation dieses besonderen Erlebnisses.

 

 

B.L.

 


 

CHRIS MURRAY in Concert

11. Februar 2017 - OnStage Braunschweig

 

 

 


 

 

 

Jekyll & Hyde

 

Großes Haus in Stralsund – 13. Januar 2017

Großes Haus in Greifswald – 5. Februar 2017

 

Musical nach der Novelle „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ von Robert Louis Stevenson

 

Nach den großartigen Open Air Aufführungen im Sommer 2016 ist Frank Wildhorn’s Musical „Jekyll & Hyde“ in der Inszenierung von Horst Kupich nun erfolgreich in den Theatern Vorpommerns angekommen.

 

Das Dämonische auf der einen Seite und das engelsgleich Gute auf der anderen – das macht die Natur eines jeden Menschen aus. Doch in welchem Verhältnis stehen sie? In welchem Maße üben sie Einfluss aus? Dies möchte der gesellschaftlich hochgeachtete und vermögende Londoner Arzt Dr. Henry Jekyll anhand eines Experiments erforschen. Er ist überzeugt davon, ein Mittel gefunden zu haben, das das Gute vom Bösen im Menschen trennen kann.

Da der Vorstand des Krankenhauses, in dem Dr. Jekyll praktiziert, dessen Antrag auf ein menschliches Versuchskaninchen entschieden ablehnt, erklärt er sich selbst heimlich zum Probanden. Die Folgen sind schrecklich und angsteinflößend: Er verwandelt sich in Mr. Hyde und als Edward Hyde tötet er die Mitglieder des Krankenhausvorstandes. Dann bedroht er die Hure Lucy, mit deren Schicksal Dr. Jekyll zuvor Mitleid gehabt hatte. Dr. Jekyll müsste Einhalt gebieten! Doch lässt sich das Experiment so einfach abbrechen?

Die Faszination, die von dieser Geschichte ausgeht, ist seit dem Erscheinen der Novelle „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ des schottischen Dichters Robert Stevenson im Jahr 1886 ungebrochen. Als eine der berühmtesten Ausformungen des Doppelgängermotivs in der Weltliteratur diente der Stoff als Vorlage für knapp 30 Verfilmungen; gut 100 Jahre nach der Veröffentlichung schuf Frank Wildhorn daraus ein Musical mit klanggewaltigen Pop-Rock-Songs und düsteren Balladen, die auf einzigartige Weise die Ambivalenz der Persönlichkeit der Hauptfigur unterstreichen.

 

 

 

copyright: Vincent Leifer

 

 

 

In der Greifswalder Premiere war erneut Chris Murray in der Titelrolle zu erleben. Einmal mehr konnte er hier sein erstklassiges Können unter Beweis stellen und in dieser schweren Doppelrolle beeindrucken.

Auch die weiteren Rollen, wie in der Sommerproduktion besetzt mit Solisten und Mitgliedern des Opernchores des Theaters Vorpommern, rundeten das Gesamterlebnis für das Publikum gekonnt ab.

 

Besonders lobenswert ist der Einsatz des Philharmonischen Orchesters Vorpommern, welches das Gesamterlebnis für das Publikum unterstützt. Leider scheint es um die Akustik des Großen Hauses in Greifswald nicht zum Besten zu stehen oder es wäre hier eine Feinabstimmung seitens der Tontechnik erforderlich, da Dialoge gelegentlich leider etwas dumpf klangen.

 

Das Bühnenbild und die Kostüme von Christopher Melching gewinnen eindeutig durch die Verlagerung auf die kleinere Bühne eines abgeschlossenen Theatersaals. So wird dem Zuschauer ein viel tieferes Eindringen in die Geschichte und die Lebensumstände im London des ausgehenden 19. Jahrhunderts ermöglicht. Das etwa 100 Jahre alte Theater bietet dem Musical einen stilvollen Rahmen.

 

Die stehenden Ovationen am Premierenabend bewiesen, dass diese Inszenierung im Theater genauso ein Erfolg beim Publikum ist wie Openair. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall. Möglichkeit hierzu gibt es noch an folgenden Terminen: 11.03. Greifswald, 30.04. und 17.05. Stralsund sowie zum letzten Mal am 24.05. in Greifswald.

 

 

 

 

copyright: Vincent Leifer

 

 


 

 

 

Foto © Kirsten Nijhof

 

 

LOVEMUSIK

 

Musical von Kurt Weill und Alfred Uhry

Deutsche Erstaufführung

 

„Wenn ich mich nach dir sehne, so denke ich am meisten an den Klang deiner Stimme, den ich wie eine Naturkraft, wie ein Element liebe.“

Dies schrieb Kurt Weill 1926 an Lotte Lenya. Seit dem 21.01.2017 kann man die besondere Liebe zwischen Kurt Weill und Karoline Wilhelmine Charlotte Blamauer (Lotte Lenya) an der Musikalischen Komödie Leipzig erleben. Basierend auf den Briefen welche sich beide schrieben inszeniert Regisseur Cush Jung die Geschichte von zwei Menschen die unterschiedlicher nicht sein können und doch unzertrennlich waren.

 

Berlin Grünheide 1924 – Lotte ist als Haushaltshilfe bei dem Dramatiker Georg Kaiser engagiert, der sich mit Weill wegen einer Oper treffen möchte. Lotte holt Weill mit einem Ruderboot vom Bahnhof ab. Weill, selbst eher schüchtern und gut-bürgerlich erzogen, ist fasziniert von dieser unkonventionellen, teils ungehobelten Person und verliebt sich schnell in Lotte. Bald heiraten sie und ziehen zusammen. Kurt Weill schreibt gemeinsam mit Bertolt Brecht die „Dreigroschenoper“ , in der Lotte die Hauptpartie sang und „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“, welche 1930 am Neuen Theater Leipzig (heute Opernhaus) Premiere hatte, bei der Lotte Lenya nicht auf der Bühne stand und den von der NSDAP provozierten Skandal im Publikum miterleben musste.

 

 

 

Anna Preckeler (Lotte Lenya) © Tom Schulze

 

 

 

Kurts erste Frau ist die Musik und Lotte fühlt sich vernachlässigt. Sie hat ständig Affären, aber ist Kurt gegenüber immer offen. Als die Bedrohung durch die Nationalsozialisten zu groß wird, beschließt Kurt Weill (jüdischer Kantorensohn) nach Paris zu gehen. Er überschreibt ihr sein Vermögen und beide lassen sich scheiden. Lotte geht eine Affäre mit dem Tenor Otto Pasetti ein – der sie aber um das Vermögen betrügt.

Lotte reist zu Kurtnach Paris, wo sie wieder ein Paar werden. 1935 wandern sie in die USA aus. Dort heiraten sie ein zweites Mal. Weill feiert einige Erfolge am Broadway, Lottes Erfolge als Schauspielerin lassen auf sich warten und sie ist unzufrieden. Nach dem Flop der Operette „The Firebrand of Florence“ zieht sich Lotte ganz von der Bühne zurück. 1950 gesteht Kurt, dass er seit 6 Jahren eine Beziehung in LA hat, dies trifft Lotte sehr. Trotzdem bleiben beide bis zum Tode Kurt Weills am 03.April 1950 zusammen.

„Ich war 24 Jahre mit ihm verheiratet, und bevor wir heirateten, lebten wir zwei Jahre miteinander, insgesamt also 26 Jahre. Als ich ihn sterben sehen musste, zweifelte ich, ob ich ihn jemals gekannt habe.“ Lotte Lenya 1979

 

Sehr realistisch erzählt Regisseur Cusch Jung in seiner Inszenierung die Geschichte des Ehepaares Lenya-Weill. Mit wenig Requisiten und der Hilfe von 3 Videowänden als Kulisse entstehen auf der Bühne der MuKo u.a. der Peetzsee in Grünheide, das ärmliche Zimmer Kurt Weills in Berlin, die Villa der Weills in New York aber auch der Strand von Santa Monica. Wundervolle, zeitgemäße Kostüme (Silke Wey) unterstützen die Szenerie.

 

 

Hans-Georg Pachmann (Kurt Weill) © Kirsten Nijhof

 

 

 

Ein Geniestreich gelingt Cush Jung mit der hervorragenden Cast.

Anna Preckeler agiert als Lotte Lenya großartig, ohne die 1981 verstorbenen Künstlerin einfach nur zu kopieren. Sie gibt der Figur einen eigenen Charakter und eine eigene Stimme – und trotzdem erkennt man die Lenya.     Hans-Georg Pachmann zeigt einen feingeistigen, intelligenten, verletzlichen und zutiefst menschlichen Kurt Weill. 

Als geldgierigen und doch recht unsympathischen Bertolt Brecht erleben wir Cush Jung – sehr überzeugend. Michael Raschle als George Davis sowie Jeffery Krueger, Angela Mehling, Mirjam Neururer und Anna Evans in vielen kleinen Rollen hauchen dem Stück den nötigen Charakter ein und spannen den Bogen über eine Zeit von fast 30 Jahren.  

 

Unterstrichen von der Musik des Meisters selbst ist „ LoveMusik“ an der Musikalischen Komödie Leipzig unbedingt sehenswert!

                                                                                                                                 Sylvia Baierl

 

 

 

 



2016

 

Januar-April Mai-August September-Oktober November-Dezember

 

X

Chris Murray - Musical Christmas - Disney Edition

17. Dezember 2016 - Pforzheim
 

Am vergangenen Samstag verzauberte Chris Murray mit seiner „Musical Christmas – Disney Edition“ das Publikum in Pforzheim. Als Gast konnte er an diesem Abend Zodwa Selele begrüßen, die man u.a. aus dem Musical „Sister Act“ kennt. Begleitet wurden sie von Philipp Polzin am Piano.


Die drei präsentierten eine gelungene Mischung aus Weihnachts-, Disney- und Musicalsongs, mal lustig, mal ruhig und gefühlvoll, aufgelockert von kleinen Anekdoten und Weihnachtsgeschichten, teilweise sogar in Mundart.


Chris Murray hätte das Podium des Theater Pforzheim locker doppelt füllen können – das Konzert war bereits innerhalb von 3 Tagen ausverkauft gewesen. Und diese überwältigende Nachfrage war mehr als berechtigt.
Chris Murray überzeugte mit fantastischer Stimme sowie Witz und Charme, während Zodwa Selele ihn perfekt ergänzte mit ihrer glockenklaren Stimme und zauberhaften Art.


So konnten die Zuschauer mit purer Lust auf Weihnachten den Heimweg antreten.
Pforzheim hofft bereits jetzt auf eine Wiederholung im kommenden Jahr!

 

 

B.L.

 

 nach oben


 

Weihnachtszauber

 

Das Weihnachtskonzert mit den Musicalstars

Kerstin Ibald, Roberta Valentini, Sabrina Weckerlin, Volkan Baydar, Christian Alexander Müller

präsentiert von

Heartmade Productions

 

17.12.2016, 19:00 Uhr - die großen Türen der St. Markuskirche in Chemnitz öffnen sich. Nadine Wagner und Christian Alexander Müller von Heartmade Productions begrüßen das Publikum am Eingang persönlich. Schnell füllt sich die festlich geschmückte Kirche.

 

20:00 Uhr – endlich geht es los und Nikolai Orloff am Flügel spielt die ersten weihnachtlichen Takte. Mit „O holy Night“ eröffnen die Solisten Christian Alexander Müller, Kerstin Ibald, Sabrina Weckerlin, Roberta Valentini und Volkan Baydar das Weihnachtskonzert und zaubern sofort eine anheimelnde Atmosphäre. Zur wunderbaren Dekoration kommt nun noch stimmungsvolles Lichtdesign.

 

 

 

Jeder der Solisten stellt eines seiner Lieblingsweihnachtslieder vor. Es erklingen ganz neue und auch bekannte Songs in englischer, deutscher, türkischer und italienischer Sprache. Ein besonderes Highlight sind erste Ausschnitte aus dem Musical „Die Brücken am Fluss“, welches am 28.04.2016 in der Chemnitzer Stadthalle Premiere haben wird.

Die tollen Stimmen, die natürliche und warmherzige Ausstrahlung der Künstler und das sorgfältig und wunderbar ausgewählte Programm machen diesen Abend zu einem ganz besonderen Erlebnis.

 

Dieser Abend, war es eine gefühlvolle und warmherzige Einstimmung auf das bevorstehende Weihnachtsfest, welcher am 24.12. 2016 um 20:00Uhr bei „Sachsen Fernsehen“ noch einmal zu erleben ist.

 

                                                                                                                      Sylvia Baierl

 

 

 

 

 

 

 nach oben


 

 

A Musical Christmas

 

13.12.2016, Leipzig Kongresshalle

 

Große Musicalhits und die schönsten Weihnachtslieder der Welt

Die vorweihnachtliche Gala mit internationaler Starbesetzung live in Deutschland!

 

„Nach dem überragenden Erfolg der MUSICAL CHRISTMAS-Tournee 2015 und der WORLD OF MUSICALS-Tournee 2016 präsentieren die internationalen Künstler im Dezember 2016 erneut eine zweieinhalbstündige Gala voller Glanzpunkte.

Im ersten Teil der Show werden große und emotionale Musical-Hits aus „Evita“, „Elisabeth“, „Cats“, „Phantom der Oper“ u.v.a. zu hören sein. Im zweiten Teil präsentieren Bühne und Künstler sich dann weihnachtlich. In einer zauberhaften Winter-Weihnachts-Kulisse erklingen die schönsten Weihnachtslieder der Welt: „Jingle Bells“, „O Du Fröhliche“, „White Christmas“, „Stille Nacht“, „Feliz Navidad“, „Oh Tannenbaum“ und viele mehr. Mit einer wunderbaren Songauswahl stimmen die Künstler/innen ihr Publikum auf die „schönste Zeit des Jahres“ ein.

Das exklusiv für diese Tournee zusammengestellte Ensemble, bestehend aus Starsolisten/innen mit jahrelanger Erfahrung an vielen internationalen Bühnen (New York, London, Wien u.v.m.), wird auch bei dieser Show selbstverständlich komplett live singen!“

 

 

Die Wahrnehmungen unsere Mitarbeiter:

Ein Abend voller bekannter Momente von großen Musicalhits und weihnachtlich, klingenden Verzauberungen.

Im ersten Teil, stimmlich mal mehr, mal weniger auf Person und Rolle angepasst, dennoch mit viel Hingabe dargeboten, führten uns die Künstler des Ensembles durch den Abend. Die Choreographie war streckenweise sehr stereotyp bzw. glich dem modernen Rumgehopse der Boybands aus den 90er Jahren. Gut, man wollte eben allen Darstellern eine Plattform im Background geben. Doch muss man so experimentell sein und alle großen Solo-Stücke zu Ensemble-Nummern machen? Das lies leicht den Eindruck aufkommen: „Können sie nicht alleine singen oder ließ man sie nicht?“

Ob das Experiment gelungen ist, 4 Valjean's gleichzeitig zusammen auf der Bühne singen zu lassen, wohlbemerkt in unterschiedlichen Kostümen, wobei eins dem Marius, eins dem jungen Javert und eins …(konnten wir nicht definieren) glich? Wir denken noch drüber nach!

Die Thenardier‘s, wie am Abend hier dargeboten, als lesbisches Paar zu besetzen, ist ein Schritt in Richtung Öffnung der Rollenverteilung. Klassisch oder nicht, zumindest waren wir leicht verwirrt, begrüßen dies aber.

Nach der Pause hatten wir uns vom Zauber der Weihnacht anstecken lassen und wurden musikalisch mit deutschen und engl. Weihnachtsliedern in friedliche Stimmung versetzt und somit wie versprochen in die schönste Zeit des Jahres entlassen.                                                                                          S.F

 

 

 nach oben


 

 

 

 

Chris Murray Musical Christmas - Disney Edition

27. November 2016 - wilde Oscar, Berlin

 

Chris Murray, einer der renommiertesten Musicaldarsteller im deutschsprachigen Raum, ist in diesem Jahr wieder mit Musical Christmas auf Deutschland-Tour - diesmal mit einer Disney Edition. Begleitet wird er erneut von Philipp Polzin am Piano. Am vergangenen Sonntag fand in Berlin das zweite von insgesamt 8 Konzerten statt. Special Guest in Berlin war Birge Funke, bekannt aus Musicals wie „Disneys Der Glöckner von Notre Dame“ und „Mozart“.

 

Das Konzert bot einen perfekten Mix aus Disney-, Musical- und Weihnachtsliedern, aufgelockert durch Weihnachtsgeschichten und lustige Anekdoten.

 

 

Chris Murray

 

 

Chris Murray sorge für wundervolle, gefühlvolle Momente, u.a. mit dem Song „Steig hinab kleiner Mann“ aus dem Rock-Musical „Der Ring“ von Frank Nimsgern oder „Sternenstaub“ aus „Einstein – Das Musical“ von Stephan Kanyar. Ein weiterer Special Guest war „Olaf“, der Schneemann aus „Frozen“, mit dem Chris Murray ein lustiges Duett sang („Im Sommer“). Mit seiner unverwechselbaren Stimme gelang es Chris Murray immer wieder, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Die Begeisterung des Publikums war deutlich zu spüren, zu sehen und zu hören.

 

 

 

Chris Murray mit "Olaf"

 

 

Birge Funke bezauberte die Zuschauer mit Witz und Charme, so zum Beispiel mit dem zauberhaft gesungenen „Märchen schreibt die Zeit“ aus „Disneys Die Schöne und das Biest“. Ein Renner (wie schon im vergangenen Jahr) war „Grandma got run over by a reindeer“ - mit einer sehr lustig vorgetragenen deutschen Übersetzung der Geschichte über die „überfahrene Oma“ durch die beiden Solisten.

 

 

 

 

Birge Funke

 

 

Im zweiten Akt wurden die Zuschauer zum Mitmachen animiert und dank des auf dem Programm abgedruckten Textes sang das komplette Publikum „It's a small World“. Zur Belohnung gab es kurz darauf Weihnachtsgebäck zu naschen, begleitet von der Aufforderung „Iss sie doch“.

 

Dass das nahezu ausverkaufte Konzert ein voller Erfolg war, lässt sich unschwer daran erkennen, dass das Publikum mit nicht enden wollendem Applaus mehrere Zugaben einforderte und auch die Schlange bei der anschließenden Autogrammstunde endlos erschien.

 

 

 

 

Philipp Polzin

 

 

Chris Murray ist noch bis zum 18. Dezember mit Musical Christmas in ganz Deutschland zu erleben. Je nach Stadt wird er von wechselnden Gästen unterstützt, so zum Beispiel Zodwa Selele („Sister Act“, „Der Ring“) in Hof und Pforzheim.

 

Wer die Möglichkeit hat, sollte sich auf jeden Fall noch Tickets für eines der folgenden Konzerte besorgen, zum Beispiel in Dortmund (6.12.), Stralsund (9.12.), Weißenfels (11.12.) oder Saarbrücken(18.12.).

 

 

Fotos & Text: Bettina Lehmann

 

 

 


Weitere Fotos findet ihr in unserem facebook-Album!

 

 

 

 nach oben


 

 

 

Das ROLLEN TAUSCH Konzert

 

 

Die Premiere des „Rollen Tausch-Konzerts“ präsentierte Heartmade Productions letzten Sonntag, 13.11.2016, im Chemnitzer Kabarett. Immer wenn Heartmade zu einem Konzert einlädt weiß man, dass wird was Besonderes.
 
Kerstin Ibald und Christian Alexander Müller sangen Lieder aus Oper, Operette und Musical und tauschten dabei die Geschlechterrolle – was zu lustigen, spannenden und berührenden Momenten führte.
So sahen wir Kerstin Ibald in der Rolle des „Tod“ aus dem Musical „Elisabeth“ - aus selbigen erlebten wir Christian Alexander Müller in der Titelrolle. Neben vielen anderen Melodien erklangen Titel aus „La Bohéme“, „Das weiße Rössl“, „Sweeny Todd“, Lieder von Frank Wildhorn und Steven Sondheim, gespickt mit wunderbaren Moderationen. Begleitet wurden die Sänger am Piano von Nikolai Orloff.

 

 

 

 

Foto: Susanne Desch

 

 

 

Wer also die Chance nutzen möchte am 24.02.2017 um 20 Uhr gibt es dieses phantastische Konzert noch einmal zu erleben – wieder im Chemnitzer Kabarett .
 
Sylvia Baierl

 

 

 nach oben

 


 

Jubel, Trubel, "Traurigkeit "

 

THE ADDAMS FAMILY – Das Sensations-Musical vom Broadway

 

Österreich-Premiere: 2. November 2016, MQ Wien / Besuchte Vorstellung: 9. November 2016

 

The Addams Family von Andrew Lippa, Marshall Brickman & Rick Elice

Mit Uwe Kröger & Edda Petri

Regie: Andreas Gergen, Choreographie: Danny Costello

 

Die Addams Family steigt wieder aus der Gruft! Die bizarre und wundervoll teuflische Familie, deren Familien-Motto: „Sic gorgiamus allos subjectatos nunc!“ lautet, was ungefähr „Wir verspeisen mit Vorliebe diejenigen, die uns zu bezwingen versuchen!“ bedeutet, erwacht zu neuem Leben! Das Musical von Andrew Lippa lies bereits das Publikum am Broadway Tränen lachen. Nach der deutschsprachigen Uraufführung 2014 war es nun zum ersten Mal in Österreich zu sehen.

 

Die höchst liebenswerte Ansammlung von Exzentrikern lebt in der verfallenen Villa mitten im Central Park – und dort spukt es ganz gewaltig! Familienoberhäupter sind die elegant-unterkühlte (und offenbar un-tote) Morticia und ihr Gatte, der ihr in Liebe ergebene heißblütige Gomez. Gomez erlebt den Albtraum eines jeden Vaters: seine 18-jährige Tochter Wednesday (2. Vorname: Friday, früheres Lieblingsspielzeug war die geköpfte Puppe der Marie Antoinette), selbsternannte “Prinzessin der Finsternis“, hat sich verliebt! Aber ihr Auserwählter, Lucas Beineke, stammt allerdings aus einer völlig „normalen“ Familie. Wednesday vertraut sich ihrem Vater an und beschwört ihn, der strengen Mutter nur ja nichts davon zu sagen. Ein Geheimnis vor Morticia? – Für Gomez schier unerträglich! Die Situation droht also zu eskalieren, als Familie Beineke ihren Antrittsbesuch bei den Addams und ihrer zukünftigen Schwiegertochter ankündigt und so nehmen die Dinge beim gemeinsamen Dinner ihren chaotisch- gruseligen Verlauf.

Die Musicalkomödie mit Musik und Songtexten von Andrew Lippa und dem Buch von Marshall Brickman und Rick Elis erlebte ihre erfolgreiche Broadway Premiere im Jahre 2010. Die Charaktere basieren auf den legendären Cartoons von Charles Addams. Die auch in Deutschland sehr beliebte Fernsehserie und diverse Kinoverfilmungen machen die sympathischen Grufties seit Jahrzehnten und Generationen zu Kultfiguren.

 

 

 

(c) Rolf Ruppenthal

 

 

Die bizarre Grusel-Kultsippe wird von namhaften Musicalstars verkörpert, allen voran Uwe Kröger als Familienoberhaupt Gomez Alonzo Lupold Addams und Edda Petri in der Rolle von Morticia A. Addams. Die beiden geben das Elternpaar mit viel Witz und Selbstironie. Uwe Kröger zeigt dabei überzeugend den Konflikt eines treusorgenden Familienvaters, der seiner über alles geliebten Ehefrau Morticia vollkommen ergeben ist und gleichzeitig seiner „zauberhaften“ und zum ersten Mal verliebten Tochter Wednesday (dargestellt von der wunderbaren Hanna Kastner) keinen Wunsch abschlagen kann.

 

Dieses Musical in der Inszenierung von Andreas Gergen ist ein Riesenvergnügen für die ganze Familie und so lustig, dass kein Auge trocken bleibt.

 

 

THE ADDAMS FAMILY kommt nach Berlin!

Am 17. Mai 2017 feiert das Broadway-Musical seine Berlin-Premiere mit Uwe Kröger als Gomez Addams und Edda Petri in der Rolle von Morticia Addams. Die Spielzeit geht nur bis zum 21. Mai 2017. Diese Musical-Sensation sollte sich Niemand entgehen lassen. Hingehen und mitlachen!

 

 

 

 

(c) Rolf Ruppenthal

 


 X

Der Ring

Musical von Frank Nimsgern und Daniel Call

Premiere: 29. Oktober 2016 am Theater Hof

 Alter Mythos im modernen Gewand

 

Die Geschichte vom Ring des Nibelungen ist allgemein bekannt durch den Opernzyklus von Richard Wagner. Sie bildet die Grundlage zahlreicher Interpretationen verschiedenster Art und es gibt Meinungen, dass auch Tolkien Teile der Handlung des Herrn der Ringe direkt von Richard Wagner übernommen hat.

Hier erleben wir nun den leicht abgewandelten germanischen Helden-Mythos in Form eines Rock-Musicals. Und dadurch erhält er eine ganz neue Faszination.
Uraufgeführt wurde das Stück im Jahre 2007 am Theater Bonn. In Hof dürfen wir nun eine neue, überarbeitete Fassung in der Regie von Reinhardt Friese erleben.

Musik und Konzept des Symphonic Rock Musical stammen von Frank Nimsgern, welcher auch die Musikalische Leitung innehat.
Die Süddeutsche Zeitung hat Frank Nimsgern als „den herausragenden deutschen Musical-Komponisten“ bezeichnet. Seine Werke wurden u.a. am Berliner Friedrichstadtpalast uraufgeführt, seine Kompositionen zum Beispiel für Bühnenshows von Siegfried & Roy in Las Vegas verwendet. 1999 erhielt Frank Nimsgern den deutschen Fernsehpreis der ARD.

Das Bühnenbild von Herbert Buckmiller und die Kostüme von Annette Mahlendorf schaffen die perfekte Illusion. Besonders hervorzuheben ist der Drache, der durch das Ballett zum Leben erweckt wird.

Handlung

 

 

 

 

Chris Murray (Alberich), Cornelia Löhr (Rheinamazone Lust), Jessica Kessler (Rheinamazone Zärtlichkeit), Georgia M. Reh (Rheinamazone Schmerz)
Foto: H. Dietz Fotodesign, Hof

 

 


Ein alter Mythos, neu und heutig erzählt: Die Götter geben den Menschen Gold, um sie zu prüfen und pflanzen damit die Habgier in ihre Herzen. Angesichts der Kriege, die aus Neid und Hass entstehen, entziehen die Götter den Menschen die Schätze und versenken sie in den Tiefen des Rheins, bewacht von himmlischen Töchtern. Doch es gelingt dem Zwerg Alberich, die Rheintöchter zu überlisten und in den Besitz des Rheingolds mitsamt des sagenhaften Rings der Macht zu gelangen. Er begründet eine Schreckensherrschaft in Nibelheim, was wiederum Wotan, den Göttervater, auf den Plan ruft. Denn der braucht den Schatz, um die Riesen auszuzahlen, die gerade seinen Altersruhesitz Walhall fertig gebaut haben. Wotan nimmt dem Zwerg den Ring ab, doch Alberich baut in seiner Schmiede einen Edelmenschen aus Eisen und Stahl: Siegfried. Der soll ihm den Ring zurückbringen…

Als Alberich erleben wir Chris Murray. Er zeigt in dieser Rolle nahezu die komplette Bandbreite seines Könnens. Mal rockt er kraftvoll, um die “Macht“ zu demonstrieren, welche ihm der Ring verleiht, dann wieder ermutigt er mit leisen, besänftigenten Tönen sein “Kind“, ohne Angst für ihn in den Kampf zu ziehen. Ihm gelingt hervorragend die Gratwanderung zwischen dem bedeutungslosen Zwerg, über den die Götter lachen, dem zeitweisen Herrscher (dank des magischen Rings und einer Tarnkappe) sowie dem stolzen Schöpfer des Helden Siegfried.
Christian Venzke gelingt es, Wotan mit der nötigen Würde eines Gottes sowie klarer und kraftvoller Stimme zu interpretieren.

 

 

 

 

Georgia M. Reh (Feuergeist), Cornelia Löhr (Feuergeist), Christopher Brose (Siegfried), Jessica Kessler (Feuergeist), unten: Chris Murray (Alberich)
Foto: H. Dietz Fotodesign, Hof

 

 


Zodwa Selele spielt Wotan's Lieblingstochter Brunnhild mit Liebreiz und wunderschöner Stimme. Besonders zauberhaft wirkt sie im Duett ... mit Christopher Brose, welcher als Alberichs Schöpfung Siegfried eine Augenweide ist mit seinem gestählten, silbernen Körper.
In den Rollen der Rheinamazoni überzeugen Jessica Kessler (Zärtlichkeit), Cornelia Löhr (Lust) und Georgia M. Reh (Schmerz).

Der Ring besteht aus wunderschönen Melodien und wird von der Liveband kraftvoll interpretiert.

Das Theater Hof gilt längst als Geheimtipp im Musicalsektor - schon allein aufgrund der Qualität seiner Stücke und kann bereits mehrere Welturaufführungen vorweisen. Dadurch zieht es nicht nur regionales Publikum an.

Eine Reise zum “Ring“ lohnt sich in jedem Fall - für dieses Highlight in Starbesetzung ist kein Weg zu weit.

Aufgrund der großen Nachfrage wurde bereits eine Zusatzvorstellung für den 28.12.2016 angesetzt und es bleibt zu hoffen, dass weitere folgen und wir das Stück vielleicht auch in der nächsten Spielzeit wieder sehen.

 

B.L.

 

 

 

 

Cornelia Löhr (Rheinamazone Lust), Jessica Kessler (Rheinamazone Zärtlichkeit), Georgia M. Reh (Rheinamazone Schmerz), Christian Venzke (Wotan), Zodwa Selele (Brunhild) und Ensemble
Foto: H. Dietz Fotodesign, Hof

 

 

 nach oben


 

 

Amazing Grace


Chormusical nach einer wahren Geschichte von Tore W. Aas und Andreas Malessa


Leitung: Eva von der Heyde

29.10.2016
Lutherkirche Leipzig

 

Mit Liebe im Sinn und Gott im Herzen gegen die Dämonen Hass, Angst und Gleichgültigkeit

Die Leipziger Lutherkirche öffnete am 29.10.2016 ihren Altarraum und bot somit dem Chormusical „ Amazing Grace“ wieder eine Bühne, um die Botschaft von menschlicher Liebe und göttlicher Gnade in die Welt hinaustragen zu können. Der Gospelchor der Thomaskirche Leipzig „Open Up Wide“ in dem mehr als 80 Laien und Profis unter der Leitung von Eva von der Heyde singen, studierte das Stück ein und brachte es zum zweiten Male vor vollbesetzten Kirchenbänken zur Aufführung. Als Charity-Partner von "Brot für die Welt" sangen sie für einen guten Zweck. Das zum Gospelmedley gesammelte Geld unterstützt die Stiftung "Happy Home“. An diesem Abend konnten knapp 1000,- Euro an das Kinderheim "Happy Homes" in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch übergeben werden.


Die mit viel Herzblut dargebotenen Leistungen der Solisten / Solistinnen überzeugten gesanglich und schauspielerisch vollstens, getragen wurden sie vom effektvollen stimmlichen Einsatz des Chores. Wer mit dem Herzen zu fühlen vermag, dem wurden an diesem Abend Emotionen geboten, die auf allen Sinneskanälen zu empfinden waren. Gänsehautfaktor auf hohen Niveau! Noch so kleine Details wie Gemeinsames Rudern und plötzlich nieselnder Regen gaben dem Publikum die Illusion, ein Teil des Ganzen und mitten in der Szene zu sein.


Nicht unerwähnt bleiben darf dabei der voll enthusiastische und körperliche Einsatz der Dirigentin (Eva von der Heyde). Sieht man ihr beim Dirigieren zu, so muss man einfach glücklich lächeln, so eine Aura strahlt sie aus. Eine Frau - Geboren um zu Dirigieren!

 

Gedanken nach dem Stück
Auf welchem Weg bin ich? Und ist es der Richtige? Wird auch mir vergeben, wenn ich noch abbiege?
Hass, Angst und Gleichgültigkeit sind keine guten Wegbegleiter!
Lass dich nicht von diesen Dämonen verführen, leiten und lenken!
Vertrau deinem Gefühl, der Liebe in dir, der Kraft des Glaubens und die Hoffnung auf eine friedvolle Welt wird nicht sterben!

 

Sabine Finger

 

 

 

 

Foto: Stefan Hoyer

 

 

 

Handlung
„Amazing Grace“ (deutsch: wunderbare Gnade) handelt von der bewegenden Läuterungs- und Liebesgeschichte eines Sklavenkapitäns und Menschenschinders aus dem 18. Jahrhundert. John Newton – Heimkind, zur Marine zwangsrekrutiert, Desertion – gerät, einem Sklaven gleich, in die Mühlen des Menschenhandels und wird selbst Sklavenhändler in Westafrika. In einem Sturm erlebt er seine Hinwendung zu Gott. Er schreibt ein kritisches Buch über Kolonialismus und Sklavenhandel, heiratet seine Jugendliebe Polly, wird Pfarrer und beginnt zusammen mit dem Politiker William Wilberforce den Kampf wider die Sklaverei. Die Verfasser des Musical, der norwegische Gospelspezialist Tore W. Aas (Komposition) und der deutsche Musikjournalist Andreas Malessa (Libretto), erzählen von Newtons Wandlung in mitreißenden Gospels und berührenden Balladen.

 

Historie:
Der 1725 in London geborene Newton ist insbesondere in Großbritannien als Wegbereiter des postkolonialen Zeitalters eine historisch bedeutsame Figur. Bekannt ist er außerdem als Schöpfer geistlicher Lieder und Hymnen. Viele Engländer und Amerikaner können seinen Song „Amazing Grace“ mitsingen. Als ihn US-Präsident Obama bei einer Trauerfeier anstimmte, gingen die Bilder um die Welt. Newton starb 1807, wenige Monate nachdem der Sklavenhandel im British Empire verboten wurde.Die Autoren Tore W. Ass und Andreas Malessa setzen diesem großen Mann ein musikalisches Denkmal. Sie richten den Blick aber auch auf den Menschenhandel unserer Zeit.

Solisten: Felix Haiduk (John Newton), Beatrice Kirchner (Polly), Louise Riechert (kleiner John), Michaela Walter (Mutter, Leadsänger 1), Thomas Franke (Leadsänger2), Alexander Quickenstedt (Hass), Heike May (Angst), Sandra Offergeld (Gleichgültigkeit), Gunnar Warnecke (Swanwick/Wilberforce), Tim Petrusch (Sklavenhändler/Notar), Judith Kretzschmar (Erzählerin), Statisten: Angela Jost, Marion Schulze
Band: Holger Hildebrandt (Leitung, Piano), Torsten Fehlberg (Gitarre) Uwe Thomas (E Bass), Florian Hoffmann (Percussion), Jörn Kleinbrahm (Saxophon, Klarinette), Rena Pietzsch (Querflöte)
Gesamtleitung: Eva von der Heyde

 

 

 

 

Musical Boulevard traf die Darsteller Felix Haiduk (John Newton) und Sandra Offergeld (Gleichgültigkeit) nach der Vorstellung sichtlich glücklich und zufrieden an
(Foto: Satu Panzer)

 

 

 nach oben


 

 

© Dieter Wuschanski / Die Theater Chemnitz gGmbH

 

 

 

 

 

Das Scharlachrote Siegel – The Scarlet Pimpernel

 

FrankWildhorn / Nan Knighton

deutsche Texte – Wolfgang Adenberg

 

Die eiskalte Lady steht endlich in Sachsen

 

 

 

© Dieter Wuschanski / Die Theater Chemnitz gGmbH

 

 

 

 

Madame Guillotine – keine Frau für eine Nacht, sondern eine für einen kurzen tödlich Augenblick – seit Samstag steht sie am Opernhaus Chemnitz.

Wir befinden uns in der Zeit zwischen 1789 und 1799 – in Frankreich tobt die Revolution. Robespierre und Gefolgsmann Chauvelin lassen die Köpfe französischer Aristokraten rollen.

Der junge englische Adlige, Sir Percy Blakeney, hat mit seinen Freunden einen Geheimbund gegründet. Wagemutig und mit viel List retten sie die Opfer vor der Klinge der blutigen Madame und hinterlassen jedes Mal  das Siegel mit der scharlachroten Blume (Pimpernelle). Ganz Paris und London fragt sich „Wer ist der Scarlet Pimpernel“?

Percy der gerade die französische Schauspielerin Marquerite St. Just geheiratet hat, muss jedoch noch vor der Hochzeitsnacht erfahren, dass wichtige Informationen zu Chauvelin durchgedrungen sind. War es Marquerite?

Was Percy nicht weiß, sie war einst die Geliebte von Chauvelin und wird nun von ihm erpresst... Er hält ihren Bruder gefangen und droht, ihn töten zu lassen, wenn sie nicht kooperiert.

Mit Mut, einem guten Plan, der Hilfe seiner Freunde und einem Wachskopf von Madame Tussaud kann Percy die Angelegenheit zum Guten wenden.

 

 

 

© Dieter Wuschanski / Die Theater Chemnitz gGmbH

 

 

 

 

In der Rolle der Sir Percy Blakeney ist Veit Schäfermeister zu erleben. Er hat diese Rolle bereits am Theater Bielefeld verkörpert und überzeugt auf ganzer Linie. Seine Soli werden alle mit Szenenapplaus bedacht und auch sein komödiantisches Talent kommt nicht zu kurz.

Auch Stefanie Köhm glänzt als Marquerite St. Just schauspielerisch wie auch stimmlich von der ersten bis zur letzten Minute.

Weniger stimmlich auffallend, dafür mit brillantem Schauspiel Alexander Franzen als Chauvelin. Auch er war schon einmal in Bielefeld in dieser Rolle zu sehen.

Thomas Klotz erstmals in der Rolle des Armand St. Just zu erleben, füllte diese mit warmer Stimme und sehr gutem Schauspiel aus.

Die Freunde dargestellt von Frank Bahrenberg (Dewhurst), Phillipp Dietrich (Ozzy), Johannes Brüssau (Elton), Thomas Mäthger (Farleigh), Christoph Apfelbeck (Hal) und Andreas Goebel (Ben) machen eine gute Figur und sorgen für einige Lacher. 

 

Frank Wildhorn, ein Garant für gefällige Melodien und raffinierte Partituren, schuf hier ein Meisterwerk, welches vom Orchester unter der Leitung von Jakob Brenner hervorragend umgesetzt wird.

Zeitgemäße Kostüme und opulente Bühnenbilder (Christof Cremer) lassen den Alltag vergessen.

Roland Hüve inszeniert einen amüsanten Musicalabend im Stile der Traumfabrik Hollywood, der nicht nur die bereits auf dem deutschen Markt bekannten Versionen zu Grunde legt, sondern auch Titel der Urversion („Ich kann Dich nicht vergessen“) nutzt.

Musikalisch und darstellerisch bleiben keine Wünsche offen und so lohnt sich eine Reise nach Chemnitz.

                                                                                                                                    Sylvia Baierl

 

 

 

© Dieter Wuschanski / Die Theater Chemnitz gGmbH

 


 

 

 

Pia Douwes als Norma Desmond, Oliver Arno als Joe Gillis

Foto © Thomas M. Jauk

 

 

 

Sunset Boulevard

Theater Dortmund

 

Musical von Andrew Lloyd Webber
Nach dem Film von Billy Wilder
Deutsch von Michael Kunze

 

Neuinszenierung der Bad Hersfelder Produktion von 2011

 

Sunset Boulevard erzählt die Geschichte der alternden Stummfilm-Diva Norma Desmond, die mit Hilfe des jungen Drehbuchautors Joe Gillis ihr Comeback verwirklichen will. Die exzentrische Diva lebt vollkommen isoliert von der Außenwelt mit ihrem Butler Max in einer luxuriösen Villa am berühmten Sunset Boulevard, wohin es den mittellosen Joe auf der Flucht vor seinen Gläubigern verschlägt. Norma bitte ihn (nachdrücklich), zu bleiben, um ihr Drehbuch zu überarbeiten und Joe gerät mit der Zeit immer tiefer in Normas Abhängigkeit. Gleichzeitig entwickelt sich eine Romanze zwischen Joe und Betty Schäfer, der Verlobten seines Freundes Artie Green. Die Tragödie nimmt ihren Lauf und die spannende Geschichte um Liebe, Verrat, Hingabe und Wahnsinn findet einen tödlichen Ausgang.

 

 

 

 

Oliver Arno als Joe Gillis, Pia Douwes als Norma Desmond

Foto © Thomas M. Jauk

 

 

 

Die Regie von Gil Mehmert vermag es, das Publikum in die Glitzerwelt Hollywoods zu entführen und ihm gleichzeitig die Tragik eines „Lebens in der Vergangenheit“ näher zu bringen. Die zeitgetreuen Kostüme von Heike Meixner spiegeln ebenso alle Facetten des Stückes wieder - von den farbenfrohen Kleidern in den Filmstudios bis zu eleganten, dunklen Roben der Diva. Das Bühnenbild (ebenfalls von Heike Meixner) ist dagegen etwas gewöhnungsbedürftig. Es besteht einheitlich aus einer Schrägbühne und wird nur durch wenige bewegliche Kulissen ergänzt. Das Prunkstück des Bühnenbilds ist natürlich die Treppe zum ersten Stock der Villa, die in Ermangelung weiterer Sitzgelegenheiten durchaus auch mal als Liegefläche fungieren muss.

 

 

 

 

Oliver Arno als Joe Gillis, Wietske van Tongeren als Betty Schäfer

Foto © Thomas M. Jauk

 

 

 

In der Rolle der faszinierenden Norma Desmond brilliert die international gefeierte Pia Douwes. Am Premierenabend wurde bereits ihr erster Auftrag mit donnerndem Applaus honoriert. Im Verlauf des Abends bewies sie mit überragender Stimme und unglaublich authentischem Schauspiel, dass die Vorschusslorbeeren in ihrem Fall absolut gerechtfertigt waren. An ihrer Seite verkörpert Oliver Arno absolut überzeugend und mit angenehmer Stimme den jungen Drehbuchautor, der zwischen seiner Jugend und den Verlockungen Hollywoods, welche Ruhm und Geld versprechen, hin- und hergerissen ist. Betty Schäfer ist in der ganzen unwirklichen, harten Hollywood-Maschinerie mit ihrer Natürlichkeit ein kleiner Lichtblick und wird durch Wietske van Tongeren auf eine entsprechend unschuldige und erfrischende Art dargestellt. Ihre klare, bezaubernde Stimme unterstreicht diesen Eindruck noch. Als Max von Mayerling ist Ks. Hannes Brock zu erleben. Ihm gelingt es, die Bedeutung seiner Rolle herauszustellen, obwohl er sich vorwiegend im Hintergrund hält, und mit dem einen oder anderen Geheimnis zu überraschen. Obwohl er nur wenig Gesang hat, gelingt es ihm mit diesem, das Publikum in seinen Bann zu ziehen.

 

 

 

 

Oliver Arno als Joe Gillis, Ks. Hannes Brock als May von Mayerling

Foto © Thomas M. Jauk

 

 

 

Besonders erfreulich ist der Einsatz der Dortmunder Philharmoniker, welche dem Stück unter der Leitung von Ingo Martin Stadtmüller den letzten Schliff geben und das Erlebnis für das Publikum abrunden.

Die minutenlangen stehenden Ovationen am Premierenabend beweisen, diese Inszenierung kommt beim Publikum an. Ein Besuch ist für Musical-Fans genauso zu empfehlen, wie für Musical-Neulinge. Möglichkeit hierzu gibt es noch bis zum 22. Januar 2017.

 

 

B.L.

 

 

 

 

Pia Douwes als Norma Desmond

Foto © Thomas M. Jauk

 

 

 

 

 nach oben


 

Foto: S. Finger

 

 

"Scherbe(l)n bringen Glück"

 

Ein musikalischer Abend mit Uli Scherbel

und der Pavel Sandorf Big Band

Samstag, 01.10.2016, Kreiskulturraum Kronach

 

Diese Füße müssen tanzen! Der Swing liegt ihm im Blut, mit Steppschuhen scheint er geboren zu sein und Entertainer-Qualitäten hat er auch. „Ein Glück kommt selten allein“, er rief und alle, alle kamen. In seiner Geburtsstadt Kronach gab der oberfränkische Tänzer, Sänger und Schauspieler Uli Scherbel, der auch schon 2016 bei den Faustfestspielen auf der Festung Rosenberg als Mephisto brillierte, sein erstes Solokonzert im ausverkauften, neu renovierten Kreiskulturraum. Klassiker, Welthits, Musicalsongs und eine Auswahl seiner Lieblingslieder (von Frederick Loewe über Udo Jürgens bis Frank Sinatra) wurden begleitet von der Pavel Sandorf Big Band, welche sich hervorragend auf Evergreens, Jazz- und Swing versteht.

 

In den heute allzu hektischen Zeiten von Facebook, Pokémon, Twitter und Co konnte Scherbel seine Gäste für den Genuss des Glücks im Augenblick, gleich dreifach in seinen Bann ziehen. Verbal mit einfühlsamen Texten und Tönen, begleitend mit privaten Erinnerungen aus seinem Lebensweg. Dabei kommt die Interpretation der Lieder, wie z.B. „Dies ist die Stunde“, „So leb dein Leben“, „Was wichtig ist“ genauso emotional und ausdrucksstark an, wie das swingend, jazzige „Singing in the rain“, „Mister Bojangels“ oder „Minnie the Mooncher“, um nur eine Auswahl der sehr gut zusammengestellten Songliste zu nennen. Akustisch: mit flotter Steppsohle, treffsicheren Tönen und fränkischer Mundart. Optisch, als Sonnyboy, der auch nach einem 3-stündigen Konzert den Hüftschwung noch mit einem charmanten Lächeln auf den Lippen darbietet.

 

Ein rundum glücklich gelungener Abend, welcher vom Publikum mit viel Applaus bedacht wurde.

 

 

 

Foto: S. Finger

 

 

 

Wie er im Konzert verkündete, brauchten gar nicht alle Plakate als Werbung aufgehängt zu werden, da dies bereits nach 3 Tagen ausverkauft war. Wohin damit? Scherbel erklärte sich spontan zur Signatur der Plakate in einer anschließenden Autogrammstunde bereit, mit der Bitte um Spenden für den Hospizverein Kronach e. V. Eine sehr starke und schöne, menschliche Geste, deren Aufruf viele folgten.

 

Sieht Kronach den Sohn seiner Stadt wieder? Als Mephisto wohl leider nicht so schnell, aber spätestens bei seinem Zusatzkonzert „Scherbeln bringen Glück“ am 08.04.2017. Und um die Zeit bis dahin zu überbrücken, immer schön den „Manuel-Neuer-Männer-Move“ üben, sodass wir alle mit Uli gemeinsam glücklich Tanzen können.

                                                                                                                                                             Autorin: S. Finger

 

 

Tipp! Uli Scherbel ist 2016 in Bremen, Bregenz, Essen und Frankfurt noch in der Rolle des Fred Hofmann bei „Ich war noch niemals in New York“ zu erleben.

 

 

Foto: S. Finger

 

 

 


 

Christian Alexander Müller (Graf Dracula), Maximilian Mann (Jonathan Harker)

Foto: Heiko Sandelmann

 

 

 

Dracula

Stadttheater Bremerhaven

Premiere: 17. September 2016

 

 

 Musical von Frank Wildhorn

Buch und Songtexte von Don Black und Christopher Hampton

 

Angekommen im Jahre 2016 oder das Böse lauert immer und überall

 

Man geht ja mit einigen Erwartungen in einen Theaterabend. Ich zog mir also ein klassisch rot-schwarzes Kleid an und freute mich auf die Inszenierung am Stadttheater Bremerhaven.

 

Der Anwalt Jonathan Harker besucht Graf Dracula auf seinem Anwesen in Transsylvanien, um ihm einen neuen Besitz in London zu übereignen. Als Mina anruft, reißt Dracula Jonathan das Handy aus der Hand und sagt ihr kurz „Hallo“ .Von nun an scheint Dracula weniger Interesse an den Verträgen zu haben, viel mehr reizt ihn Jonathan und dessen Verlobte Mina. Als Jonathan wie hypnotisiert einschläft, fällt der Graf über ihn her und trinkt sein Blut.

Dracula kündigt sich seinem Gehilfen Renfield an, der ihn im Hause Harker, wo er als Barkeeper arbeitet, sehnlichst erwartet.

 

Unterdessen hat Mina Besuch von Ihrer durchgedrehten Freundin Lucy bekommen. Überfordert von 3 Heiratsanträgen entscheidet sie sich kurzerhand für Ihre Jugendliebe Arthur.

Auf den Titel „Wie wählt man aus“ wurde komplett verzichtet – es würde in die heutige Zeit auch nicht mehr passen.

 

 

 

Carolin Löffler (Lucy Westenra), Anna Preckeler (Mina)
Foto: Heiko Sandelmann
 

 

 

Dracula, der nun auch in London angekommen ist, schleicht sich ins Leben seiner Opfer – er lauert quasi an jeder Ecke. Lucy soll sein erstes Opfer in London sein - bereitwillig stellt sie sich ihm zur Verfügung. Mina spürt, dass da wer ist und schreit ihn an, zu gehen.

Auf der Verlobungsparty bricht Lucy zusammen. Jonathan und Mina erhoffen sich Hilfe von Professor van Helsing, welcher Experte auf dem Gebiet obskurer Krankheiten und Geisteserscheinungen ist. Über seine Diagnose „Vampirbiss“ können die Anwesenden nur Lachen. Lucy ruft Dracula und beide haben eine lustvolle Liebesnacht, nach der Lucy über Arthur herfallen will, was der Professor verhindern kann. Mit einer Spritze kann er Lucy betäuben. Sie stirbt und wird zur willigen Untertanin des Bösen.

 

Entgegen der Originalversion reist Dracula nicht zurück in seine Heimat, der gesamte zweite Akt findet in der Wohnung der Harkers statt. Hier stehen sich Dracula und seine Gegner mit Gewehren gegenüber – fast Alle erschießt Dracula – er lässt nur Professor van Helsing am Leben. Dieser hypnotisiert Mina (warum auch immer?) – worauf hin sie in völlige Verzweiflung verfällt.

 

Der vom Erfolg verwöhnte Dracula muss erkennen, dass er in Mina kein williges Opfer findet. Ihre Gegenwehr macht sie für ihn immer interessanter und sein Verlangen nach Ihr steigt. Erstmals empfindet er Liebe für eine Frau. Auch Mina kann sich Dracula letztendlich nicht erziehen und bittet Jonathan um die Auflösung der Verlobung. Jonathan reagiert typisch männlich und demoliert in seiner Verzweiflung das Mobiliar („Ich lasse sie frei“ statt „Frost an einem Sommertag“). Mina sieht keinen Ausweg mehr und nimmt Tabletten.

 

Keine Chance für die Liebe – Dracula zieht eine Spur der Verwüstung und es Todes hinter sich her und beginnt zu spät, an seinem Dasein zu zweifeln – er kann Mina nur noch im Sterben begleiten. Hat das Böse nun gesiegt oder fliegt die Kugel durch die Nacht?

 

 

 

 

Carolin Löffler (LucyWestenra), Christian Alexander Müller (Graf Dracula)
Foto: Heiko Sandelmann

 

 

 

Die Akteure

 Graf Dracula:  Christian Alexander Müller
 Mina Murray:  Anna Preckeler
 Jonathan Harker (Minas Verlobter):  Maximilian Mann
 Lucy Westenra:  Carolin Löffler
 Renfield:  Thomas Burger
 Professor van Helsing:  Tobias Haaks
 Dr. Jack Seward:  Vikrant Subramanian
 Arthur Holmwood (Lucys Verlobter):  Fin Holzwart
 Quincey Morris:  Róbert Tóth

 

 

 

 

 

 

Anna Preckeler (Mina), Christian Alexander Müller (Graf Dracula)

Foto: Heiko Sandelmann
 
 

 

Christian Alexander Müller zeichnet anfangs einen selbstverständigen, erfolgsverwöhnten Dracula, den Nichts erschüttert oder von seiner Bahn abbringt. Er nimmt sich, was er zum „Leben“ braucht. Sehr schön stellt er die Verzweiflung dar, als Dracula erkennt, dass sein Dasein fragwürdig ist, dass er diese eine Frau liebt und sein Leben für sie geben würde. Gesanglich für mich der beste Dracula, den ich je gehört habe.

 

Mina, dargestellt von Anna Preckeler, hatte für mich einen etwas undankbaren Job. Ihre Rolle austauschbar inszeniert – als verwöhnte Göre aus begütertem Hause und im hohen Grade selbstverliebt (über ihrem Bett hängt ein riesiges Bild von ihr). Der Zauber den Mina in anderen Produktionen hat - und den ich auch erwarte - fehlt völlig. Was also Dracula an ihr fesselt, kann ich nicht nachvollziehen. Dennoch macht Anna Preckeler das Beste daraus und spielt die Rolle, so wie sie angelegt, ist hervorragend. Gesanglich hat sie manchmal kleine Probleme – was bei der Aufregung einer Premiere schon mal vorkommen kann.

 

 

 

Anna Preckeler (Mina)
Foto: Heiko Sandelmann
 

 

 

Die einzig schlüssig inszenierte, und vom Original nicht zu weit weg inszenierte Rolle - Jonathan Harker, wird von Maximilian Mann glänzend dargestellt. Gesanglich einwandfrei und ohne Fehler, nimmt man ihm den Anwalt, den Verlobten und den Verlassenen fraglos ab.

 

Die Überraschung des Abends war für mich Renfield - eigentlich ja Patient in einer Nervenklinik - darf er hier an der Bar der Harkers dienen und fröhlich Cocktails mischen – welches er auch gleich mal für seine Spinnenzucht missbraucht. Dass Nervenärzte Hausbesuche machen, in Zeiten knapp bemessener Heilmittelrichtlinien, ist mir neu. Gut finde ich die Idee, dass er wie ein Psychopath die Opfer seines Meisters an einer Wand verewigt. Ein guter Diener seines Meisters bis zum Verrat, den er teuer bezahlen muss – Dracula zertritt ihn wie ein Insekt. Auch Thomas Burger kann in seiner Rolle durchweg überzeugen.

 

Carolin Löfflers Mezzosopran und diese Rolle waren für mich eine sehr spannende Mischung. Sie spielt eine Black Metal-liebende, durchgedrehte und hörige Lucy.

 

Insgesamt war die Cast sehr gut ausgesucht und durchweg überzeugend – was mich mit dem Abend auch versöhnt.

 

 

 

 

Tobias Haaks (Professor van Helsing), Christian Alexander Müller (Graf Dracula)
Foto: Heiko Sandelmann

 

 

 

 

Die Ausstattung

 

Die Drehbühne war einer der „Hauptakteure“ des Abends und raste in einigen Szenen so schnell, dass mir fast schwindlig wurde. Ich bewundere die Cast, dass sie in dem Tempo mit diversen Klettereinlagen über steile Treppen, Tresen, Sessel und Sofas unfallfrei durch den Abend gekommen sind.

Dass man die Bühne auf mehreren Ebenen bespielt, ist ein sehr positiv zu erwähnender Aspekt.

Die Kostüme und Requisiten – von Barbara Bloch - wurden passend zur Inszenierung und zum Jahr 2016 gewählt, mit einer Ausnahme - die Waffen stammen wohl eher aus früheren Jahrzehnten.

Der Ton (Hardy von Harten; Sara-Catherine Zemke) schwächelte zeitweise.

 

Fragen über Fragen

 

Grundsätzlich bin ich immer offen für moderne Ansichten und kreative Umsetzungen, aber das Stück sollte schon das Stück bleiben und ich als Zuschauer möchte verstehen, was da auf der Bühne passiert. Nach dem ersten Akt hatte ich 1000 Fragen im Kopf – mein Dracula ist nicht der Ihre. Mein Verständnis für die Charaktere ein vollständig anderes. Gut ich kenne das Musical aus diversen anderen Häusern – fast durchgehend klassisch inszeniert – meistens aber schlüssig.

Interessant ist es schon, was da in Bremerhaven geboten wird, eine völlig neuartig Sicht – und es fällt mir nicht leicht, die Meinige abzulegen und diesen neuen Dracula – der für mich kein Dracula im herkömmlichen Sinne mehr ist - zu verstehen.

Was will uns Regisseur Philipp Kochheim mit seiner Inszenierung sagen?

Angelehnt an die Psychothriller von David Lynch komme ich zu der Annahme, dass die Grundaussage wohl „das Böse lauert immer und überall“ sein könnte. Eben nicht nur auf einem anderen Kontinent, in einer anderen Stadt, nein auch bei mir zu Hause oder auch in mir selbst. Gibt es einen „Dracula“? Sind wir alle irgendwo „Dracula“? Es gibt Menschen, die uns tagtäglich Kraft schenken und dann gibt es die, die uns die Energie nur so aus dem Körper saugen.

Woher kommt die anfängliche Faszination, die Mina auf Dracula ausübt? Nur durch ein Wort am Handy? Ich kann verstehen, dass man von einer Stimme fasziniert ist – dennoch braucht es doch mehr, um Liebe zu empfinden – was sich erst spät im zweiten Akt erschließt.

Eine weitere Frage ist, wie passen Musik und Inszenierung zusammen? Die doch recht klassische Musik - hervorragend gespielt vom philharmonischen Orchester Bremerhaven, unter der Leitung von Hartmut Brüsch – und diese sehr moderne Regie (Regieassistenz von Sebastian Glathe) wirken auf mich unpassend. Ein Stück über einen sexsüchtigen Serienmörder und diese energiereiche wundervolle Musik - gegensätzlicher kann es nicht sein.

 

 

 

Christian Alexander Müller (Graf Dracula), Thomas Burger (Renfield)
Foto: Heiko Sandelmann
 
 

 

 

Fazit

Alles in allem ist das Stück sehr kurz gehalten und muss mit vielen Streichungen und Kürzungen auskommen – nicht mal eine Stunde dauert der erste Akt und der zweite nicht mal eine dreiviertel Stunde.

Trotzdem werde ich mir das Stück noch das eine oder andere Mal ansehen – mit dem Zweiten sieht man ja bekanntlich besser. Ich will auch keine Wertung abgeben - ob es nun gut oder schlecht ist, muss wohl jeder für sich selbst herausfinden. Aber mir ist der Wiedererkennungswert eines Stückes sehr wichtig.

 

                                                                                                                      Sylvia Baierl

 

 

 

 nach oben


 X

Jekyll & Hyde

Wiese am Hansa-Gymnasium, Stralsund

Premiere: 29. Juli 2016

Besuchte Vorstellung: 30. Juli 2016

 

 

Foto: Vincent Leifer

 

 

Am Freitag, den 29. Juli 2016 fand in Stralsund die zweite Premiere der Jekyll & Hyde Produktion des Theater Vorpommern statt.

Der größte Unterschied an diesem zweiten Spielort besteht in der für eine Sommer-Open-Air Aufführung geeigneteren Anfangszeit von 21 Uhr.

Plötzlich bekommt das Bühnenbild von Christopher Melching eine ganz andere Wirkung und auch die ausgefeilten Lichteffekte kommen endlich zum Tragen.

Die kunstvoll auf Leinwände gemalten Kulissen zeigen die Straßen Londons und können in kürzester Zeit sowohl in den Salon oder das Labor von Dr. Jekyll verwandelt werden, als auch beispielsweise in den Nachtclub „Zur Roten Ratte“. Dank der entsprechenden Beleuchtung wirkt das Labor direkt plastisch. Und besonders in der Szene der Konfrontation zwischen Jekyll und Hyde unterstützen die unterschiedlichen Beleuchtungen den Effekt der beiden Seelen in einer Person – wenn Hyde die Oberhand gewinnt, ist die komplette Szene in grausiges Grün getaucht.

 

 

Foto: Vincent Leifer

 

 

Dem durchweg guten Darstellerensemble ist es perfekt gelungen, das Publikum in die Geschichte zu entführen. Hervorzuheben ist hier in der besuchten Vorstellung auch wieder der Gaststar Chris Murray, welcher entscheidend zum Erfolg der Inszenierung beiträgt. Es spielt die Rolle des engagierten Doktors, welcher sein eigenes Leben riskiert, um seine Forschung voran zu treiben, mit viel Gefühl und verleiht dem teilweise etwas weltfremden Henry einige lustige Momente, vor allem im Zusammenspiel mit seiner Verlobten Lisa (Jardena Flückiger). Die Spannbreite seines Könnens zeigt Chris Murray vor allem bei seiner Verwandlung in Edward Hyde – er wird zu einem rücksichtslosen und getriebenen Monster und auch sein Gesang wandelt sich entsprechend von den leisen, gefühlvollen Tönen zur vollen Bandbreite seiner Stimme.

Vollkommen zu Recht feierte das Publikum die Leistung aller Beteiligten mit zahlreichem Szenen-Applaus und Standing Ovation am Schluss.

Wer die Möglichkeit hat, sollte sich unbedingt noch die Vorstellungen am 10. und 11. August (jeweils 21 Uhr) auf der Wiese am Hansa-Gymnasium in Stralsund anschauen.

 

 

B.L.

 

 

Foto: Vincent Leifer

 

 


 

Jekyll & Hyde

Museumshafen Greifswald

Premiere: 18. Juni 2016

 

 

 

 

 

Am vergangenen Samstag feierte das Musical „Jekyll & Hyde“ seine umjubelte Premiere auf der Bühne am Greifswalder Museumshafen.

 

Die Inszenierung des Theaters Vorpommern in der Regie von Horst Kupich eröffnete damit das „AHOI – Mein Hafenfestival 2016“.

 

Das Musical mit der Musik von Frank Wildhorn basiert auf der Novelle „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ von Robert Louis Stevenson.

Dr. Henry Jekyll hat ein Elixier gefunden, mit welchem er das Böse vom Guten im Menschen trennen will. In Ermangelung eines menschlichen Versuchsobjekts entscheidet er sich für einen Selbstversuch mit fatalen Folgen. Er verwandelt sich in den mörderischen Edward Hyde.

 

Für die Titelrolle des Dr. Jekyll/Mr. Hyde konnte der Gaststar Chris Murray gewonnen werden. Er überzeugte sowohl stimmlich als auch schauspielerisch und verdeutlichte den Kontrast zwischen den beiden Seiten ein- und desselben Menschen, den Kampf zwischen Gut und Böse – bis hin zum Höhepunkt des Stückes, der Konfrontation zwischen den beiden Seelen.

Die weiteren Rollen wurden mit Solisten und Mitgliedern des Opernchores des Theaters Vorpommern besetzt, welche ihre Figuren allesamt überzeugend verkörperten.

 

Die Kostüme von Christopher Melching fügen sich perfekt in das viktorianische Zeitalter ein.

 

Aufgrund der frühen Anfangszeit von 19 Uhr bei dieser Open-Air-Aufführung fand nahezu die komplette Vorstellung bei Tageslicht statt, wodurch leider jegliche Lichteffekte fehlten bzw. nicht zum Tragen kamen. Dies wird sich hoffentlich ändern, wenn die zweite Hälfte dieser Sommeraufführungen in Stralsund ab 21 Uhr stattfindet.

 

Ein Besuch (oder auch mehrere) ist auf jeden Fall empfehlenswert – bereits am kommenden Wochenende in Greifswald oder dann im Juli und August auf der Hansawiese in Stralsund.

 

 

 

 

B.L.

 

 

 nach oben


 

 

 

Musical meets Pop
Pfingstgala, 16.05.2016, Tecklenburg


Lieder und Solokünstler des Abends:

Teil 1:
Stayin‘ Alive (alle)
Sünden der Väter (Roberta Valentini)
Don’t let me go (Dominik Hees)
Liebe stirbt nie (Milica Jovanovic)
Der Heiler (Kevin Tarte)
I can’t let go (Zodwa Selele)
Tragedy (Sascha Krebs)
Ich bin, was ich bin (Uwe Kröger)
Always starting over (Pia Douwes)
Totale Finsternis (Kevin Tarte / Roberta Valentini)
Edelweiss (Uwe Kröger / Milica Jovanovic)
High Enough (Pia Douwes / Sascha Krebs)
Wenn ich tanzen will (Uwe Kröger / Pia Douwes)
Night Fever (alle)

Teil 2:
Hello (Zodwa Selele mit ihrem Cousin)
All of me (Dominik Hees)
Calm after the storm (Sascha Krebs / Zodwa Selele)
Tell him (Roberta Valentini / Milica Jovanovic)
Wie schön du bist (Roberta Valentini)
Skyfall (Uwe Kröger)
Bonfire heart (Kevin Tarte)
What you get is what you see (Pia Douwes)
Beautiful Day (Dominik Hees)
Piece of my heart (alle vier Damen)
Atemlos (Milica Jovanovic)
Uptown Funk (Sascha Krebs)
Lass uns gehen (alle)

Zugabe:
Life is for living (alle)

 



Bei Ankunft am Open Air Gelände fiel sofort die Bühnendekoration auf. Diese war ein Teil vom Musical 3 Musketiere, welches in den nächsten Tagen dort gespielt werden sollte.
Nach nicht allzu langer Wartezeit kamen erst der 4-köpfige Chor und dann die 8-köpfige Band auf die Bühne. Es folgte der Opener mit der gesamten Cast. Danach stellte der Moderator (auch Mitinitiator der Pfingstgala) den Chor und die Solisten vor. Später wurde dann die Band von deren Leiter vorgestellt. Der erste Teil gefiel gut. Die Solisten waren allesamt gut drauf. Bei Uwe Kröger fiel auf, dass er als einziger die Bühne mit passenden Outfits zum Musicaltitel betrat. Die anderen waren normal, aber elegant gekleidet. Stimmlich konnte man bei keinem meckern, hervorheben sollte man im ersten Teil auf alle Fälle Milica Jovanovic. Als sie den Titel aus Phantom II gesungen hat, stand das ganze Publikum zum Applaudieren. Im Zweiten Teil ging es dann richtig ab, es wurde sehr rockig und tanzbar. Beim ersten Titel, gesungen von Zodwa Selele mit ihrem Cousin, gab es schon stehende Ovationen. Es ging die ganze Zeit so weiter. Es wurde mitgetanzt, geklatscht und geschunkelt. Die Leute hielt nichts mehr auf den Sitzen. Die Zugabe konnte sich auch sehen lassen, aber es hätten dort ruhig ein oder zwei Lieder mehr sein dürfen.
Der zweite Teil hat noch wesentlich besser gefallen. Ob man noch mal hingehen sollte… auf jeden Fall! Die Pfingstgala in Tecklenburg ist sehr empfehlenswert.
 


Anja Schneider

 

 

 


 X

Einstein – Das Musical
Premiere – 22. April 2016 – Theater Hof



Im Theater Hof fand am vergangen Freitag die Welturaufführung von „Einstein – Das Musical“ statt. Das Musical stammt aus der Feder von Stephan Kanyar und Maren Scheel. Stephan Kanyar kennt man bereits als Komponist erfolgreicher Musicals wie „Shylock!“ und „Casanova“. Inszeniert wurde die Uraufführung vom Hofer Intendanten Reinhard Friese.

Das Musical lädt dazu ein, sich dem Mysterium Albert Einstein anzunähern. Man erlebt, wie sich aus dem kleinen, wissbegierigen Albert ein junger, einzelgängerischer Forscher entwickelt und dieser später zum weisen alten Einstein reift. Das Stück wird aus der Sicht des Pathologen Dr. Thomas Harvey erzählt. Die Geschichte beginnt im Princeton des Jahres 1955, nachdem Dr. Harvey das Gehirn Einsteins eigenmächtig zu Forschungszwecken entnommen hat. Er versucht, mithilfe des Gehirns dem Genie auf den Grund zu gehen und taucht damit in die Welt von Einstein ein. Der Zuschauer erlebt so durch Dr. Harveys Augen die Stationen von Albert Einsteins Leben. Während man in den Erinnerungen von Einstein wandelt, lernt man auch seine Freunde und Weggefährten kennen, wie zum Beispiel Max Planck.

 

 

 

Léon van Leeuwenberg (Lehrer), Elias Himes (Albert Einstein als Kind), Florian Bänsch (Bürgermeister), Thilo Andersson (Dr. Thomas Stoltz Harvey) und Ensemble/ Foto: H. Dietz Fotografie, Hof

 



Die Dramaturgie des Musicals beruht gemäß der Relativitätstheorie auf der theoretischen Möglichkeit, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zur gleichen Zeit zu sehen. Dementsprechend erlebt man Albert Einstein auf der Bühne auch als Kind, jungen Mann und alten Mann. Leider ist dies nicht durchgängig gelungen umgesetzt, da die drei Alberts tatsächlich erst im Finale auf der Bühne aufeinandertreffen.

Das Darstellerensemble überzeugt mit Spielfreude und großartigen Stimmen. Die drei Albert Einsteins werden verkörpert von Elias Himes (Kind), Christopher Brose (jung) und Chris Murray (alt). Das Kind hat viel Witz und eine bezaubernde Stimme. Christopher Brose interpretiert den jungen Einstein überzeugend und Chris Murray schafft mit seiner stimmgewaltigen Umsetzung des alten Einstein einen grandiosen Schlusspunkt. Dr. Thomas Harvey wird souverän dargestellt von Thilo Andersson. In den weiteren Rollen erlebt man Christian Venzke als Maurice Solovine, Max Planck und den Vater Hermann Einstein, Léon van Leeuwenberg unter anderem als Walther Nernst und Pilipp Lenard, Florian Bänsch zum Beispiel als Conrad Habicht und Leó Szilárd sowie Julia Klemm als Einstein's erste Ehefrau Mileva und Susanna Mucha als Miss Marian.
 

 

 

 

 

Léon van Leeuwenberg (Walther Nernst), Christopher Brose (Albert Einstein als junger Mann), Christian Venzke (Max Planck) / Foto: H. Dietz Fotografie, Hof

 

 


Der Komponist nimmt den Zuschauer mit wunderschönen Melodien mit auf eine Reise durch das Leben von Albert Einstein. Besonders hervorzuheben sind folgende Lieder: „Türen in die Vergangenheit“ - Dr. Harvey besingt emotional seine Möglichkeit, mithilfe von Einstein's Gehirn „Die Antwort auf so viele Fragen“ zu finden, da „Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, in einem Gehirn vereint“ sind. Mit der Parodie „Akademie Olympia“ zeigen der junge Einstein (Christopher Brose) und seine Physikerfreunde Solovine (Christian Venzke) und Habicht (Florian Bänsch) auf amüsante Weise die musikalische Vielfältigkeit des Stücks. Sehr berührend ist auch „Gott würfelt nicht“. Hier erkennt der junge Einstein (C. Brose), dass Gott „nichts dem Zufall überlässt“ und „alles einen vorbestimmten Sinn“ hat. Als Kontrastpunkt wiederum fungiert der Auftritt des alten Professor Einstein (Chris Murray), der mit „Schein und sein“ sehr komödiantisch beweist, „Schein und sein vertragen sich halt nicht“. Am Ende des Stücks wird Chris Murray dann jedoch mit „Sternenstaub“ wesentlich emotionaler, wenn der weise alte Einstein erkennt, „wir alle sind aus Sternenstaub gemacht“ und doch tragen wir „wie verblendet, ohne Sinn, ohne Verstand die Büchse der Pandora weit geöffnet in der Hand“.
 

 

 

 

 

Léon van Leeuwenberg (Maitre), Chris Murray (Albert Einstein als alter Mann), Florian Bänsch (Kellner) und Ensemble / Foto: H. Dietz Fotografie, Hof

 

 

 


Das Musical ist eine emotionale, melodische und spritzige Reise durch das Leben von Albert Einstein. Gerade in der heutigen Zeit gibt es in den Köpfen vieler Menschen noch Grenzen und gilt es immer wieder, neue Türen zu öffnen, um in die Zukunft zu gehen. Es stellt sich die Frage, hat die Menschheit etwas aus der Vergangenheit gelernt? Vielleicht schaffen wir dies durch die Ideen und Visionen von Albert Einstein.


"Einstein - Das Musical" ist auf jeden Fall sehr sehenswert. Aufgrund der leider sehr kurzen Spielzeit bis Anfang Juli ist es empfehlenswert, sich schnell Tickets für Hof zu sichern!


 

Heike Schmidt & Bettina Lehmann

 

 

 

 

 

Léon van Leeuwenberg (Maitre), Chris Murray (Albert Einstein als alter Mann), Florian Bänsch (Kellner) und Ensemble / Foto: H. Dietz Fotografie, Hof

 

 

 

 nach oben


 

 

 

Dracula

 

Musik von Frank Wildhorn/

Buch und Gesangstext von Don Black und Christopher Hampton

 

Premiere, 16.04.2016

Musikalische Komödie Leipzig

 

 

Nach den Erfolgen von »Jekyll & Hyde« und »Der Graf von Monte Christo« gibt es jetzt

mit »Dracula« das dritte Wildhorn-Musical an der Musikalischen Komödie – in Szene gesetzt von demselben Team, das auch schon für die beiden anderen Produktionen verantwortlich zeichnete.

 

Handlung

»Dracula« ist atemberaubendes Horror-Musical und gefühlvoll-leidenschaftliche Romanze zugleich. Der amerikanische Komponist Frank Wildhorn, der seit seinem Erstlingswerk »Jekyll & Hyde« auch in Europa zu den großen Musicalkomponisten unserer Zeit zählt, hält sich eng an den berühmtesten Vampir-Roman der Welt, den der irische Schriftsteller Bram Stoker 1897 veröffentlichte. Auch im Musical wechseln die Schauplätze zwischen einem alten Schloss in den Karpaten und dem viktorianischen Ambiente Londons. Die spannende Handlung um den Grafen Dracula und den versierten Vampirjäger van Helsing zieht das Publikum immer wieder in ihren Bann: Auf der Suche nach frischem Blut verlässt Dracula nach hunderten von Jahren die Berge Transsylvaniens, um bald darauf in London Angst und Schrecken zu verbreiten, denn hier, in der Anonymität der großen Metropole, drohen die ahnungslosen Menschen seiner überwältigenden, aber tödlichen Verführungskunst zu verfallen wie einer Droge. Besonders auf junge Frauen übt der geheimnisvolle, einsame Mann eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Doch für die Eine, die er liebt, ist er bereit, seine Unsterblichkeit zu opfern. Die berührende Liebesgeschichte, die Dracula nicht nur als mordendes Monster zeigt, garantiert große Emotionen, großes Theater und große Melodien. Das Spektrum von Wildhorns Musik reicht von heutigem Pop über romantische Balladen bis zu mitreißenden Rock-Szenen.[1]

 

 

 

Jonathan Harker (Jeffery Krueger) & Mina Murray (Lisa Habermann)

Premiere 16.04.2016 Musikalische Komödie © Tom Schulze

 

 

 

 

Premiereneindrücke - Blutdurst in der MuKo

 

Hinter die Kulissen geschaut!

In einem Gespräch mit Ralf Düsterhöft, einem Technikmitarbeiter der Musikalischen Komödie erfuhren wir, wieviel –Drumherum- es bedarf, um einem Stück Stimmungen einzuhauchen.

„127 sind es an diesem Abend“, berichtet er stolz. Eine beachtliche Leistung, alles im richtigen Moment, auf Handzeichen zum Einsatz zu bringen, um z.B. wirkungsvoll, akustisch Tropfen für Tropfen Rotwein in ein Glas rieseln, den wabernden Nebel über Grabsteine streichen oder stimmungsvolles, blutrotes Licht auf blassen Gesichtern wirken zu lassen. Besonders beindruckt hat mich die Sache mit dem Sargdeckeltrick, von den Proben er erzählte.

Über den großzügigen und sinnvollen Einsatz von Videoprojektionen hingegen lässt sich m. M. n. diskutieren z. B. Großprojektionen der Köpfe von Elisabeta und Mina Szene: „Je länger ich lebe“.

 

 

 

Dracula (Andreas Wolfram) & Vampirinnen (Linda Rietdorff, Nedime Ince, Nathalie Parsa)

Premiere 16.04.2016 Musikalische Komödie © Tom Schulze

 

 

 

 

Zum Stück

Dracula, von Andreas Wolfram gegeben, gierig sein Verlangen, zerrissen seine Seele, optisch etwas an Onkel Fenster aus der Adams Family erinnernd, beißt sich lustvoll singend mit beeindruckenden, bluthinterlassenden Spuren durch die Szenen.

 

Cusch Jung (Regie und Choreografie) wollte, so seine Beschreibung aus der Werkstatt zum Musical, dem Publikum die wahren Beweggründe Draculas, warum dieser ausgerechnet Mina zu seiner neuen Geliebten auswählt, nahebringen. Dieses Anliegen zieht sich, sehr omnipräsent durch das Stück. Eine schriftliche Einführung, wie auch beim „Graf von Monte Christo“ wird gut gemeint, für nicht im Thema stehende Besucher, am Stückanfang auf den Vorhang projiziert. Leider zu kurz, um beim schnellen Zeilenwechsel inhaltlich mitzukommen.

 

Gänsehautmoment, Lisa Habermann`s ergreifend, geflehte Bitte „Lass mich dich nicht lieben“, von Sehnsüchten geplagt, nach Sicherheit aber auch liebend hingezogen zur dunklen Seite der Liebe, spielt und singt sie sich durch die Emotionen der Mina.

 

Anna Preckeler (Lucy) liefert zur Premiere die bravouröseste Leistung des Abends. Stimmlich brillant lebt sie ihre Lucy von leicht, verspielt, verliebt bis aufbegehrend, willenlos, untot.

 

Jeffery Krueger (Jonathan) seiner Rolle gewidmet grandios Willenlos und mit starken gesanglichen Momenten. So im Duett mit Mina („Whitby Bay“).

 

Fabian Egli`s (Van Helsing), jugendlich besetzt, aber stimmlich akzeptable. Besonders „Rosanne“ eindrucksvoll in Ausdruck und Schauspiel dargeboten. An dieser Stelle hätte eine Bildprojektion noch unterstützend im Leid wirken können.

„Zu Ende“, die starke Kampfszene, zwischen Jäger und Gejagten wurde dramaturgisch durch das Auftauchen vieler Dracula Köpfe unterlegt. Sollte dies bewusst clownesk wirken? Zu Van Helsings Verwirrung trug es bei. Aber sehen wir es ihm nach, Egli ist für beide Hauptrollen besetzt.

 

Renfield, diese Rolle weiblich mit Sabine Töpfer anzulegen, geht das? Frenetischer Zwischenapplause zeigte, dass der Publikumsliebling der Musikalischen Komödie ankam. Zur Premierenfeier behauptete Intendant Rose: „Wahnsinn ist keine Frage des Geschlechtes!“ Wie Recht er doch hat in den heutigen Zeiten!

 

Der Chor und das Ballett zeigten ihr Können zwar nur in kleinerer Präsenz, dennoch mit nicht minderem Herzblut.

 

Liebevolle Kleindarstellungen der Nebencharaktere Lucy`s Verehrer Arthur Holmwood, Dr. Seward, Quincey Morris (Rohbeck, Rydleweski, Milev) und der drei besonders bissig, blutdürstenden Vampirinnen (Rietdorff, Ince, Parsa) tragen dieses Stück hochgradig mit. Hier merkt man ganz stark, wie wichtig ein gut funktionierendes Zusammenspiel aller beteiligten Personen auf einer Bühne ist. Mit dem, zugegebenermaßen gewagten Einsatz eines Tenores (Radoslaw Rydleweski), der für den erkrankten Andreas Rainer kurzfristig eingesprungen ist, wurde eine gut Wahl getroffen. Schauen wir, ob man ihn demnächst öfter in einem Musial hört.

 

Zum Bühnenbild, ein großes Bett (wandelbar in weiss und schwarz), eine enge Gruft und sechs schwarze, über die ganze Höhe der Bühne gehende Schiebevorhänge und ganz, ganz viele Videoprojektionen. Trotz der Anmutung einer Low Budgets Produktion legt Karin Fritz viel Wert auf kleine Details, die die Szenen ausgestalten. Die Kostüme im Stil der 30er Jahre sind sehr anmutig zart und schön.

 

Spezial Effekts

Gleißendes Licht und laut, zuckende Blitze, aber auch leise Momente wie das Brummen der Stubenfliegen, die von Renfield verzehrt werden, transportieren wohligen Schauer und Gruseleffekte ins Publikum.

 

Christoph-Johannes Eichhorn studierte mit seinen Musikern Wildhorns Balladeske Verliebtheit ein. Begleitet von einer Band aus E- und Bassgitarren erklingt am Premierenabend, auch Dank der lohnenden Neuanschaffung einer Soundanlage, ein wunderbarer Klang bis in die letzten Reihen des Theatersaals.

 

 

 Prof. Abraham van Helsing (Fabian Egli)

Premiere 16.04.2016 Musikalische Komödie © Tom Schulze

 

 

 

 

 

Zusammenfasst

Vertrauen ist das Leitmotiv, was Cusch Jung in der Produktion seines Dracula`s verfolgt. Vertrauen in Liebe und Vertrauen auch in unbekannte Situationen. Lassen Sie sich darauf ein, achten Sie auf die kleinen Momente und die großen Stimmungen.

Kurzum „Lassen Sie sich anstecken vom Vampir-Mythos, der jetzt auch in MuKo herrscht“!

 

 

 

Musikalische Leitung                     Christoph-Johannes Eichhorn

Inszenierung / Choreografie          Cusch Jung

Bühne / Kostüme                             Karin Fritz

Video-Design                                   Karl-Heinz Christman

Choreinstudierung                          Mathias Drechsler

Dramaturgie                                     Marita Müller

 

 

Besetzung (Premiere)

Dracula                                             Andreas Wolfram

Mina Murray                                     Lisa Habermann

Lucy Westenra                                 Anna Preckeler

Jonathan Harker                              Jeffery Krueger

Prof. Abraham van Helsing           Fabian Egli

Renfield                                            Sabine Töpfer

Arthue Holmwood                           Patrick Rohbeck

Dr. Seward                                       Radoslaw Rydleweski

Quincey Morris                                Milko Milev

Vampirin 1                                        Linda Rietdorff

Vampirin 2                                        Nedime Ince

Vampirin 3                                        Nathalie Parsa

Kind                                                   Lena Finke

 

Chor, Ballett und Orchester der Musikalischen Komödie

 

 

Aufführungen

30. Apr. 2016 / 01. Mai 2016 / 07. Mai 2016 / 08. Mai 2016 / 13. Mai 2016 / 14. Mai 2016 / 15. Mai 2016 / 15. Jun. 2016 / 17. Jun. 2016 / 22. Okt. 2016 / 23. Okt. 2016 / 15. Nov. 2016 / 16. Nov. 2016 / 07. Feb. 2017 / 08. Feb. 2017

 

 

 

Sabine Finger

 


[1] http://www.oper-leipzig.de/de/programm/dracula/59846

 

 


 

 

 

Jesus Christ Superstar   /   Foto (c) Pamela Raith

 

 

 

Jesus Christ Superstar in der offiziellen Musical-Produktion von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice

Der Musical-Welterfolg mit Starbesetzung aus dem Londoner West End
 

Am 03.04.2016 fand in der Oper Leipzig die sächsische Premiere des Klassikers JCS von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice statt.

Bei dieser Tourneeproduktion führen der erfolgreiche britische Theaterproduzent Bill Kenwright und Bob Tomson Regie.

 

Uraufgeführt wurde das Rock_Musical Jesus Christ Superstar am 12. Oktober 1971 im Mark Hellinger Theater in New York City. Erzählt wird, zeitgemäß und aus einzigartiger Perspektive, die Geschichte der letzten sieben Tage im Leben Jesu.

Das erweiterbare Bühnenbild besteht aus massiven mit Relief verzierten Säulen und einer teilbaren Showtreppe. Im Hintergrund befindet sich ein riesiges Tor, welches je nach Beleuchtung mal schwarz und mal golden strahlt. Über der Szenerie schwebt eine überdimensionale Dornenkrone.

Die Kostüme erinnern an die römische Herrschaft in Jerusalem.

 

Jesus wird eindrucksvoll vom dem in der Rolle erfahrenen Glenn Carter dargestellt. Sein Gegenspieler Judas ist Tim Oxbrow – er bringt gekonnt die Zerrissenheit des Verräters auf die Bühne.

 

Stimmlich besonders herausragend Maria Magdalena und Simon – gespielt von Rebekah Lowings und Andy Barke. Ebenfalls überzeugend Carl Lindquist als Peter.

 

In dieser Produktion wird sehr gut verdeutlicht, dass Jesus am Ende halluziniert, als Judas, der sich zuvor selbst gerichtet hat, ihn mit dem Titelsong „Jesus Christ Superstar“ verspottet.

Ein grandioses Bühnenbild, wunderschöne Kostüme , eine moderne und trotzdem historische Inszenierung und gute Darsteller machen aus diesem Musical-Abend etwas besonderes.

 

Bettina Lehmann

Sylvia Baierl

 

 

Besetzung:
Jesus Christ – GLENN CARTER
Judas Iscariot – TIM OXBROW
Mary Magdalene – REBEKAH LOWINGS
Caiaphas – STEVE FORTUNE
King Herod – TOM GILLING
Pontius Pilate – CHRISTOPHER JACOBSEN
Annas – ALISTAIR LEE
Peter – CARL LINDQUIST
Simon Zealotes - ANDY BARKE
Andrew – CRAIG GOLDING
John ASHLEY – LUKE LLOYD
Thomas – RICHARD J HUNT
Matthew – SAM HALLION
James – MATT BLAKER
Thaddeus – MARC AKINFOLARIN
Nathaniel – CALLUM FITZGERALD
James the Just – MICHAEL WARD
Apostle Woman – MOLLY MCGUIRE
Apostle Woman – DANI ACORS
Apostle Woman – LIZZIE OTTLEY

 

 

 

 

Jesus Christ Superstar   /   Foto (c) Pamela Raith

 

 

 

 

Jesus Christ Superstar   /   Foto (c) Pamela Raith

 


 

 

 

 

Sophie Berner

Foto: Rolf K. Wegst

 

 

 

Der Kuss der Spinnenfrau

Stadttheater Gießen – 27.02.2016

 

Das Stadttheater Gießen zeigt seit Dezember 2014 „Der Kuss der Spinnenfrau“, ein Musical mit der Musik von John Kander und Texten von Fred Ebb, welches auf dem erfolgreichen, gleichnamigen Roman von Manuel Puig aus dem Jahr 1976 basiert. Inszeniert wird das Stück in Gießen von Intendantin Cathérine Miville, die hier bereits große Erfolge mit ihren Inszenierungen von „Der Besuch der Alten Dame“ und dem Kander & Ebb-Musical „Cabaret“ feierte.

 

Handlung

Der homosexuelle Schaufensterdekorateur Molina sitzt wegen angeblicher Unzucht mit Minderjährigen in einem südamerikanischen Gefängnis. Um dem von Folter und Demütigung geprägten Gefängnisalltag zu entfliehen, flüchtet sich Molina in eine opulente Phantasiewelt mit der verführerischen Filmdiva Aurora. Nur in einer Rolle gefällt sie ihm nicht, als Spinnenfrau – weil er sich vor ihrem tödlichen Kuss fürchtet. Da wirft man den marxistischen Revolutionär Valentin zu ihm in die Zelle. Am Anfang fällt es den so unterschiedlichen Männern schwer, sich miteinander zu arrangieren und die große Abneigung zwischen den Schicksalsgenossen ist zu spüren. Nach anfänglicher Verweigerung lässt Valentin sich doch auf Molinas Phantasiewelt ein und mit der Zeit entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden Männern. Während Valentin immer wieder brutal gefoltert und verhört wird, bietet man Molina Hafterleichterungen an, wenn er im Gegenzug Valentin ausspioniert. Schließlich wird er frühzeitig frei gelassen, in der Hoffnung, die Gefängniswärter zu den Verbündeten Valentins zu führen.

 

Inszenierung

Ein riesiges blaues Spinnennetz dominiert die Bühne im dunklen Theater. Das Stück beginnt und wir befinden uns in einem schwarzen, kalten Gefängnistrakt. Gitterwände und eine kleine Zelle dominieren das Bild. Das Bühnenbild von Lukas Noll kann mit Hilfe gekonnter Lichteffekte von Kati Moritz einen perfekten Kontrast setzen zwischen dem tristen, grauen Gefängnisalltag und der farbenfrohen, fröhlichen Filmwelt in Molinas Phantasie. Spinnennetzartige, dunkle Hintergründe begleiten die Auftritte der Spinnenfrau. Die Kostüme von José-Manuel Vázquez setzen zusätzlich die graue Gefängniskleidung auf der einen Seite in Kontrast zu den aufwändigen, bunten Showkostümen auf der anderen Seite. Ein roter Schal ist Molinas Herausstellungsmerkmal und bringt ein wenig Farbe in den grauen Gefängnisalltag.

 

Die Lieder reichen von tragenden Chornummern wie „Hinter der Wand“, die irgendwie an „Les Miserables“ erinnern, über gefühlvolle Balladen, bis hin zu Ohrwürmern wie „Lied der Spinnenfrau“. Die Auftritte der Spinnenfrau werden zudem von einer beunruhigenden Musik begleitet.

 

Die drei Hauptrollen werden interpretiert von Sophie Berner als Spinnenfrau/Aurora, Andrea M. Pagani als Molina und Thomas Christ als Valentin. Aurora ist der Star in Molinas Phantasiewelt und gleichzeitig die bedrohliche Spinnenfrau. Sophie Berner spielt sowohl den glamourösen Star als auch die düstere, Tod bringende Spinnenfrau mit großer Stimme und außergewöhnlicher Ausstrahlung. Andrea M. Pagani gibt den leicht tuckigen Molina sehr sensibel und lässt ihn fast kindlich erscheinen, wenn er in Gedanken mit seiner kranken Mutter kommuniziert. Thomas Christ interpretiert den radikalen Revolutionär überzeugend und zeigt sehr glaubhaft, dass auch in der harten Schale eines terroristischen Verbindungsmannes ein gefühlvoller Mensch steckt. Die beiden Männer harmonieren sehr gut miteinander. Die Nebenrollen sind besetzt mit hauseigenen Schauspielern, Chormitgliedern und Tänzern, die ihre Rollen allesamt schauspielerisch und gesanglich gut verkörpern.

 

Diese mitreißende Inszenierung mit hervorragenden Darstellern fesselt das Publikum und sorgt für einen unvergesslichen Musicalabend, wie auch die minutenlangen stehenden Ovationen bei der besuchten Vorstellung bewiesen.

 

 

 

 

 

 

Antje Tiné und Sophie Berner

Foto: Rolf K. Wegst

 

 

 

 

Thomas Christ und Andrea M. Pagani

Foto: Rolf K. Wegst

 

 

 

  

 

Oben: Paul Przybylski und Petra Soltau                Petra Soltau und Andrea M. Pagani

Unten: Opernchor                                                      Foto: Rolf K. Wegst

 

Foto: Rolf K. Wegst

 

 

 

 

 

Thomas Christ und Eun-Mi Suk

Foto: Rolf K. Wegst

 

 

 nach oben


 

 

 

 

 

Foto (c) Jutta Missbach

 

Fetzig, frech und flott – „Kiss me Kate“ in Nürnberg

 

Der Musicalklassiker von Cole Porter aus dem Jahre 1948 feierte am 13.02. 2016 am Opernhaus Nürnberg Premiere.
Regisseur Thomas Enzinger bringt eine wunderbare Mischung aus Liebe, Eifersucht, Hass, Streit und Theater auf die Bühne des wunderschönen Nürnberger Opernhauses.
 
Fred Graham (Christian Alexander Müller) probt mit seiner Reisetheatertruppe Shakespeare´s „ Der Widerspenstigen Zähmung“. Star seiner Show ist Hollywoodstar und Exfrau Lilli Vanessi (Sophie Berner) – sie wird die Katharina geben. Graham selbst schlüpft in der männliche Hauptrolle des Pertrucchio.
Nicht nur Katharina und Pertrucchio bei Shakespeare, sondern auch Lilli und Fred haben einige Fehden auszutragen und verlagern ihren privaten Rosenkrieg kurzerhand auf die Bühne. Das Chaos wird perfekt als zwei Gauner einen falschen Schuldschein bei Fred eintreiben wollen...
 

Foto (c) Jutta Missbach
 
 
Enzinger zeigt in Nürnberg klassisches und doch heutiges Theater, gespickt mit Humor und Komik. Es wird hinter der Brandmauer geraucht, sich schon mal warm getanzt, die Solo-Garderoben von Lilli und Fred fahren von rechts und links herein, man befindet sich mal backstage und dann wieder auf der Shakespeare-Bühne. Die Zuschauer sind amüsiert, wenn Katharina mit der Kettensäge auf Barbies „Ken“ losgeht, die Hauptdarsteller einen Selfie-Stick rausholen oder Witze über Ebay oder aktuelle Landespolitiker machen und ein schriller Schlagzeuger für ordentlich Sound sorgt.
 

Foto (c) Jutta Missbach
 
 
„Premierenfieber“ präsentiert einen mitreißenden Auftakt der Show, dem Klassiker folgen „Wunderbar“, „Es ist viel zu heiß“; „Wann kann ich dir traun“; „Du bist mein Leben“; „Wär Dein nur dies Gesicht“ und natürlich „Schlag nach bei Shakespeare“. Unter der musikalischen Leitung von Volker Hiemeyer erklingt die neue Broadway-Orchestrierung von Don Sebesky.
Die jazzigen Rhythmen bieten den Tänzern die Möglichkeit, zu zeigen was sie können, in einer wunderbaren Choreografie von Kati Fakas.
Bemerkenswert auch die Ausstattung von Toto. Besonders die Kostüme sind ein Fest fürs Auge.
 

 

Foto (c) Jutta Missbach

 
 
Das Publikum erlebt einen kurzweiligen und sehr amüsanten Musicalabend mit einer hervorragenden Cast.
 
Sophie Berner gibt eine perfekte Lilli Vanessi / Katharina ab. Gesang und Schauspiel vom Feinsten. Vorzüglich performt sie ihre widerspenstige Katharina! Ebenfalls vorzüglich Christian Alexander Müller, authentisch meistert er die sehr anspruchsvolle Doppelrolle Fred Graham / Pertrucchio.
Antonia Welke und Manuel Dengler überzeugen als Lois Lane und Bill Calhoun.
 
Das Komikerduo „Heißmann und Rassau“ bleibt mit seinem Duett „Schlag nach bei Shakespeare“ etwas hinter den Erwartungen zurück – bringt aber sein Gangsterpaar witzig auf die Bühne.
 
Einziger Wermutstropfen des Abends ist die Textverständlichkeit – teilweise war das Orchester zu laut, was aber bei Premieren schon mal vorkommen kann und wohl leicht zu beheben ist.
 
Mein Fazit: Eine erstklassige und sehr sehenswerte Produktion des Musical-Klassikers von Cole Porter!
 
Sylvia Baierl
 
 
 
 
Musikalische Leitung:Volker Hiemeyer
Inszenierung:Thomas Enzinger
Bühne und Kostüme:Toto
Choreographie:Kati Farkas
Chor:Tarmo Vaask
Dramaturgie:Sonja Westerbeck
 
Christian Alexander Müller (Fred Graham / Petrucchio),
Sophie Berner (Lilli Vanessi / Katharina ),
Manuel Dengler (Bill Calhoun / Lucentio),
Antonia Welke (Lois Lane / Bianca),
Oliver Severin (Paul / Baptista ),
Annette Potempa (Hattie),
Richard Kindley (Harrison Howell),
Martin Rassau (1. Gangster),
Volker Heißmann (2. Gangster),
Frank Wöhrmann (Gremio ),
Johannes Kiesler (Hortensio),
Nina Baukus (Musicalensemble),
Yoko El Edrisi (Musicalensemble),
Sabrina Reischl (Musicalensemble),
Daniel Roces (Musicalensemble),
David Valls (Musicalensemble),
Felix Uttenreuther (Szenisches Schlagzeug),

 

 

 



 

 

 

 nach oben

 

 

 

 Ältere Berichte finden Sie im >>> Archiv

 

 

 nach oben

Musical Boulevard  |  info@musicalboulevard.de